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Verlockende Namen erwarteten uns: Kentucky, Nashville, Chattanooga, Tennessee. Nashville gleich Country und Chattanooga eben der Choo Choo Train.
Noch sind wir aber in Illinois.
Wir fahren anfangs wieder durch landwirtschaftliche Gebiete mit Mais. Hier im südlichen Illinois werden auch Bohnen angebaut, die zu Viehfutter verarbeitet werden.
Zu unserer Überraschung sehen wir einen Weinberg, besser ein Weinfeld. Es geht durch herbstlichen Wald. Die Bäume haben aber nur noch wenige Blätter. Bald sind sie alle kahl. Dazwischen sehr viele grüne Wiesen und die überall verstreut liegenden Wohnhäuser. Es sieht aus, als würden wir durch einen Park fahren. Es gibt viele Hügel und wir könnten auch im Hintertaunus oder Spessart sein.
An einer JCT (Kreuzung) ein Hinweis auf den Horseshoe Lake.

Horseshoe Lake
Dort ist nach dem AAA-Campbook ein Campground, der das ganze Jahr offen ist. Am Lake sieht es wie in einer urzeitlichen Landschaft aus. Im See stehen viele Bäume und am Rand ist der See mit einem grünen Algenteppich überzogen. Der Campground ist jedoch geschlossen.
Letzter Ort in Illinois ist Cairo. Hier fließt der Ohio River in den Mississippi. Beide Flüsse bilden hier einen großen Bogen. An diesem Zusammenfluss liegt der Fort Defiance S.P. mit einem RV Campground. Wir bleiben hier und sind die Einzigen. Wir hören die Schiffe auf dem Ohio und sehen zwei Brücken. Es gibt wieder einen schönen Sonnenuntergang über dem Mississippi.
Am nächsten Morgen fahren wir über den Ohio und sind in Kentucky. Gleich im ersten Ort, tanken wir. An der Kasse steht ein Mann, der einen Gurt umgeschnallt hat, an dem ein Revolver baumelt!
Ein Stück weiter zu unserer Überraschung ein ALDI. Wir prüfen das Angebot. Es ist nichts identisch mit Europa.
Wir fahren jetzt zum "Land Between The Lakes". Die Straße, die zwischen dem Kentucky und dem Lake Barkley, nach Süden führt. wird als "The Trace" bezeichnet.

Land Between The Lakes
Nach dem Ort Rivers fahren wir über einen Kanal, der beide Seen verbindet. Unmittelbar hinter der Brücke geht der Kentucky Lake Drive ab, den wir fahren. Hier ist es wunderschön. Wir fahren auf schmaler, gewundener Straße durch herbstlichen Wald. Von etlichen Parkplätzen haben wir Ausblicke auf den See.
Habe ich schon an der Tourist Information festgestellt, dass wir am Ende des Kentucky Lake auf einen Campground gehen sollten, so will Bruni jetzt hier auf einem dieser Parkplätze übernachten, alldieweil auch gleich auf dem ersten Parkplatz ein Womo auf Keilen steht.
Wir fahren aber dennoch weiter, weil wir sehen wollen, was es noch anzuschauen gibt.
Wir fahren nun The Trace bis zur Mulberry Flat Road und von da zum Energy Lake. Auch dies ein wunderschöner Platz. Wir haben aber auch besonderes Glück mit dem Wetter, da die Sonne scheint. Die Blätter leuchten im Gegenlicht und auf dem Wasser glitzert es silbern. Das Wasser ist so sauber, dass man den Grund sehen kann. Es ist ein wunderschönes Stück unserer Erde. Bruni bricht immer wieder in Begeisterung aus.
Wir fahren weiter nach Süden. Von der The Trace geht die Forest # 171 zur Redd Hollow Lake Access Area ab. 2 mi Gravel. Am Ende ein wunderschöner Campground am Kentucky Lake.
Wir laufen ein Stück, um das Gebiet zu erkunden Hinter einer Biegung ragt hinter einem Hügel ein Womo heraus. Auch hier ist der schönste Platz bereits belegt. Wir holen unser Womo und stellen uns ein Stück oberhalb hin. Eine Idylle.
Campground am Kentucky Lake
Wir haben einen wunderschönen Campground und bis auf einige vorbeifahrende Schiffe absolute Ruhe.
