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06. Bericht Canada – British Columbia Auf Vancouver Island vom 25.05. – 01.06.05
Man kann eine Reise in Canada an verschiedenen Stellen beginnen. Die beste Stelle soll Vancouver sein und am allerschönsten soll es in Victoria auf Vancouver Island sein. Also beginnen wir Canada in Victoria.
CDN Flagge
Verschiedene Fähren gehen von WA und vom Festland BC hinüber zur Insel. Wir wählen die Strecke von Anacortes durch die San Juan Islands nach Sidney, weil sie im Reiseführer als "unschlagbar" beschrieben ist. Das sich dies auch auf den Preis bezieht, wird allerdings nicht erwähnt. Das merken wir erst bei der Rückfahrt zum Festland.
Einige Minuten vor sechs Uhr am Morgen stehen wir im Fährhafen. Die Fähre geht erst um 7:45 am. Es ist noch keine Saison, auf dem Schiff deshalb noch massenhaft Platz. Unsere Eile wäre nicht notwendig gewesen. Es geht an vielen bewaldeten und bewohnten Inseln vorbei. Die Fähre legt noch in zwei Häfen in USA an. Wir sehen den Mt. Baker und weitere schneebedeckte Berge im Norden und die gesamte Kette der schneebedeckten Olympic Mts. Die Fahrt durch die San Juan Inseln ist abwechslungsreich, aber nicht herausragend. Für "unschlagbar" hätte mehr kommen müssen!
In Sidney, an der canadischen Grenze, überhaupt keine Probleme. Den Grenzbeamten interessiert im wesentlichen, wieso wir Eigentümer des Womo sind. Man fragt nicht nach Lebensmittel. Man kommt auch nicht ins Womo. Wir erhalten Aufenthaltsgenehmigung für sechs Monate. Nach der Grenze sortieren wir uns und fahren dann mit Hilfe des Stadtplanes zur Marina in Victoria. Ein etwas teurer und lauter RV Park, da unmittelbar vor dem Campground ständig Wasserflugzeuge starten und landen.
Mit der Expressfähre kommt man nach Inner Harbor hinüber. Die Fähre hält unmittelbar vor dem Hotel Empress. Wir laufen durch die Stadt. Bei einer deutschen Bäckerei kaufen wir ein Brot, das uns am Abend bestens schmeckt. In Victoria ein buntes Treiben. Dort, wo wir waren, aber keine herausragenden Sachen. Auf dem Wasser ist ständig etwas los. Putzig die Hafenfähren. Auffallend die häufigen Starts und Landungen der Wasserflugzeuge, die einen Höllenlärm machen. Vom Wetter her der schönste Tag unserer Reise. Traumhaft !!!
Hafenfähre in Victoria
Am nächsten Morgen erneut strahlend blauer Himmel. Wir fahren nach Downtown Victoria und machen dort die Rundfahrt auf dem Scenic Drive. Es geht entlang der Küste, durch einen Golfplatz und dann durch ein teures Wohngebiet. Dort schneidet niemand die Hecken selbst! Wir sehen über die Juan de Fuca Strait hinweg nach USA zum Olympic NP.
Nun geht es hinüber nach Port Renfrew zum Regenwald. Wir kommen aber nicht hin, weil unterwegs ein Campground direkt am Wasser ist, übrigens an der einzigen Stelle auf der gesamten Strecke, an der man direkt zum Strand kommt. Sonst nur eine Fahrt durch eintönigen Wald. Wir bleiben und stehen direkt am Wasser, d.h. an der Juan de Fuca Strait. Es ist wieder Ebbe. Erst am Nachmittag geht das Wasser bis kurz vor die Stellplätze.
San Juan de Fuca Strait
Am nächsten Morgen ein Tripp nach Port Renfrew. Auf unserem Platz haben wir einen Stuhl aufgestellt und ein Schild "Occupied" befestigt. Das ist bitter notwendig, denn schon Stunden später unerfreuliche Drängeleien um die Stellplätze, da Wochenende ist.
In Port Renfrew ist nach dem Reiseführer schon Regenwald. Der Autor muss sich bei dieser Beschreibung sehr geirrt haben. Wir fahren durch Wald, aber nicht durch Regenwald!!!
