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Hallo liebe Freunde und Bekannte, wir berichten weiter.
Die Strecke zwischen Tucson und Phoenix hat einige sehr interessante Eindrücke vermittelt.
In Arizona bei Superstition Mts
Zuerst sei aber von der Biosphere 2 berichtet.
Biosphere 2 wurde als künstliche ökologische Welt geschaffen, die in der aktiven Phase keine Verbindung mit der Umwelt hatte. Auf begrenztem Raum schuf man 5 Biosphären. Ein Regenwald, eine Wüste, eine Savanne, einen Sumpf und einen Ocean. In dieser Welt, die technisch voll ausgestattet ist, lebten 4 Männer und 4 Frauen 2 Jahre lang vollkommen auf sich angewiesen. Sie mussten diese künstliche Welt nicht nur in Betrieb halten, sondern sich auch noch selbst versorgen (sie hielten Hühner, Schweine und Ziegen und bauten div. Getreide, Gemüse und Früchte an) sondern auch noch wissenschaftliche Experimente durchführen. Sie arbeiteten bis 13 Stunden am Tag. Jeder hatte seine eigene Wohnung, es gab eine Gemeinschaftsküche mit Speiseraum und eine Bücherei.
Man berichtet, dass es anfangs erhebliche Probleme mit der Sonneneinstrahlung gab.
Die Versorgung der Menschen und Tiere war nicht immer sichergestellt. Teilweise hatten die Bewohner Hunger und am Ende der zwei Jahre hatten die Teilnehmer durchschnittlich 25 Pfund an Gewicht verloren.
Wir fahren nun in die Berge nach Globe, einer Minenstadt. Ringsherum sind alle Berge durchgewühlt und riesige Abraumhalden wurden aufgeschüttet. Es geht über mehrere kleinere Pässe und durch einen Canyon mit bizarren Felsformationen. Irgendwann kommen wir um eine Kurve und eine unendlich weite Ebene liegt vor uns. Die Ebene, in der Phoenix liegt. Phoenix erreichen wir vorerst nicht, da wir an den Superstition Mts. entlangfahren, die stark an die Dolomiten erinnern. Am Fuß dieser Berge ein wunderschöner Campground, in dem wir einige Tage bleiben und von dem aus wir Wanderungen unternehmen.
Phoenix lassen wir auch auf unserer Weiterfahrt rechts liegen.
Wir machen nun einen großen Sprung und sind damit in Californien. Hier sehen wir uns zwei Nationalparks an.
Zuerst den Joshua Tree NP. Der Park hat seinen Namen nach dem Joshua Tree, einem Yuccagewächs.
Joshua Tree Baum
Wir sind in einem Bereich mit gigantischen Felsen. Die Vielfalt der Formen und der Vorkommen ist kaum zu beschreiben. Man muss zur Beschreibung Superlative benutzen. Marokko hat mit den "Bunten Steinen" bei Tafraoute dagegen nur einen winzig kleinen Steingarten.
Wir halten bei Skull Rock, das Felsschädel bedeutet. Namensgebend dürfte ein Stein sein, der erhebliche Ähnlichkeit mit einem menschlichen Schädel hat. Die Augenhöhlen und die Nase sind ganz deutlich zu erkennen. Hier klettere ich für einige Fotos durch die Felsen.
Im Campground Jumbo Rock, durch den wir fahren, riesige Felsbrocken. Dazwischen immer wieder Campsites. Auf etlichen Felsen Menschen, die begeistert klettern, meist junge Leute.
Nun fahren wir hinunter nach Riverside und San Bernardino. Alle Straßen richten sich hier schon auf Los Angeles aus. Rundherum stehen auf den Bergen, in der Ebene nach Osten und auch auf der anderen Seite Richtung Banning und Los Angeles mehrere Hundert oder sogar mehr als Tausend Windgeneratoren. Wir dachten, in Spanien hätten wir die größten Ansammlungen gesehen. Aber dem ist nicht so. In USA ist halt alles größer!
Wir fahren weiter zum Lake Perris SP. Im SP wollen wir übernachten. Wir verfehlen jedoch die Abzweigung und fahren einige Meilen weiter. Auf dieser Strecke wird Landwirtschaft und Viehhaltung als Massentierhaltung betrieben. Auf beiden Straßenseiten in kurzen Abständen Viehfabriken. Im Freien, aber in zig abgeteilten Bereichen, werden Kühe gehalten. Nach den Schildern zu urteilen wird in erster Linie Milch erzeugt. Jedenfalls stinkt es in diesem Tal ganz fürchterlich.