Wir sind fertig zur Abfahrt. Bruni hat schon Platz genommen, da komme ich mit dem Vorschlag, zu bleiben. Wasser haben wir noch einen halben Tank, Gas genug, die Batterien ¾ geladen und die Abwassertanks noch nicht voll. Bruni stimmt sofort zu.
Wir holen die Stühle heraus und Bruni liest in der Sonne. Es ist sehr warm.
Ich streife durch die Gegend, fotografiere und sammle Nüsse. Im Wald sehe ich von Biber angenagte und gefällte Bäume. Am Abend machen wir noch einen Spaziergang. Bruni ist von diesem Stellplatz begeistert.
Heute wollen wir nur bis zum Piney Campground am südlichen Ende vom Land Between. Wir wechseln von Kentucky nach Tennessee. Die Forest # 206 ist ein Teerweg durch den Wald, in Tennessee von schlechter Qualität. Sie windet sich in vielen Kurven über kleine Hügel und durch den bunten Wald. Es ist wunderschön hier zu sein und das in allen Farben leuchtende Laub zu sehen. Ganz besonders intensiv einige "golden" leuchtende Bäume.
Bei Dover überqueren wir den Cumberland, den durch den Barkley Lake fließt. Der Tennessee fließt durch den Lake Kentucky.
Die Landschaft hier auf der # 79N nach Nashville mutet an, als würden wir durch einen großen Landschaftspark fahren. Viele grüne Wiesen, herbstlich gefärbte Bäume in lichten Wäldern, in denen die Häuser stehen. Am Straßenrand vielfach Tankstellen und kleine Firmen. Wir sehen aber auch noch Landwirtschaft und einige große Ranches, die mit weißen Gatterzäunen umgeben sind.
Wir nähern uns Nashville. Ab Ashland City ist die Straße # 12 S, TN vierspurig ausgebaut. Die Landschaft ist wie irgendwo in Deutschland, nur ist es heute am 1. November hier 28°C warm bei herbstlicher Landschaft und blauen Himmel. Auf dem Campground haben wir dann im Womo 34°C. Wir testen erstmals unsere Klimaanlage.
Wir bestellen Karten für ein Countrykonzert. Wir werden mit dem Bus nach Downtown gebracht. Von 9:30 pm bis nach 12:00 am war auf der Bühne ununterbrochen Betrieb. Eine Gruppe oder ein Sänger löste die/den andere/n ab. Umbau auf offener Bühne. Jede Gruppe eigene Musiker. Ein ständiger Wechsel. Die Show wurde von verschiedenen Firmen gesponsert. Deshalb wurde zw. den Auftritten Werbung verlesen. Wir hatten auch Sicht auf den Bühnenzugang. Dort ballten sich die Musiker die kamen und gingen. Das Bühnenpersonal und allerlei andere Leute.
Es wurde nicht nur einfach gespielt. Die Künstler machten Späße oder erzählten Stories. Die Musik war gemischt. Etliche alte Künstler, die im alten Stil spielten aber auch junge Leute, die moderner spielten. Darunter einige junge Frauen. Es war für uns ein gelungener Abend. Uns gefiel die Musik und die Ungezwungenheit der Künstler und des Publikums. Wir kannten nur einen der Künstler: Pat Boone. Er, der in Nashville geboren wurde, trug zwei Songs vor.
Es ist der 2.11.03. Von Nashville fahren wir nach Chattanooga. Wir können uns nur wiederholen. Hier ist eine unwahrscheinliche Gegend. Alles wunderschön. Wir fahren durch die hügelige Landschaft, haben Ausblicke auf großzügig angelegte Besitzungen und schöne Häuser.Südlich von McMinnville verändert sich die Landschaft. Wir kommen in eine Gegend, in der sehr viel höhere Berge sind. Wir fahren in einem Flusstal durch diese Berge hindurch
Auf der Strecke haben wir schon mehrere Hinweise auf "Savage Gulf SNA" gesehen. Wir fahren deshalb zu dieser Stelle, in der Hoffnung, dort einen Stellplatz zu finden. Wir kommen auf einen schön gelegen Platz, bei dem jedoch die Info geschlossen ist. Ich laufe ins Privathaus des Rangers. Seine Frau bedauert jedoch, dass wir hier nicht übernachten dürfen. Sie nennt uns aber einen Campground im "Fall Creek Falls SP". Dort würde es uns bestimmt gefallen, denn d ort seien die höchsten Wasserfälle östl. der Rockys.
