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4. Bericht
Im Yosemite NP 22.06. – 24.06.2004
Es beginnt ein weiterer wunderschöner Tag, nach einer kühlen Nacht. Über dem See leichter Dunst. Einige Anglerboote sind schon auf dem See. Rundum wohltuende Ruhe.Bruni ist etwas wehmütig, als wir losfahren und meint, dass wir einen so schönen Platz nicht so schnell wieder finden werden.
Wir fahren durch welliges Land. Alle Weiden braun, keine grünen Wiesen und nur lockerer Baumbestand. Die Berge werden höher, der Wald dichter. Wir müssen auf eine kleine Anhöhe. Dabei geht es kurvenreich und sehr steil bergan. Der Sattel liegt auf EL. 2.457 Ft. Am Ende des Tages sind wir dann auf EL. 4.880 Ft. am Eingang des Yosemite NP. Wir fahren also ständig bergan, wobei es durch ausgedehnte Pinienwälder geht.
Big Oak Flat ist die Einfahrt zum Yosemite NP von Westen. Von hier sind es auf der Tioga Rd. 8 mi. bis Crane Flat. Am Campground ein Schild "Camp full"! Wir fragen, wo wir unterkommen können. Man gibt uns einen Plan mit verschiedenen Campgrounds außerhalb des NP, die in der Richtung liegen, aus der wir kommen. Es geht also wieder zurück.
Am Parkeingang eine Campground Reservation Station. Wir fragen hier nochmals und man hat für uns für eine Nacht eine Campsite auf dem gleich hier gelegenen "Hodgdon Meadow" Campground. Morgen früh sollen wir nachfragen, ob an anderer Stelle im NP eine Campsite frei wird. Etwas später stehen wir bereits im Schatten unter hohen Pinien und Redwoodbäumen.
Wir müssen uns am nächsten Morgen eine neue Campsite besorgen. Deshalb fahren wir schon um 7:00 Uhr vor zum Parkeingang und warten, bis die Campground Reservation öffnet. In dieser Zeit frühstücken wir. Als um 8:00 Uhr das Büro öffnet, tragen wir uns als erste in eine Warteliste ein, nach der freiwerdende Campsites vergeben werden. Um 10:00 Uhr, so lange warten wir, erfahren wir dann, dass wir auf dem gleichen Campground eine Campsite reservieren können. Nach Erledigung der Formalitäten starten wir ins Yosemite Valley.
Der Besuch des Yosemite NP wird zu einem besonderen Höhepunkt und Erlebnis dieser zweiten USA Tour.
Es beginnt schon auf der Anfahrt hinunter ins Yosemite Valley. Bereits hier überwältigende Ausblicke. In der Ferne sehen wir schon den "Halfe Dome", aber auch die Felsen auf der gegenüberliegenden Talseite sind beeindruckend.
Im Valley kommen wir als erstes zum "Bridal Veil Fall", dem Brautschleier Fall. Durch den Wind verändert der Fall ständig seine Form und sieht deshalb wie ein Schleier aus. Daher auch sein Name.
Yosemite NP – Brautschleier Fall
Zurück im Womo fahren wir eine kurze Strecke und dann der überwältigende Anblick des "El Capitan". Man kann sich an den An- und Ausblicken berauschen. Gleich danach sieht man den "Upper Yosemite Fall". Alle Fälle führen jetzt im Juni noch reichlich Wasser. Im September sollen es nur noch Rinnsale sein oder es kommt gar kein Wasser mehr die Berge herunter.
Yosemite NP – El Capitan
Wir parken unser Womo und fahren ein Stück mit einem Pendelbus bis zu einem Weg zum Mirror Lake. Wir laufen 1 ½ Meilen zum See. Der Mirror Lake versandet und führt nur im Frühjahr reichlich Wasser. Im See spiegelt sich der "Halfe Dome", der hier direkt senkrecht bis auf 2.693 Meter aufsteigt. Es ist ein bezaubernder Anblick: der See, grüne Wiesen und die himmelwärts strebende graue, glatte Granitwand. Über allem der stahlblaue Himmel mit einigen Schönwetterwölkchen.
Es war heute wahnsinnig schön!!!
Yosemite NP – Halfe Dome
Yosemite National Park
Zentrum des NP ist das vom Merced River durchflossene Yosemite Valley, ein etwa 13 km langes und bis zu 3 km breites Hochtal, das auf etwa 1.300 m über N.N.liegt. Gewaltige Granitfelsen ragen nochmals bis zu 1.400 m auf. 900 m über das Tal erhebt sich der mächtige "El Capitan" (2.307m ü. N.N.) als westlicher Eckpfeiler im Tal. Das Tal wird im Osten vom imposanten Monolithen "Halfe Dome" (2.695 m ü.N.N.) abgeschlossen, der die Gestalt einer vertikal geteilten Kuppel hat. Ob die fehlende Hälfte jemals existiert hat, ist ungeklärt.