Wir müssen zurück und kommen dann doch noch in die Lake Perris State Recreation Area (SRA), eine riesige Anlage auf 1.600 Ft. NN. Lake Perris ist der letzte Stausee im California State Water Projekt bei den Russel Mts. und Bernasconi Hills. Am See eine unwahrscheinlich große Recreation Area, mit Campground von ca. 430 Stellplätzen, Hafen, Boot Slipanlagen, Picnic Areas und Badestränden, die wie Skipisten gewalzt werden. Davor mehrere Hundert Parkplätze. Und überall Bäume und Wiesen und rundherum die Berge, die in den Gipfellagen Schnee haben.
An dieser Stelle einige Anmerkungen zum Wetter. Dieser Winter muss besonders kalt sein. In der US TODAY wird berichtet, dass z.B. New York City den zweitkältesten Januar seit 70 Jahren hatte. In Boston war es im Januar an mehreren Tagen so kalt, wie zuletzt vor 25 Jahren. Alaska ist total eingeschneit. Nahezu die Hälfte der 48 US Staaten sind mit Schnee bedeckt. Der Schnee reicht bis in die nördlichen Bereiche von Arizona und New Mexico. Die Nachttemperaturen gingen im Februar in Texas, Louisiana, Mississippi und Alabama an der Golfküste bis an die Nullgradgrenze herunter. Lediglich im Süden Floridas war es am Tag um die 80°F = 27°C warm. Der Südwesten Arizonas und der Süden Californiens hatten Tagestemperaturen von ca. 60°F = 16°C. Nachts liegen die Temperaturen aber nur knapp über dem Gefrierpunkt bzw. sogar leicht darunter. Es kommt auch darauf an, auf welcher Höhe über NN man sich befindet.
Wir fahren ein Stück Interstate. Die # I – 15 N, CA steigt von Anfang an in die Berge. Hier sind nicht mehr so viele Wolken und links von uns jetzt verschneite Bergspitzen. Der Freeway verläuft in weiten Bogen durch ein hügeliges Bergland. Wir fahren ein Stück an einem ausgetrocknetem Fluss entlang. Wenn wir zurückschauen, in die Ebene nach San Bernardino, sehen wir eine Bergkette nach der anderen im bläulichen Dunst.
Es ist ein grandioser Ausblick, den man hat. Bruni stellt die Frage, warum man eigentlich auf den Mond will? Hier sieht es genau so aus!
Wir kommen auf den Cajon Pass mit 4.190 Ft. über NN. Wir sind nun in einer Hochebene der Mojave Desert. Wir machen nochmals einen Stopp in Barstow, bevor wir am nächsten Tag in den Death Valley NP fahren. Zwischen Barstow und Baker eine große Ebene, Wüste, gelegentlich einige Häuser, eine Eisenbahnlinie und sonst nichts. 24 mi vor Baker rücken die Berge dichter an die Interstate 15 heran. Das weite Tal, durch das wir kamen, liegt hinter uns. Die Straße steigt etwas an. Wir kommen über einen kleinen Pass und es geht recht steil in eine neue Ebene. Aber in einigen Meilen Entfernung sehen wir die Fahrzeuge schon wieder auf einer Steigung. Kurz vor Baker dann eine erneute Abfahrt in eine weite Ebene mit einem ausgetrockneten See. Es ist der Soda Dry Lake. Rund herum Berge, Berge und wieder Berge, die alle violett aussehen, weil die Sonne fehlt und die Wolken recht tief hängen. Trotzdem gibt es immer noch Farbunterschiede durch hellgelbe Sanddünen oder gelben Tuffstein.
In Baker verlassen wir die # I – 15 N, CA und fahren jetzt durch ein menschenleeres Gebiet. In Baker steht ein Schild, dass es auf 65 Meilen keinen Service gibt. Wieder ein weites und offenes Tal, wie gehabt noch immer Wüste, die auch noch eine Zeitlang bleibt, und zu beiden Seiten Berge. Wir kommen über einen kaum wahrnehmbaren Pass und sind jetzt in einem Kessel von mehreren Meilen Durchmesser. Rundum die verschiedensten Berge, schokoladenbraun, hellbraun, dunkelbraun, violett, gelblich etc. Im Kessel eine Sandwüste mit vielen Dünen.
