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Hallo liebe Freunde und Bekannte,
die Hälfte einer ersten Amerikatour liegt nun schon hinter uns. Auch Florida haben wir den Rücken gekehrt. Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen.
Sind unsere Erwartungen erfüllt worden? Haben wir uns übernommen? Wollen wir unsere Reisen fortsetzen?
Fragen, die wir uns öfters stellen und auf die wir auch schon Antworten haben.
Wir haben bereits berichtet, dass vieles anders ist, als wir es uns im "Alten Europa" vorstellen. Nicht alles besser, aber auch nicht alles schlechter. Die uns am direktesten betreffende Situation ist unsere Fahrt mit unserem Womo, das ja zu unserem "Haus" geworden ist. Tagtäglich, Stunde um Stunde fahren und leben wir darin. Tag und Nacht, bei Hitze und Kälte, bei Sonne und Regen. Haben wir das erwartet und können wir damit umgehen? Wir sagen, dass es uns leichter fällt, als wir es evtl. angedacht haben, denn man muss mit den Erfahrungen brechen, die wir auf unseren Reisen nach Marokko und in die Türkei gesammelt haben. Es sind neue Erfahrungen, die uns aber nicht schrecken. Vielmehr, auch das haben wir schon irgendwann zum Ausdruck gebracht, lebt es sich in unserer persönlichen Situation, damit meinen wir unsere soziale und finanzielle Stellung, hier leichter als im doch so kleinen Europa. Wenn wir Entfernungen messen, müssen wir immer schon die Strecken vom Nordkap nach Sizilien oder von Paris nach Moskau als Vergleich heranziehen.

A-Hörnchen
Von der Landschaft hatten wir schon gewisse Erwartungen, die sich aber als Reisekatalog Klischees herausgestellt haben.
Wer hat schon von den herbstlichen Wäldern Kentuckys oder Tennessees oder von Fort Myers, dem Lake Okeechobee, der Apalachicola Bay oder St. George Island gehört.
Wir hatten vor Jahren von lieben Freunden einen Anruf, dass sie "On Tour" und gerade im Paradies angekommen seien. Wir sollten doch kommen. Und heute stellen wir immer wieder fest, es gibt nicht nur ein Paradies auf unserer Erde. Es gibt viele, viele Paradiese und die sind immer dort, wo es einem gefällt und man sich wohl fühlt. Deshalb sind alle Erwartungshaltungen falsch und im Grunde überflüssig.
Mit Sicherheit haben wir uns Florida so nicht vorgestellt. Trotzdem fuhren wir bald zwei Monate kreuz und quer. An manchen Tagen nur wenige Meilen bis in den nächsten State Park. Wir kennen inzwischen div. Sorten Schmetterlinge, Herons, Bald Eagles, Osprys, Manatees, Spuren im Sand, Gräser und Bäume. Wir wissen wo man besonders gut "sport fishing, picnicking und boating" machen kann. Wo ausgedehnte Wanderwege zu finden sind oder Rehe, der Luchs bzw. der ganz selten gewordene "Florida Panter" gesehen werden kann. Vieles haben wir gesehen, manches nicht. Mit Sicherheit nicht das, was man zu Hause bucht, um über Weihnachten in Miami Beach auszuspannen.
Wir haben in Florida, bis auf zwei oder drei Übernachtungen auf privaten Campgrounds, immer in State Parks übernachtet. State Parks sind "Naturrefugien", die unsere Erde vor uns Menschen schützen. Aber halt auf amerikanische Art. Da gibt es Erschließungsstraßen, Parkplätze aber auch sog. "Primitiv Camping", will sagen, ohne Strom und Wasser und nur zu Fuß und mit Zelt zu erreichen. Aber auch dort fehlt keinesfalls der Grillrost. Dafür liegt in der Rangerstation ein Faltblatt, das Hinweise für "Campfire" gibt, und die Nutzung des Zeltplatzes erkennt man nicht an hinterlassenem Zivilationsmüll, da Amerikaner zu 99 Prozent ihren Müll ordentlich entsorgen.
Pelekan
Wir fassen zusammen: Wir haben unsere Erwartungen auf die Tatsachen relativiert und haben uns mit unserem Entschluss, in USA zu reisen, bislang nicht übernommen und werden, soweit uns nicht äußere Einflüsse hindern, bestimmt noch lange Zeit damit zubringen, denn es gibt unermesslich viel zu sehen.
Bis zum nächsten Bericht grüßen
Bruni + Norbert "On Tour in USA"
Meahert SP, n.b. Mobile, Alabama 01 – 04 – 2004
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