5. Bericht

5. Bericht

Vom Mono Lake nach Las Vegas 25.06. – 05.07.2004

Ab Lee Vining geht es auf der doppelspurigen US # 395 S, CA rasch südwärts voran. Rechts begleiten uns die mit Schneeresten bedeckten Berge der Sierra Nevada. Wir sehen hinauf zum Sattel des Tioga Passes.
Nach dem Reiseführer geht es kurz nach June Lake Jct. auf der Obsidian Dome Rd. (Gravel Rd.) zu einem größeren Gesteinsberg aus Obsidian.

Dort angekommen, ragt ein recht großer Obsidianfelsen auf, an dessen Hang Obsidianbrocken in jeder Größe liegen. Trotz allem überzeugt diese Sehenswürdigkeit nicht so recht.

Ganz in der Nähe der Hartley Springs Campground des US Forst Service im Inyo National Forest. In einem weitläufigen Pinienhochwald gibt es diverse kostenlose Campsites. Man findet sie leicht, wenn man Tischen Ausschau hält. Die Campsites liegen sehr weit auseinander, so dass man den Nachbarn kaum sieht. Außer einem Tisch, einer Feuerstelle und primitiven WC-Häuschen gibt es keinen Service.

Hier ist eine wunderbare Ruhe. Gelegentlich schreit ein Vogel und über dem Gelände liegt der warme Duft des Pinienwaldes, jedenfalls bis zum Gewitter am Nachmittag.

Wir befinden wir uns auf dem Campground auf EL. 8.400 Ft. Am Abend, in Lone Pine, sind wir nur noch auf EL. 3.700 Ft., d.h., wir fahren im Prinzip in versch. Stufen aus dem Hochgebirge hinunter in die Ebene.

Dabei geht es immer an der Sierra Nevada entlang, die sich rechts von uns mit gewaltigen Felsgipfeln erhebt und im Verlauf bis Lone Pine eine leichte Linkskurve beschreibt. Auf der anderen Seite ebenfalls eine beachtliche Bergkette. Dazwischen das breite Tal mit der US # 395.

In Mammoth Lakes, in erster Linie einem Skigebiet, gibt es über dem Ort verschiedene Seen und einen Wasserfall bei den Twin Lakes. So fahren wir wieder in die Berge, denn Mammoth Lakes liegt auf EL. 7.860 Ft. Fährt man weiter hinauf, kommt man bald an die Twin Lakes und blickt direkt auf den Wasserfall. Einen wunderschönen Blick hat man auf die tief unten liegenden Seen, wenn man weiter zum Horseshoe Lake fährt, der auf EL. 8.950 Ft. liegt.

                                                        Mammoth Lakes – Twin Lakes 01 Mammoth Lakes – Twin Lakes

Dieser See liegt malerisch am Ende einer Stichstraße vor einer hohen Bergkette, die sich im glasklaren Wasser spiegelt.
Am Horseshoe Lake eine weitere Besonderheit, denn am nordöstlichen Ufer sind große Flächen des Waldes abgestorben. Es stehen nur noch Baumskelette. Grund hierfür sind vulkanische Aktivitäten, die CO 2 Emissionen durch den porösen Boden aufsteigen lassen.
Am Horseshoe Lake haben wir wieder einmal Glück, als neben dem Parkplatz ein grauer Wolf vorbeiläuft. Wir haben genügend Zeit, um ihn zu betrachten.

Es geht weiter durch das von den kahlen Bergen eingerahmte breite Tal. Nach einigen Meilen ein Hinweisschild zu einem Campground am Convict Lake. Wir fahren zwei Meilen und kommen an einen Bergsee vor hoch aufragenden Gipfeln. Auf dem See jede Menge Angler in witzigen Einsitzer-Schlauchboten, wobei die Füße im Wasser hängen.

Der Berg, der über dem See aufragt, ist der älteste Berg der Sierra Nevada. Er ist 400 Millionen Jahre alt.

Dort wo der Inyo National Forest zu Ende ist, geht es steil abwärts. Vor uns eine Ebene mit vertrockneter, brauner Halbwüste, in der nur einige grüne Inseln auszumachen sind. Entweder ist es Weideland oder sonst durch Landwirtschaft genutzte Flächen.

Der heutige Campground liegt einige Meilen südlich von Lone Pine. Alle Schattenplätze neben mittelhohen Bäumen belegt. Wir kommen auf einer staubigen Gravelfläche unter. Es bläst ein heißer Wind durchs Tal. Man kann neben den nassen Handtüchern stehen bleiben und warten bis sie trocken sind. Ähnlich einem Trockenschrank! Es sind auch über 37°C im Schatten. Im Womo läuft die Klimaanlage, seit wir am Strom sind. Aber das ist erst der Anfang.

Wir fahren nun ins, besser gesagt, durchs Death Valley. Wir starten ohne Frühstück um 6:00 am Morgen, als gerade die Sonne über den östl. Bergen, den Inyo Mts., emporsteigt. Wir nutzen die frühe Stunde, da jetzt noch eine einigermaßen angenehme Temperatur herrscht.
Wir fahren durch Halbwüste, d.h. überall stehen die kleinen, runden Büsche, die ca. 50 cm hoch sind, auf steinigem Boden.
Panamint Springs, der Ort, in dem wir bei der ersten Tour so teuer getankt haben, besteht aus der Tankstelle, einem RV Park und einem Motel. An der Tankstelle kostet der Gallone Gas nun sogar $ 3,09 !!