Auf einem sehr langen Stück fahren wir aufwärts bis zum Salsberry Pass mit 3.315 Ft. über NN. Leider keine Aussicht wg. Regenwolken. Das hatten wir uns so nicht vorgestellt, dass wir im Death Valley Regen haben.
Von hier oben geht es jetzt 8 Meilen abwärts bis wir unten im eigentlichen Tal unter der Seehöhe sind. Die Landschaft wechselt ständig. Trotz Regenwetter ist es grandios. Die Berge rechts neben uns wechseln ununterbrochen die Farben und Formen. Einmal rot, dann hell, dann grünlich oder auch dunkelbraun. Hier sehen wir, wie es damals in unserer Erde ausgesehen hat. Die Felsschichten sind uralt. Die Berge selbst sind aus geologischer Sicht erst vor kurzer Zeit entstanden. Als bei der letzten Eiszeit die Gletscher schmolzen, trugen große Flüsse und der Regen die Erde und den Schutt ab und lagerten es auf dem Talboden ab. Als sich die Gletscher zurückzogen, trockneten die Flüsse und Seen aus und übrig blieb in etwa die Form, wie wir sie heute sehen. Wir kommen über einen weiteren Pass, den Jubile Pass mit 1.293 Ft. NN und wir fahren weiter hinunter auf den Talboden.
Das Tal erstreckt sich über mehr als 70 Meilen in Süd- Nordrichtung. Der Talboden ist an vielen Stellen weiß. Es ist Salz. Wir haben es probiert. Es ist sehr kräftig im Geschmack. An mehreren Stellen Wassertümpel.
Rechts von uns mal etwas weiter entfernt, mal ganz dicht die Berge. Es ist ein wunderbares Farbenspiel besonderer Art. Auf langen Strecken Tuffgestein. Aber auch Lavaschlacke, Geröllmoränen oder Fels sehen wir neben der Straße. Über dem Tal, in den Regenwolken, Berge bis über 3.000 Meter (9.000 Ft.).
Bei Badwater halten wir. Hier ist die tiefste Stelle von Nordamerika mit 85,5 Meter unter NN. Neben der Straße ein neuer Parkplatz. Einige Schritte weiter unten Brackwasser, darin Touristenstege. Am Berg über uns ist die Stelle der Seehöhe markiert.
Wir bleiben nicht im Death Valley. Das Wetter ist zu schlecht. Man kann nichts sehen. Wir wissen aber, dass wir uns dieses Tal noch einmal ansehen werden.
Die ersten Meilen auf der # 190 im Death Valley fahren wir noch unter "Seehöhe = NN". Man erläutert ja jeden Punkt und so erfahren wir auch, wo wir die Seehöhe erreichen.
Vor Stovepipe durchqueren wir bei Devils Cornfield die Talsenke. Dann rechts danach hohe Sanddünen. Hier steht auch ein Schild, dass man auf den nächsten 20 Meilen die Klimaanlage zur Motorschonung ausschalten soll. Im Klartext bedeutet dies, dass jetzt 20 Meilen Steigung folgen. Es gibt einen weiteren Hinweis und zwar, dass bis zum Towne Pass vier Wasserstellen eingerichtet sind. Da kann man jeweils kochende Kühler auffüllen.
Der Towne Pass hat eine Höhe von 4.956 Ft. Bei 3.000 Ft. sind wir an der Wolkenuntergrenze. Die Berge (der Pinto Peak mit 7.450 Ft.) sind oben verschneit. Wir fahren (an der dritten Wasserstelle) nur noch mit 30 MPH, da die Steigung ganz erheblich ist.
Kurz vor dem Pass haben wir einige Minuten lang Schneeregen.
Von der Passhöhe haben wir nun eine 9 Meilen lange Abfahrt, davon auf 6 Meilen mit 9 %. Es ist ein Lavagebiet, durch das wir kommen. Wir meinen, dass dieses Seite des NP schöner ist, als die Strecke, die wir gekommen sind. Rechts von uns ein ordentlicher Canyon und von hier ein toller Ausblick ins Panamint Valley, das hellbraun leuchtet. Wir finden, dass es eine wahnsinnige Landschaft ist, durch die wir fahren.
Bruni sichtet blühende Kakteen. Wir halten und laufen zu der Stelle mit den Kakteen. Es ist ein uns unbekannter Kaktus mit roten Stacheln und dicken, weißen, schaumgummiartigen Knollen. Wir können nicht ausmachen, ob dies Blüten sind. Es gibt hier in diesem Geröllfeld etliche Stellen, an denen dieser Kaktus steht.
