|
08. Bericht Canada – British Columbia (BC) Der Cariboo Hwy vom 05.06. – 07.06.05
Cariboo Hwy: BC # 97 von Cache Creek Prinz George = Gold Rush Trail
Es gibt für uns bis Prince George nur den Cariboo Hwy, also die BC # 97 N, der auch als "Gold Rush Trail" ausgezeichnet ist.
"Zur Zeit des Fraser Goldrush (1858) und des Cariboo Goldrush (1862) kam Lillooet als Mile 0 der Cariboo Wagon Route zu Berühmtheit und war damals eine der größten Städte nördlich von San Francisco. Von dort ging es ab 1859 über Pavilion nach Clinton, zu jener Zeit 47 Mile House genannt, in eben dieser Entfernung von Lillooet. Damals bestand die Ansiedlung aus Roadhouse (Raststätte] und Mautstation.
Viele Orte entstanden aus den Roadhouses an der Cariboo Wagon Road, in denen die Goldsucher auf ihrem Weg nach Barkerville Schlafplatz und Verpflegung fanden. Einige davon – von 70 Mile House über 100 Mile House bis 150 Mile House – haben ihre ursprüngliche Bezeichnung als Entfernungsangabe ab Lillooet bis heute behalten.
Von Clinton bis Alexandria, knapp 70 km nördl. von Williams Lake verkehrten Postkutschen. Ab hier übernahmen bis Quesnel Paddlewheeler den Transport auf dem Fraser River. Ab Quesnel ging es dann auf dem Landweg weiter bis Barkerville. Ab 1865 wurde auch die Wagon Route zwischen Quesnel und Barkerville fertiggestellt." 1)
Heute ist aus dem Postkutschenweg eine gut ausgebaute Straße geworden, auf der an manchen Stellen Geschwindigkeiten bis 100 km/h zugelassen sind. Sie führt durch ein leicht hügeliges Gelände mit lichten Nadelbaumbeständen an den Rändern. Kann man einmal das Gelände überschauen, so sieht man nur Wald. Lange Strecken fahren wir mit Tempomat, da kaum Kurven vorhanden sind.
Der Wald ist erheblich geschädigt. An der gesamten heutigen Strecke "braune Nadelbäume". In D würde man von dramatischem Waldsterben sprechen.
Zw. 70 und 100 Mile House überquert die Straße den Begbie Summit mit 1.237 m über NN. Man merkt die Höhe überhaupt nicht, da wir uns mitten auf dem Fraser Plateau befinden. Bis 100 Mile House nur wenige Ansiedlungen. Viele davon aufgegeben und verfallen. Man hat uns gesagt, dass je weiter man nach Norden kommt, die Orte kleiner werden. Deshalb überrascht uns die Größe und die Infrastruktur von 100 Mile House. Hier kann man alles bekommen. Sogar unser geliebter Safeway ist am Ort und somit ein Einkauf fällig. Unsere Schränke müssen bald überquellen?
Wir nähern uns nun Williams Lake, dem "Herzen des Cattle Country" 1) Um Williams Lake liegt die größte Viehzuchtregion von BC. Am Hwy ausgedehnte Weideflächen und viele Farmen. Der Ort ist noch größer als 100 Mile House (ca. 12.000 Einwohner) und hat eine komplette Infrastruktur sowie Industrie.
Die ganze Zeit über sind wir auf dem Fraser Plateau, das von vor 23.000 bis vor 10.000 Jahren von der letzten Eiszeit bedeckt war. Damals wurden die geologischen Voraussetzungen für die Goldfunde geschaffen. Der Fraser River hat sich in dieses Plateau eingegraben. In dieser Gegend, unterhalb von Quesnel, ist er ungefähr so breit wie der Main. Er wurde während des Cariboo Gold Rush von Dampfschiffen befahren.
Quesnel ist zentraler Versorgungsort in diesem Landstrich und größer als Williams Lake. Die Einwohnerzahl dürfte bei ca. 15.000 liegen. Von Quesnel sind es nochmals über 80 km bis nach Barkerville, das damalige Ziel der unzähligen Goldsucher, das heute Historic Town ist. Die Straße führt durch sterbenden Wald. Ganze Bereiche sind braun, d.h. eine bestimmte Art von Nadelbäumen sind alle abgestorben. Laub- und andere Nadelbäume sind grün.
Barkerville hatte seine Blütezeit zwischen 1862 und 1870 als mehr als 100.000 Menschen über die Cariboo Wagen Road reisten. In 1862 fand Billy Barker im Williams Creek Gold und löste damit den Cariboo Gold Rush aus.
Barkerville
Damals lebten in Barkerville ungefähr 5.000 Menschen und es war der größte Ort westl. von Chicago und nördl. von San Francisco. In Quesnel lebten dagegen nur 300 Menschen – heute sollen es ca. 4.000 sein. Es war damals nur Station auf dem Weg zum Ziel. Man wechselte dort vom Schiff auf die Kutsche.
Barkerville

Die Zahlen nannte man uns bei unserem Besuch der Historic Town, die die Provinz BC übernommen hat. Viele Gebäude sind authentisch rekonstruiert und ausgestattet worden. Der Ort ist von historisch gekleideten Leuten "bewohnt", d.h. sie veranschaulichen das Leben in der damaligen Zeit.
Für uns war es bislang die sehenswerteste "Ghost Town" überhaupt.
Von Barkerville muss man zurück nach Quesnel, um von dort nach Prinz George zu kommen. Auf der Strecke nach Quesnel begegnete uns wieder ein Schwarzbär mit wunderbar seidig glänzendem Fell. Ein Prachtkerl.
Der Cariboo Hwy verläuft bis Prince George durch eher gleichförmiges und flaches Land. Es ist eine offene Landschaft mit gelegentlichen Ausblicken auf die bewaldeten Hügel rundum. Nur einmal nach Osten eine etwas höhere Bergkette. In den Wald sind viele Wiesen und auch Ackerland eingestreut, insbesondere rund um Hixon.
Auch den Fraser River sehen wir auf einem kurzen Stück. Dann Gleichförmigkeit bis Prince George. Die Bebauung nimmt zu, je näher wir nach Prince George kommen. Prince George hat über 70.000 Einwohner.
Bei der Einfahrt von Süden sieht man ausgedehnte Gleisanlagen und etliche Sägemühlen und Papierfabriken, zu erkennen an den weißen Rauchfahnen. Im Ort überquert man den Fraser River.
1) Entnommen aus dem Know-How-Reiseführer "Canadas großer Westen mit Alaska" von Heike und Bernd Wagner, Hans R. Grundmann, 8. Auflage 4/2003
Prince George, BC, 07.06.2005
|