Die # 284 E, TN bringt uns dann in den SP. Wir fahren zuerst zu den Wasserfällen. Dort muss man aber ein Stück laufen. Dafür ist es heute zu spät. Es dämmert schon. Die Registrierung des Campgrounds ist nicht besetzt. Man soll sich in einer bestimmten Zeit bei einem Officer melden. Wir fahren unregistriert auf gut Glück auf den Campground und stellen uns auf den freien Stellplatz B 142 mitten im Wald.
Beim Abendessen kommt ein PKW und hält bei uns. Ein Ranger steigt aus und fragt nach unserer Registrierung, die wir ja nicht haben. Für $ 18,50 Campgebühr registriert er uns gerne und wünscht noch einen schönen Abend. Es ist halt alles viel zwangloser als in Europa, wo dies mit Sicherheit zu einer handfesten Auseinandersetzung geführt hätte, weil wir uns unberechtigt aufgestellt haben.
Fall Creek Fall
Wir haben sehr warme Tage bis 28°C, aber auch sehr kühle Nächte. Heute ist es im Womo nur 15°C, als wir aufstehen.Sobald aber die Sonne über den Bäumen ist, wird es wieder warm.
Auf dem Weg zum Fall stehen drei Rehe direkt an der Straße. Sie sehen uns an und fressen weiter.
Wir sehen uns jetzt den Wasserfall des Fall Creek an. Das Womo parken wir in der Nähe auf einem Parkplatz. Es sind nur einige hundert Meter bis zu einer Aussichtsstelle. Aus einem kleinen Bach fällt ein schöner Schleierfall in einen 78 m hohen Felskessel. Der Wasserfall ist damit der höchste östlich der Rockys. Obwohl es etliche Hinweise und Verbote gibt, z.B. nicht hinter den Wasserfall zu gehen, kann man bis ganz dicht an die Sehenswürdigkeiten herankommen. Wir meinen langsam zu verstehen, was man hier unter "Freiheit" versteht. So sind auch in den Campgrounds, die hier alle im natürlichen Hochwald liegen, an jedem Stellplatz eine Feuerstelle und ein Grill. Überall wird davon Gebrauch gemacht. Der Rauch und der Grillgeruch liegt dann über dem Gelände.
Heute kommen wir nach Chattanooga und zum Choo Choo Train. Erst geht es weiter durch Wald, bis wir dann hoch über dem Tal des Sequatchie herauskommen. Man hat bei gutem Wetter schöne Ausblicke. Heute für uns kein Thema, da der Himmel zugezogen ist.
In vielen Kurven geht es stark abwärts bis ins Tal. Bald sind wir in Chattanooga. Auf einem Parkplatz, nahe des alten Bahnhofs von Chattanooga, in dem heute ein Holiday Inn ist, halten wir.
Wir sehen uns den Bahnhof an. Dort herrscht eine Stimmung, als würden die Züge gleich abfahren. In den Wagen sind heute die Hotelzimmer. Im Speisewagen ist ein Lokal und in der Bahnhofshalle die Hotelrezeption. Man bekommt eine ganz flaues Gefühl im Bauch, wenn man hier herumgeht. Wir sind froh, dass wir dieses Stück Zeitgeschichte gesehen haben.
Ein Stück nach Chattanooga wechseln wir von Tennessee nach Georgia.
In Georgia fahren wir weiter durch Wald. Wir wollen den Fort Mountain SP anfahren. Ab Chatsworth geht die Straße kurvenreich bergan, bis auf der Höhe der SP kommt. Wir stehen im herbstlichen Wald und wir haben Nebel. Vergangene Nacht hat es mehrmals geregnet.
Heute früh ist es um 7:00 am noch dunkel. Wir müssen später aufstehen. Draußen springen die Hörnchen herum. Eichhörnchen und Streifenhörnchen gemischt. Sie springen manchmal bald einen Meter weit.
Seit gestern fahren wir durch die südlichen Ausläufer der Appalachian Mountains.
