4. Bericht

04. Bericht In Oregon vom 02.05. – 13.05.05

An der US # 101 blüht in Oregon überall der gelbe Ginster zwischen dem frischen Grün der Laubbäume und den frischen Trieben der Tannen. Im Wald und auf den Böschungen entlang des Highway blüht wilder Rhododendron. In vielen Gärten herrliche, dunkelrosa blühende Bäume ( ! ) und Büsche in div. leuchtenden Farben, dabei ein kräftiges dunkelrot.050401 Küste Oregons

Wir stellen fest, dass sich die Landschaft in Oregon geändert hat. Es geht lange Strecken direkt am Meer entlang, aber lange Abschnitte führen nur durch Tannenwald ohne Aussicht auf die Küste.
Die Küste ist insgesamt flacher. Breite Strände mit grau-schwarzem Sand. Unzählige große und kleine Felsen vor der Küste und viele große, schwarze Vulkansteine auf dem Strand. Da Ebbe ist, ragen die Felsen aus dem Wasser.

Küste Oregons


Die Berge – teilweise nur Hügel - steigen sanft vom Meer an und sind recht weit im Land. Also keine schroffe Felsküste wie im südl. Californien. Die Berge nicht sehr hoch, mit Almen und viel Wald. Die Straße geht, bis auf wenige Ausnahmen, meist in Meereshöhe durchs Land. Es ist eine vulkanische Gegend.

Die großen Orte, durch die wir fahren – Gold Beach, Port Orford und Bandon – haben keine Sehenswürdigkeiten und haben eigentlich nur für die hier lebenden Menschen eine Bedeutung. Wie es zur Hochsaison ist, kann man jetzt nicht abschätzen.

In Oregon ist Regenzeit !!!

Im TV sehen wir, dass sich über dem gesamten Nordwesten der USA ein unermesslich großes Regentief ausbreitet. Wir sind mitten drin und haben nach den Wetterprognosen wenig Aussicht auf Besserung.

So viele Stateparks wie hier an der Küste Oregons haben wir in USA noch nicht erlebt. Wir haben keine Unterkunftsprobleme, sondern die freie Auswahl. Meist sind wir alleine auf den Campgrounds.

An der Küste jetzt auf vielen Meilen goldgelbe Dünen und Strände. Rechts und links der US # 101 größere und kleine Seen.

Wir möchten uns die Silver Falls im Silver Falls SP ansehen. Die liegen aber gut 100 Meilen nach Osten bei Salem, der Landeshauptstadt Oregons. Weil es regnet, übernachten wir unterwegs auf einem Campground. Aus der einen Übernachtung werden insgesamt fünf. Es regnet, manchmal in Strömen. An einem Tag fahren wir zum Einkauf und machen einen Termin für einige kleine Reparaturen am Womo aus.

Im Silver Falls SP angekommen, beginnt es zu regnen. Wir werden sehen, was wir machen können, denn hier gibt es 10 Wasserfälle zu sehen, die an einer Loop von mehr als 8 Meilen liegen.
Wir haben uns neun Fälle angesehen. Zum 10. Fall war der Weg gesperrt.
  050402 North Fall   

Der interessanteste Fall ist sicherlich der North Fall, der aus einem kleinen Maul über einer Höhle hinunterfällt. Ein Weg führt hinter dem Fall durch die Höhle. Das Gestein ist Lava. Im Gestein mehrere Löcher an der Decke. Auf einer Tafel wird dazu erläutert, dass vor Urzeiten Lava die Bäume umschlossen hat, die dann vermodert sind und so die Löcher übrig blieben. In der Cave ein ohrenbetäubender Lärm von den herabstürzenden Wassern.

 

 


       Der North Fall – aus der Höhle heraus aufgenommen

Wir fahren zurück zur Ocean Coast, weil wir sonst eines der schönsten Stücke an der Oregonküste auslassen würden.

Auf der Capes Loop ist das Cape Kiwanda nördl. von Pacific City das erste Cape. Unverfehlbar an der Straße ein großer Parkplatz mit Zugang zum breiten Strand, da Ebbe ist. Vor dem Strand, ein Stück im Meer, ein sog. Haystack Rock [Heustapelfels]. Gleich daneben die gelbe Sandstein-Felsnase des Capes.   
050403 Haystack Rock
Haystack Rock

Der nächste Punkt auf der Loop ist Sand Lake.
Man muss ein Stück von der Straße seewärts fahren und kommt zu einer Rec. Area mit Campground. Wir fahren zur Day Use Area und stehen am Rande des Sand Lake, einem Salzwassersee, der jetzt bei Ebbe ausgetrocknet ist. Nur ein kleiner Fluss, direkt unter uns, hat genügend Wasser. Ansonsten eine riesige gelb-graue Sandfläche.

Die Loop ab Pacific City führt entlang der Küste durch Wälder mit Dünen und auf Steilhänge hinauf, von denen man herrliche Aussichten über die Küstenlinie hat. Dann wieder hinunter in Regenwälder. Eine tolle Strecke und ganz verschieden von der Küste Californiens.

Dann kommt das wunderbare Cape Meares. Mit Blick zu etlichen Felsen vor der Küste und zu einer Steilküste, in der heimische Seevögel brüten. Vom Leuchtturm geht der Blick weit hinaus aufs Meer. Eine dreiviertel Stunde zuvor sollen Grauwale vorbeigezogen sein, die von Januar bis März bei Mexico ihren Nachwuchs bekommen und dann bis Mai nach Norden ziehen, um den Sommer über im Beringmeer und bis zur Packeisgrenze zu bleiben. Eine kleine Population soll aber auch an den Küsten Oregons bleiben.

Im Wald oberhalb des Parkplatzes der Octopus Tree, eine Fichte mit einem Mittelstamm und sechs Armen.

Wir fahren auch noch in den Ort Cape Meares. Dort am Ende einer Sackgasse ein wildromantischer Strand voller Treibholz.

         050404 Treibholzstrand in Cape Meares

                    Treibholzstrand in Cape Meares

Nach Cape Meares kommt man hinunter an die Tillamook Bay. Eine wunderschöne Landschaft liegt vor uns. Eine riesige Bay. Gegenüber und am Ende Berge, nicht sehr hoch, jedoch herrlich grün. Die Sonne das Wasser und die grünen Berge bilden eine liebreizende Landschaft.

Am Ende der Bay Tillamook, eine Käsestadt. Hier wird Käse hergestellt. Rundum die Farmen mit den Milchkühen (es stinkt wieder einmal zum Himmel!).

Wir erreichen heute den Columbia River, die Grenze zwischen Oregon und Washington.

Auf langen Strecken sind wir weit weg vom Meer, von dem wir sowieso nicht viel haben, da Ebbe ist und ganze Landstriche trocken gefallen sind. Nur in den Mündungsgebieten größerer Flüsse sind diese noch mit Wasser gefüllt. Ansonsten sehr viele Priele und Schlickflächen.

Auf einer kolossalen Brücke, die 6,5 km lang ist, überqueren wir von Astoria aus den Columbia River und sind in Washington.

    
050405 Brücke in Astoria
Astoria – Brücke über den Columbia River

Port Townsend, WA, 16.05.2005

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