|
05. Bericht In Washington [State] vom 13.05. – 25.05.05
Wir sind im nordwestlichsten Staat der USA angekommen, der sich "The Evergreen State" nennt. Einige Bereiche auf der Olympic-Halbinsel gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Nach unseren Erlebnissen ist dies stark untertrieben. Es regnete hier überall !!!
Der erste Tag in WA bringt nicht viel. Wir fahren entlang der Küste, es ist aber Ebbe. Wir übernachten in Westport am Hafen. Gleich neben uns wird ein Fischkutter entladen. Im Wasser zwei Seehunde mit dem aus Zoos bekannten Geräuschen. Am nächsten Tag gibt es nichts weiter zu sehen als große und kleine Nadelbäume. Einmal jedoch, auf einer kleinen Lichtung, ein Pulk von ca. 15 Moos und zwar Kühe. Wir fahren daran vorbei, drehen aber, um uns die Tiere anzusehen. Sie betrachten uns auch ganz neugierig. Auffallenden die dunkelbraunen Hälse und die helle Stelle am Schwanz.
Treibholz
Es regnet und regnet. Die Wolken hängen tief und von den Bergen im Olympic NP ist nichts zu sehen. Alle Vorhaben werden gestrichen. Etwas besser ist es an der Küste.
Am Ufer des Quillayute River machen wir sechs Bald Eagle (Wappentier der USA) mit sechs Jungvögeln aus. Diesmal sind wir unserer Sache ganz sicher, da wir nicht nur den weißen Kopf mit gelbem Schnabel sehen sondern auch die weißen Schwanzfedern.
Bald Eagle
Da sich das Wetter überhaupt nicht bessert, schieben wir den Wechsel nach Canada hinaus. Hier auf der Olympic Halbinsel sind die nach den Bildern wundervollen Berge wolkenumhüllt. Wir hoffen immer noch auf Lichtblicke – sprich Sonne.
In Olympia endet die US # 101 an der I # 5. Bis auf wenige Meilen südl. von San Diego dürften wir damit diesen Hwy. in seiner gesamten Länge abgefahren sein, d.h. ca. 1.950 km. Ein Hwy. mit den unterschiedlichsten Landschaften.
Wir fahren an Seattle vorbei, es regnet in Strömen. Die Stadtbesichtigung verschieben wir.
Wir drehen von der Küste ab und fahren ins Kaskadengebirge. Leavenworth, das sich als bayerisches Dorf ausgibt, liegt am Weg. Es sind weiß-blaue Fahnen und die Rautenfahne mit dem bay. Wappen aufgehängt. Viele Motels, Hotels und Inns haben imitierte bay. Baustile mit Bildern, sogar Safeway macht da mit. Wir lesen Namen wie: Ritterhof, Enzian, Linderhof, Gutav's, Bavarien Ritz Hotel. Ab Leavenworth dann ein breites Tal, durch das der Wantchee River fließt. In diesem Landstrich überall Obstplantagen, davon sehr viele Kirchplantagen. Wir sind in einer ganz anderen Landschaft, die sich deutlich von den westlich des Stevenspass gelegenen Landstrichen unterscheidet. Dort ausgedehnte Wälder – hier ganz anders geformte Berge, kaum Bäume und kaum etwas Grün. Dafür aber die Obstplantagen.
Die Berge sind jetzt, im Mai, schon grau – kein grünes Fleckchen. Nirgendwo ist Wasser zu sehen.
Nun ein wunderschöner Morgen mit herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel. Es ist eine Freude, bei diesem Wetter entlang des Banks Lake nach Grand Coulee zu fahren. Der blaue See und die dunklen Felswände geben einen guten Kontrast. Der Grand Coulee Dam, der mit zu den ganz großen seiner Art zählt, ist die nächste Etappe. Er staut den Columbia River auf. Seine Leistung soll unübertroffen sein?
Grand Coulee Dam
Es geht wieder ins Gebirge und auf den Berghängen immer mehr Bäume, bis wir wieder durch richtigen Nadelwald fahren. Wir sind in einer Indianer Reservation. Uns ist aufgefallen, dass es in der Reservation zahlreiche Schrottplätze gibt. Bei vielen Häusern stehen außerdem viele verrostete und schrottreife Autos. Warum?
Winthrop, im Kaskadengebirge, präsentiert sich im Western-Town-Look, obwohl es selbst niemals eine solche Vergangenheit hatte. Der Rummel ist groß.
Der Mt. Baker [10.785 Ft.] ist der nördlichste der Cascades Vulkane. Wir fahren dicht daran vorbei. Er verbirgt sich aber hinter Wolken.
Wir haben wieder eine Wetterscheide erreicht. Im Osten durchwachsenes Wetter mit Sonne, im Weststau der Berge Regenwolken.
Ich wollte nach Seattle, nur mal so zum Schauen. Das war meine irrsinnigste Entscheidung seit langer Zeit. Wir sind 150 mi hin und zurück nach Seattle gerast, wobei die Hinfahrt auf der I # 5 noch ging. Sind dann auf 25 mi durch Business gefahren. Haben in Seattle eine Runde durch den Hafen gedreht, den Rückweg nur nach einer Stadtrundfahrt mit Hilfe des Stadtplanes gefunden und sind dann teilweise mit bis zu 70 MPH auf der I # 5 zurückgedonnert.
Downtown Seattle
Wir sind bei Anacortes. Das Wetter wird immer besser. Am Abend sehen wir den Mt. Baker, schneebedeckt, aus den Wolken auftauchen. Also doch noch ein wenig Glück.
Es ist der 25.05.05, für lange Zeit unser letzter Tag in USA. Wir fahren mit der Fähre durch die San Juan Islands hinüber nach Canada, auf Vancouver Island.
Bei der Überfahrt strahlend blauer Himmel. Es gibt ihn doch noch!
San Juan Ferry
CDN, Vancouver Island, 27.05.2005
|