Das Geröllfeld ist ein geologischer Schaukasten. Hier liegen die buntesten Steine in allen Formen und Größen herum.
Wir verlassen den Death Valley NP durch das Panamint Valley. Es ist eine Paralleltal zum Death Valley. Zwischen beiden Tälern liegen die Panamint Range mit Bergspitzen von über 9.000 Ft. und Schnee im oberen Bereich. Rechts von uns die Argus Range mit Spitzen bis 6.562 Ft.
Das Panamint Valley ist wieder "unendlich" groß. Wir haben ein großes Wolkenloch erwischt und die Sonne scheint. Aber rechts und links stauen sich in den Bergen die Regenwolken und reichen weit bis ins Tal. Es ist ein menschenleeres Tal. Eine flache Steinwüste, in der aber jede Menge Büsche stehen und an der sich an einer Stelle ein Salzsee gebildet hat, der vor uns in der Sonne glitzert. Der nächste Ort ist Trona in 46 mi Entfernung, davor muss man jedoch über einen Pass. Im Panamint Valley gibt es nur die Ghost Towns Panamint City und Ballarat. An der JCT mit der Emigrant Canyon Road macht die Straße einen rechten Winkel und geht danach auf Meilen schnurgerade aus. Bei Ballarat steigt dann die Straße steil an und führt auf den Pass hinauf. Von hier oben ein sagenhafter Ausblick über das gesamte Panamint Valley und die Berge.
In Ridgecrest fahren wir hinüber zur # 14, die auf der Ostseite der Sierra Nevada verläuft. Bislang ist es für uns die längste Strecke, die wir auf einer Straße geradeaus fahren. Wir können das Ende dort ausmachen, wo Himmel und Erde sich treffen. Das bleibt aber nicht so. Wir fahren abwärts in einen Canyon mit den verschiedenfarbigsten Felsformationen. Wir sind im Red Rock Canyon SP. Was die Natur hier gezaubert hat, ist wieder einmal einmalig.
Hier ist auch ein Campground ohne Strom. Wir fahren durch den Campground. Vor einmaliger Kulisse, ähnlich wie in Kappadokien, stehen die Womos direkt unter den Felsen.
Wir fahren weiter in Richtung Mojave. Nach dem Canyon kommt man auf eine Ebene, die sich nach unserer Einschätzung über Hunderte von Meilen erstreckt. Im Dunst irgendwo am Rand einige Berge. Rechts von uns ein Gebirgszug, in dessen Flanke die # 14 verläuft. Neben der Ebene bei Phoenix ist dies für uns das weiteste Stück Wüste, das wir gesehen haben.
Wir sind in Tehachapi, das zw. der Sierra Nevada und den Tehachapi Mountains am Fuß des Cummings Mtn., mit 7.753 Ft., liegt. Hier wollen wir übernachten. Um den Ort herum Landwirtschaft. Die Berge sind hier bewaldet. Wir legen hier einen Ruhetag ein.
Der Campground liegt auf 4.200 Ft. Knapp einen Kilometer hinter dem Campground beginnen die Berge und der Wald. Bei ca. 4.400 Ft. liegt bereits Schnee. Bei ca. 4.600 Ft. ist die Wolkenuntergrenze mit wechselnder Tendenz. Es ist winterlich. Es regnet seit Stunden. Der Regen hört nicht auf. Immer und immer wieder neue Schauer, teilweise mit Schnee vermischt. Die Schneegrenze sinkt ständig.
Wir gehen am nächsten Morgen bei Regen vom Strom und entsorgen. Wir sind an der Wolkenuntergrenze und fahren auf der # 58 W, CA einige Strecken in Wolken. Die Wolken ziehen sich den gesamten Berg hoch, d.h. sie stauen sich auf der Westseite der noch zu den zur Sierra Nevada (übersetzt = Schneefall Berge) gehörenden Berge und regnen dort ab.
Es ist eine schöne und interessante Abfahrt. Rechts und links überall ineinander, übereinander und hintereinander gefaltete Hügel. Alles ist grün und es wachsen Bäume. Die Gegend erinnert stark ans Alpenvorland, da auch überall auf den Hügeln das Vieh weidet.