Die Gegend hat sich geändert. Wieder einmal Allgäu. In weiter Ferne im Dunst liegende Berge. Das Klima ist hier bestimmt feuchtwarm, denn an vielen Bäumen ranken Kletterpflanzen. Zur Abwechslung fahren wir auch wieder einmal durch Wolken. Wir müssen hier in den Bergen also recht hoch sein. An der Straße sehen wir neben schönen Häusern auch etliche verfallene oder aufgegebene Gebäude oder recht schmuddelige Anwesen. In Dahlonega fahren wir durch den Ort. Hier soll in den USA das erste Gold gefunden worden sein. Der Baedeker spricht von einer Geisterstadt. Dies können wir nicht nachvollziehen. Wir würden eher von einem Touristenort sprechen.
Wir fahren durch das nördliche Georgia. Überall sind jetzt zwischen den Wäldern Baumwollfelder. Die "Früchte" leuchten wie weiße Wattebausche zu uns herüber. Außerdem werden hier auch Rinder gehalten.
Bruni entdeckt die ersten Palmen in den Gärten. Die Kiefernwälder bestimmen hier auch die Landschaft. Es sind viele junge Bäume in Aufforstungen. Wir sehen aber auch ausgebrannte Waldstücke.
Wir sind in Savannah.
Wir wollen zum Fort Pulaski, das im Unabhängigkeitskrieg eine Rolle gespielt hat, zu Tybee Island, einer Sommerfrische- und Strandinsel und zum Schluss nach Savannah Downtown.
Fort Pulaski, das historisch renoviert wurde vermittelt einen guten Eindruck der seinerzeitigen Verteidigung. Nach einem ausgedehnten Rundgang machen wir in der Picnic Area des Fort noch unsere Mittagspause. Danach fahren wir nach Tybee Island weiter. Tybee Island ist jetzt recht verlassen. Es ist eine auf Touristen eingestellte Badeinsel mit einem langen Strand. Einige Unermüdliche liegen auch heute in der Sonne. Im Ort schöne Sommerhäuser. Auf Tybee Island steht der drittälteste Leuchtturm der USA und natürlich der älteste von Georgia. Mehr gibt es eigentlich für uns nicht zu sehen.
Jetzt fahren wir noch nach Savannah Downtown, finden sogar die Touristinformation mit ihrem großen Parkplatz, der sogar einige Plätze für RV's hat. Wir holen uns einen Stadtplan und laufen durch die Straßen an der "Bull", der Mainstreet von Savannah. Es gibt viele schöne alte Häuser zu sehen und Straßen, die dicht mit Bäumen bestanden sind. Am Fluss alte Hafenanlagen, die heute für den Tourismus umfunktioniert wurden. Savannah hatte eine große Zeit, als es wichtigster Hafen für den Baumwollexport war.
Brunswick liegt schon einige Meilen hinter uns, als die # 17 S, GA auf einer riesigen Brücke einen Sund überquert. Wir sehen Marschland mit vielen Wasserarmen.
Genau am Ende der Brücke zweigt die # 520 E, GA nach Jekyll Island ab. Es geht bis zur Insel durch Schwemm- oder Sumpfland. Gras und Wasserkanäle sind zu sehen.
Wir sehen uns diese sehr schöne Insel auf einer Rundfahrt an. Es sind nur wenige Meilen. Anfangs viel Platz für Touristen und Strand, dann Motels und Hotels. Nach Norden Privathäuser und auf der Rückseite ein riesiges Clubgelände. Es gibt auch einen Campground, der aber unschön in einem Wald liegt.
Wir halten und laufen auf einen Aussichtsplatz über dem Strand. Es bläst uns frische Seeluft um die Ohren.
Wir fahren nach den braunen Hinweistafeln zum Crooked River SP.
Hier Wochenendbetrieb. Sehr große Stellplätze in einem lichten Kiefernhochwald. Wir sehen durch den Wald ein Stück einen Flusses. Es ist unser letzter Stellplatz in Georgia. Wir fahren nun nach Florida.
Unser nächster Bericht soll aber einmal unser Leben hier in USA schildern.
Es grüßen
Bruni + Norbert "On Tour in USA"
Paynes Prairie SP, FL 11 – 13 – 2003
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