Vor etwa 300 Mio. Jahren drang Magma in die Erdkruste ein. Es bildeten sich die Granitmassive der heutigen Sierra Nevada, deren Heraushebung vor etwa 150 Mio. Jahren begann. Ein Vorläufer des heutigen Merced River grub entlang einer tektonisch vorgezeichneten Linie einen tiefen Canyon. Während der Eiszeit hebelten Gletscher dasTal U-förmig aus und die für das Tal so charakteristischen Felswände wurden modeliert. Nach der letzten Eiszeit bildete sich ein See, der allmählich verlandete und den ebenen Talboden schuf.
Fundstelle: Baedeker USA, 3. Auflage 1987, S. 542
Am nächsten Tag fahren wir in aller Frühe und ohne Frühstück hinüber zum Glacier Point. Auf dem Campground herrscht noch absolute Ruhe, ebenso auf den Straßen. Nach 29 mi. sind wir an der Abzweigung zum Glacier Point bei Chinquapin. Von hier sind es dann 16 mi. bis zum Parkplatz bei Glacier Point. Es geht dabei auf kurvenreicher Straße bergan und zu unserer Überraschung am Ende der Strecke ein ganzes Stück abwärts.
Glacier Point liegt auf EL. 7.214 Ft. = 2.199 m ü. N.N. und ist eine Klippe, die 975 m senkrecht abfällt. Wir blicken hinunter ins Yosemite Valley und auf eine grandiose Bergwelt. Unser Blick geht vom Yosemite Fall, dessen Wasser in drei Stufen 739 m in die Tiefe stürzen, entlang der Berge zum im Tal liegende Mirror Lake, über den sich der "Halfe Dome" im Dunst der frühen Sonne erhebt. Weiter rechts kommen von den noch mit Schnee bedeckten Bergen die Wasser für den Nevada Fall und den Vernal Fall, die sich im Merced River sammeln und dann als Gebirgsbach durchs Valley fliesen. Noch schöner dürfte die Bergkulisse Nachmittags sein, wenn die Sonne von Westen ins Tal scheint.
Yosemite NP – Halfe Dome vom Glacier Point
Nachdem wir auf dem Glacier Point waren, verlassen wir den NP über den Tioga Pass ostwärts.
Die Tioga Rd., eine kurvenreiche Straße (außerhalb des NP die # 120 CA), führt durch Pinienhochwald aufwärts, der bis weit über 8.000 Ft. eine geschlossene Fläche bildet. Erst dann wird es rundum felsiger und die Bäume werden weniger. Bei Lukens Point der erste Ausblick auf die kahlen Granitberge.
Die schönste Teilstrecke beginnt aber bei "Olmsted Point". Hier öffnet sich nach Westen ein gewaltiges Panorama. Wir blicken hinüber ins Yosemite Valley, das vom markanten Halfe Dome überragt wird. Nach Osten erheben sich die Berge der Cathedral Range, die über dem Tenaya Lake aufragen.
Yosemite NP – Tenaya Lake
Die Landschaft hier oben ist eine irre Gegend mit fantastischen Felsformationen. Solche Berge sind einmalig anzusehen, wenn sie wie Dome, rundgeschliffen, aufragen. Oder die vielen glatten, schrägen Felsen, die neben der Straße ansteigen.
Bei Tuolumne Meadow dann ein Hochtal mit grünen Wiesen, das nach Osten von hohen Bergen (Tioga Pass) abgeriegelt wird.
Yosemite NP – Tuolumne Meadow
Auf dem Tioga Pass ist der Osteingang des Yosemite NP. Ab hier geht es für uns nun hinunter nach Lee Vining am Mono Lake. Der Tioga Pass liegt auf EL. 9.954 Ft. Der Mono Lake auf EL. 6.392 Ft. Wir müssen also ca. 3.600 Ft. oder ca. 1.000 m Höhenunterschied überwinden.
Östlich des Tioga Passes finden wir eine ganz andere Landschaft vor. Keine Granitfelsen mehr. Auf den Bergen kaum Bäume, alles karstig und ganz andere Formationen. Die Straße ist hier in eine Bergflanke geschnitten. Rechts von uns ein tiefes Tal. Hinter uns ragen die Berge, mit Schneeresten und dem Tioga Pass, in den Himmel.
Vor uns dann plötzlich der Mono Lake. Der Himmel ist zugezogen und darunter liegt der See bleiern in einer Halbwüste.
Mono Lake
Der Mono Lake ist ein abflussloser alkalischer See vulkanischen Ursprungs von 21 km Länge und 13 km Breite. Durch das Zusammentreffen von alkalischem und frischem kalkhaltigem Quellwasser entstanden durch geochemische Reaktionen sog. "Tufas", die u.a. durch Pegelschwankungen sichtbar wurden.
Der See dient zur Trinkwasserversorgung von Los Angeles und wurde deshalb übermäßig genutzt, wodurch das ökologische Gleichgewicht außer Kontrolle geriet. Der Salzgehalt ist dramatisch angestiegen und gleichzeitig sank der Wasserspiegel.
Im Frühjahr und Herbst rasten hier Hunderttausende Zugvögel.
Fundstelle: Baedeker USA, 3. Auflage 1987, S. 543
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