Dann kommen wir auf einen Hügel und unter uns liegt die Ebene um Bakersfield. Welche Überraschung. Bruni ruft spontan aus: "Ach was Felder!" Die ganze Ebene ist in Quadrate und Rechtecke eingeteilt und bewirtschaftet. Als wir in der Ebene sind, sehen wir, dass es hier etliche Orangenplantagen gibt, Obst, Nüsse, Wein und Gemüse angebaut werden und weite Flächen nur eingesät oder für die Saat vorbereitet sind. Etwas ungewöhnlich der Anblick von Ölpumpen zwischen den Feldern. Auch hier hängen die Regenwolken noch dicht über der Erde.
Bei Bakersfield sind riesige und zum Teil schon blühende Obstplantagen. Später stellen wir fest, dass es Mandelbaumplantagen sind, die da rosa und weiß blühen. Aber auch hier wird Chemie eingesetzt, die ein Hubschrauber über einer Mandelbaumplantage versprüht. Am Rand der Plantagen stehen Bienenkästen!
Nun folgt eine äußerst interessante und für das Auge abwechslungsreiche Strecke. Wir durchqueren das San Joaquin Valley. Es liegt zwischen dem Küstengebirge und den Inlandsgebirgen und erstreckt sich auf mehreren hundert Meilen nördl. von Los Angeles nach Norden. Es gehört zum berüchtigten San Andreas Graben, dem bevorzugten Erdbebengebiet in Californien.
Neben den Mandelbaumplantagen gibt es hier Quadtratkilometer große Ackerflächen und unbegrenzte Weideflächen. Die Rinder sind darauf weit verstreut und manchmal nur als Punkte zu erkennen. Hier die ersten Weinfelder und auch noch Orangenplantagen. Später, bei Paso Robles, ist der Weinanbau dominierend. Überall gibt es Weinkeller und man bietet Weinproben an.
Je näher wir der Küste kommen, desto höher werden die Berge und desto mehr sind sie bewaldet. Die Wiesen sind saftig grün. An einigen Stellen wird auch Getreide angebaut.
Wir fahren die restlichen Meilen zur Küste durch eine wunderschöne Mittelgebirgslandschaft. Nachdem wir einen kleinen Pass überquert haben, sehen wir vor uns das abfallende Küstengebirge und den in der Sonne glitzernden Pacific. Über dem Meer also Sonne; hinter uns im Stau der Berge die dunklen und drohenden Regenwolken! Nach etlichen Regentagen endlich wieder Sonnenschein. Um 2:50 pm CST sind wir bei mi 33.223 an der JCT mit der US # 1 und damit am Pacific. Wir haben damit die USA von Ost nach West durchquert und auf dieser Strecke 5.992 Meilen (= 9.587 km) zurückgelegt.
Es sieht nicht nach einer Wetterbesserung aus. Nach dem Wetterbericht der Zeitung ist vorerst nicht mit einer durchgreifenden Änderung zu rechnen.
Wir stehen im Morro Bay SP an der gleichnamigen Bay mit seinem weithin dominierenden Felsen, der in allen Reiseführern und Touristikprospekten herausgestellt wird. Es ist aber keine Rede von den etwa einen Kilometer entfernten drei hohen Schornsteinen eines Atomkraftwerkes!!!
Morro Bay
Und erneut regnet es seit mehr als 10 Stunden sehr ordentlich.
Nun fahren wir auf der CA # 1 angeblich die schönsten 100 Meilen an der kalifornischen Pazifikküste, zumindest zw. San Francisco und San Diego.
Anfangs verläuft die # 1 quasi noch in Seehöhe. In den Hügeln viel Vieh. Dann kommt die Santa Lucia Range, das Küstengebirge, mit Steilabfällen bis ins Meer. Die # 1 ist in die Flanke dieser Berge gebaut und passt sich vollkommen dem Gelände an. Das bedeutet, dass wir auf einigen Strecken sehr hoch überm Meer sind und an anderen Stellen recht weit unten. Nur an wenigen Stellen durchschneidet die # 1 das Gelände. Wir fahren also um jeden Hügel herum und in jeden Canyon hinein.
Es gibt unzählige Aussichtsstellen auf die stark gegliederte Küste. Man kann auf Meilen die Küstenlinie verfolgen, über der auch heute wieder etwas Dunst liegt. Streckenweise ist es eine hohe Steilküste mit steinigem Ufer. Im Meer viele Felsen, an denen sich die Wellen in hohen Gischtfontänen brechen. Ganze Strecken sind vom Schaum der Wellen weiß. Es ist ein berauschender Anblick, wenn man hoch über dem Pacific steht und unter sich die Brandung in den Felsen bricht.