Dieser gesamte Ausflug auf der BC # 14 nach Port Renfrew ist nicht zu empfehlen, wenn man keine Zeit hat. Dann ist die Zeit tatsächlich verschenkt. Sieht man von Jordan River mit seiner Rec. Area und dem Campground ab, ist es eine Fahrt auf schmaler, kurvenreicher und am Ende auf schlechter Straße.
Wir würden diese Tour als vertane Fahrt abtun, gäbe es nicht ein großes wenn – ja wenn wir nicht 3 ½ Schwarzbären gesehen hätten.
In einer S-Kurve trottet ein Bär mitten auf der Straße dahin. Wir fahren langsam hinter ihm her, bis er auf eine Betonleitplanke springt. Dann fahren wir vorbei.
Der erste Bär
Wir sind den zweiten Tag in CDN und haben schon einen Bären gesehen! In USA waren wir wochenlang in Bärengebieten und haben immer nur Warnhinweise lesen können.
Wir fahren weiter und nach einigen Kilometern der zweite Bär am Waldrand. Er ist scheuer als der Erste und verschwindet sofort im Wald.
Jetzt fehlt uns noch der dritte Bär scherze ich. Bruni meint, ich soll nicht übertreiben.
Zwischen Port Renfrew und der Botanical Beach, kurz vorm Parkplatz, dann am Waldrand eine Bärin mit ihrem Jungen. Als wir uns mit dem Womo nähern, taucht die Bärin sofort im Wald unter. Das Jungtier richtet sich nochmals kurz auf und folgt dann der Mutter.
Von unserem Ausflug nach Port Renfrew müssen wir zurück nach Victoria.
Das nächste Ziel auf Vancouver Island ist der Pacific Rim NP an der Westküste der Insel. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher in den Englishman PP. Dort gibt es im gleichnamigen River zwei kleinere Wasserfälle. Der Upper Fall ist recht interessant, da er in eine enge Schlucht fällt. Der Lower Fall kommt schön aus einem engen Durchgang. Das Wasser ist glasklar und grünlich schimmernd. Auf einem kurzen Trail kommt man zu beiden Fällen und überquert den River auf Brücken.
Küste bei Nanaimo
Die Straße zum Pacific Rim NP ist eine Sache für sich. Es gibt gute und schlechte Abschnitte. Die schlechten sind mehr als miserabel. Der Asphalt sackt an den Rändern ab und reißt tiefe Rillen quer durch die Fahrbahnen. Viele Stellen sind sehr schlecht geflickt. Dadurch eine überaus unebene Fahrbahn. Wir schaukeln deshalb wie ein Schiff im leichten Wellengang.
An der Jct. nach Ucluelet / Tofino ein Visitor Center. Wir holen uns Rat und Prospekte. Wir wissen nicht was wir machen sollen, bzw. ob wir nach Tofino oder Ucluelet fahren sollen. Schließlich entscheiden wir uns für Tofino, fahren 33 km bis dorthin, drehen eine Runde und fahren zurück in den NP Campground zu $ 20. In T. wollte man für eine winzige Campsite mit Full-Hook-Up $ 42!
Ohne tiefer zu grübeln stelle ich für meinen Teil an dieser Stelle fest, dass das ganze Getue und die Begeisterung über Vancouver Island und Victoria reine Schau und aufgeblasen ist. Heute sind wir von Parksville bis Tofino nur im Wald gefahren. Wo ist da die Großartigkeit der Prospekte und was soll die Aussage des Autors des Know-how-Reiseführers, dass der Verlauf der Straße nach Tofino "von keiner anderen Straße auf Vancouver Island übertroffen wird". Ich halte den Ausflug nach Vancouver Island, nach den gemachten Erfahrungen, für absolut überflüssig und deshalb für unnötig ausgegebenes Geld. Das Geld für die Fähren (ca. 220 Euro) kann man sich gut sparen.
Zu allem Überfluss muss man die gleiche Strecke zurück. Es gibt nur diese eine Straße. Bruni sieht hier ihren vierten Bären.
Bisher kommt mir CDN mehr als unerfreulich daher. Aber man muss sehen, wie es auf dem Festland sein wird.
Am nächsten Morgen geht es mit der Fähre zurück zum Festland.
Clinton, BC, am Cariboo Hwy # 97, 04.06.2005
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