Wir durchqueren das Panamint Valley und haben damit den ersten Höhenzug auf dem Weg ins Death Valley überwunden. Auf der # 190 fahren wir nun hinauf in die Panamint Range zum Towne Pass auf EL. 4.956 Ft. Hier frühstücken wir.
Vom Pass geht es hinunter ins eigentliche Death Valley. Keine Wolke am Himmel, kein Regen, kein Schnee wie bei der ersten Tour. Dafür schön warm und azurblauer Himmel.
Bevor wir nach Stovepipe kommen biegen wir auf den Gravelweg zum Mosaic Canyon ein und fahren bis zum Parkplatz. Wir laufen in den Canyon, eine kurze, enge Schlucht, in der gelblich-weiß gemaserter Marmor freigelegt und von der Natur abgeschliffen wurde.
    
02 Death Valley – Mosaic Canyon
                                     Death Valley – Mosaic Canyon

Auf dem Parkplatz um 10:00 Uhr am Vormittag 36,4°C im Schatten; in der Sonne 51,7°C und im Womo 38,5°C. Es wird aber noch wärmer. In Stovepipe [El. 5 Ft.] sind alle Campsites leer. Wir fahren entlang der Dünen und durch Devils Cornfield und dann auf der Talsohle, die 200 Ft. unter Sea Level liegt, nach Funance Creek. Die Temperatur beträgt hier bei Fahrt 41,8°C. Wir haben hier um 11:00 Uhr am Vormittag 44,7°C im Schatten.

Die großen Wintercampgrounds sind geschlossen. Wir machen erst gar nicht den Versuch, auf dem einzigen offenen Campground eine Campsite mit Strom zu bekommen. Wir fahren weiter nach Las Vegas. Bei Zabriskie Point steige nur ich aus, um einige Bilder zu machen. Deutsche Touristen werden gerade in einem Bus angebracht!

03 Death Valley – Zabriskies Point

Death Valley – Zabriskies Point

Wir verlassen das Death Valley nach Osten. Nächste größere Stadt ist Pahrump, das weit verstreut in einem Hochtal liegt. Wir haben frühen Nachmittag, es ist heiß und wir haben eigentlich genug. Wir beschließen in Pahrump zu bleiben. Nach einer kleinen Suchfahrt landen wir auf einem der zehn schönsten Campgrounds der USA. Es ist Terrible's Lakesite Casino RV. Wir bezahlen für die Campsite den Superpreis von $ 9,81 !!! Eine Tolle Anlage mit Rasen, Palmen, Nadel- und Laubbäumen und einem künstlichen See. Es ist sagenhaft schön, sauber und ruhig. Wir legen einen Ruhetag ein. Der nächste Ort ist nun Las Vegas. Von der Strecke nach Las Vegas ist nichts zu berichten.
Auch hier finden wir mit dem Oasis Las Vegas RV Park einen sehr schönen Campground mit viel Rasen und Bäumen.
Hier in Las Vegas lassen wir unserem Womo eine Pflege angedeihen. Wir lassen neue Reifen und auf der Hinterradachse neue Bremsbeläge montieren. Da am 4. Juli Unabhängigkeitstag ist und dieser Feiertag auf einen Sonntag fällt, ist auch der Montag arbeitsfrei. Ganz Amerika ist deshalb an diesem Wochenende auf den Beinen. Alle Campgrounds vorbestellt und keine Chance für uns irgendwo unterzukommen. Wir müssen, wenn wir nicht in der Hitze verschmoren wollen, auch auf einen Campground mit Strom, damit wir die Klimaanlage anmachen können. Die Temperaturen sind auch weiter gestiegen. An einem Tag haben wir um 5:00 Uhr am Nachmittag 45,1°C im Schatten. Wir bleiben deshalb mehrere Tage in Las Vegas.

Wir machen einen Abstecher zum Hoover Dam. Ein Stück vor dem Dam eine Polizeikontrolle. Wir müssen halten und aussteigen und die hinteren Stauklappen öffnen. Außerdem inspiziert ein Polizist das Innere des Womo.
Mit einem solchen Trubel hatten wir wirklich nicht gerechnet. Die Straße führt über den Damm und die Autos stauen sich. Hier gibt es ein Parkhaus und ein riesiges Besucherzentrum, bei dem man Touren buchen kann. Mitten durch den Stausee und durch den Abfluss, den Colorado River, geht die Grenze von Nevada / Arizona sowie die Zeitgrenze Pacific/Mountain Time. Wir parken in Arizona. Es ist 2:00 Uhr Nachmittag. Es ist fürchterlich heiß. Bruni bleibt deshalb im Womo und wir betreiben die Klimaanlage mit dem Generator. Ich gehe alleine los.
 
04 Hoover Dam – Lake Mead
                                    Hoover Dam – Lake Mead

Der Staudamm ist ein gigantisches Werk. Er wurde 1931 – 36 errichtet. Die Staumauer ist 221 m hoch und so hoch, dass man sie nicht aufs Bild bekommt. Rundum Strommasten und Leitungen. Das Wasser grünblau aber niedrig. Es fehlen etliche Meter. Man kann dies an der unterschiedlichen Färbung der Böschung erkennen. Rundum eine schroffe Bergwelt aus dunkelbraunem Lavagestein.

      05 Hoover Dam - Staumauer                                            Hoover Dam - Staumauer

Wir fahren zurück am Lake Mead entlang. Der Stausee ist mit einer Wasserfläche von 694 Quadratkilometern einer der größten Stauseen der Erde.

 

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