Pacificküste Californiens
Bald nach San Simeon ist an einer Aussichtstelle besonders viel Betrieb. Wir halten auch und werden Zeuge eines besonderen Schauspiels.
Hier an dieser Stelle liegen über Hundert Seeelefanten. Ein überwältigender Anblick die Bullen, die nach unserer Schätzung über 6 m lang sein müssten. Auf einer Schautafel ist ein auf den vorderen Flossen aufgerichteter Bulle höher als ein Mensch.
Bullen gibt es nur wenige. Die meisten Tiere sind Jungtiere. Ein Ranger berichtet uns, das nur noch wenige Tiere hier sind. Die meisten weiblichen Tiere seien schon wieder weg. Sie bekommen hier ihre Jungen, säugen diese ca. drei Monate und ziehen dann weiter, um im nächsten Dezember wieder zu kommen. Die Bullen gehen erst später weg. Wären wir einige Wochen später gekommen, hätten wir dieses besondere Ereignis nicht sehen können.
Wir haben die Küste verlassen. Auf der Interstate 5 fahren wir in einer sehr fruchtbaren Ebene ständig durch blühende Baumplantagen. Einmal sind es mit Sicherheit Mandelbäume, die anderen Früchte bleiben uns allerdings verborgen.
Die Fruchtbarkeit dieses Tales wird wesentlich vom California Wassersystem sichergestellt. Ganz Californien wird von Kanälen durchzogen, die zur Bewässerung der Landwirtschaft angelegt wurden. Nur so können die riesigen Obstplantagen und der Gemüseanbau die heißen Sommer überstehen Kolonie Seeelefanten
Wir fahren auf Meilen durch blühende Baumplantagen und dann auf Meilen durch Orangenplantagen. Hier wurde das Füllhorn regelrecht ausgeschüttet. Die # I – 5 CA wird hier etwas erhöht durch die Hügel geführt, so dass man einen weiten Blick in die Ebene hat. Soweit man sehen kann, blühende Bäume in weiß und rosa!!! Dazwischen die Wasserkanäle.
Es fällt auf, dass in etliche Plantagen alle Bäume gleich hoch sind. Es ist eine einzige blühende Fläche. Hier müssen Maschinen den Baumschnitt besorgen.
Wir sind am Ausgangspunkt unserer Reise angekommen, dort wo wir vor fünf Monaten unser Womo geholt haben. Wir sind in dieser Zeit ca. 12.000 Meilen (= ca. 19.000 km) quasi problemlos durch die USA gefahren. Es ist halt Pech gewesen, dass wir den kältesten Winter seit Jahren erwischt haben. Aber jetzt ist es in Californien nach deutschen Begriffen schon Sommer. Morgens um 9:00 Uhr haben wir schon 20°C und am Nachmittag steigt die Temperatur in der Sonne auf bald 40°C.
Die restlichen Tage bis zu unserem Rückflug am 20. März nutzen wir zur Erkundung der San Francisco Bay Area. Wir sind durch den San Andreas Graben gefahren, dort wo 1906 das fürchterliche Erdbeben war, haben uns ein Stück von SF vom Womo aus angesehen und sehen uns jetzt noch das Napa Valley, das Weinanbaugebiet Californiens, an.
Wir sind sogar noch ein Stück weiter gekommen. Knapp unterhalb von Oregon liegen an der Küste Californiens die großen Redwood Wälder. Diese Baumgiganten, der größte, der hier gefällt wurde, war so hoch wie ein 30 stöckiges Gebäude und hatte an der Basis einen Durchmesser von über 5 Metern, haben wir uns noch angesehen.
Auf dem Highway # 1 CA, dem Shoreline Hwy., geht es dann an einer wild zerrissenen Küste, mit tollen Ausblicken, zurück nach Rio Vista, zu unserem Basislager für die restlichen Tage bis zur Abreise.
In knapp sechs Monaten sind wir ca. 21.500 km durch USA gefahren.
Das war es also von unserer ersten Fahrt durch die USA. Auch jetzt am Ende steht fest, dass wir diese Reisen fortsetzen werden. Sicherlich werden wir schon im Juni wieder in Californien sein. Inzwischen werden wir in D unseren Hausstand auflösen und bei diesem oder jenem kurz vorbeischauen.
Bis dahin grüßen
Bruni + Norbert "On Tour in USA"
Rio Vista, CA 03 – 17 – 2004
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