3. Bericht

03. Bericht 

Bei den Walen in Guerrero Negro

Bei 28° N wird die Baja geteilt. Der südliche Teil heiß Baja California Sur und die Uhr wird eine Stunde vorgestellt, denn es gilt hier die Hora de la Montaña (HdM) anstelle der Hora del Pacifico (HdP) für den nördl. Teil.

In den Reiseführern (Know How und AAA) ist angegeben, dass am 28° Breitengrad das Militär die Fahrzeuge nach Waffen und Drogen durchsucht und eine Lebensmittelinspektion erfolgt, bei der man Früchte, Gemüse und Fleischwaren einsammelt. Nichts von dem ist uns passiert. Lediglich die Desinfektion des Fahrgestells wurde recht schnell durchgeführt.

Bei dieser Sachlage waren wir recht schnell in Guerrero Negro. Wir sind die Hauptstraße einmal hin und zurück gefahren. Haben an der Straße zur alten Salzwerft Mittag gemacht und danach in einem Supermarkt eingekauft. Alles ist recht einfach eingerichtet. Mit den Grundnahrungsmitteln werden wir uns versorgen können. Auch Obst und Gemüse gibt es. Aber auf Tofu und Wurst werden wir verzichten müssen. Die Preise sind recht moderat.

In Guerrero dreht sich von Januar bis März Alles um die Wale. So sind wir ohne viel Aufenthalt direkt zur Laguna Ojo de Liebre gefahren. Es geht ca. 10 km auf der M # 1 weiter nach Süden. Dann kommen ca. 20 km Sand- / Schotterpiste durch das Gelände der Firma die hier Salz gewinnt. Es soll die größte Anlage der Welt sein. An einem Gate muss man sich in eine Liste eintragen und an der Lagune bezahlt man drei Doller für den Campground.

Es ist noch nicht richtig hell, als Bruni aufsteht. Die um eine Stunde vorgestellte Uhr macht sich bemerkbar.

Am Eingang des Campgrounds bekommt man die Tickets für die Fahrt zu den kalifornischen Grauwalen (Eschrichtius robustus). Mehrere junge Leute warten beim Ticket Schalter. Wir sind Nr. 7 und 8 und damit ist das erste Boot komplett. Schwimmwesten werden verteilt und gleich darauf geht es los.

060301 NF mit Schwimmweste

Norbert mit Schwimmweste060302 Blasender Wal                             Blasender Wal

In schneller Fahrt geht es hinaus in die Lagune. Der Skipper hält nach Fontänen Ausschau und bringt das Boot dann in die Nähe des Wals. Die Wale tauchen kurz auf und blasen Luft in einer Fontäne ab. Dann ragt ein Stück des Rückens aus dem Wasser. Tauchen sie ab, kommt gelegentlich die breite Schwanzflosse zum Vorschein.

Die Tiere schwimmen recht schnell und der Bootsführer versucht parallel mitzufahren. Neben der Kuh schwimmet das Jungtier. Walkühe werden ca. 15 m lang, die Bullen etwa 12 m. Sie ernähren sich von Kleingetier und Seetang. Sie wiegen ungefähr zw. 25 und 30 t und erreichen ein Alter von bis zu 50 Jahren. Immer wieder tauchen sie auf oder stoßen sie mit dem Kopf weit aus dem Wasser. Dann sieht man gut die grau und weißen Sprenkel auf der schwarzen Haut.

   060303 Walflosse   Abtauchender Wal

Die Wale kommen von der Küste Alaskas und aus der Beringsee in die Laguna Ojo de Liebre und an zwei weiter südl. gelegene Stellen. Das sind ungefähr 8.000 km. Die Wandergeschwindigkeit beträgt bis zu 8 km/h. Hier kommen die Jungen zur Welt und hier paaren sich die Tiere. Das stark salzhaltige Wasser ist die Kinderstube für die jungen Wale. Hier lernen sie Schwimmen, Tauchen und Luftblasen und sammeln eine Fettschicht für den Aufenthalt in den arktischen Gewässern. 
060304 Auftauchender Wal
Auftauchender Wal

Mehrmals sind wir ganz dicht an einem Wal, neben dem das Baby schwimmt. Bei der Geburt wiegen es ca. 500 kg und ist etwa 5 m lang.
Die Grauwale gehören zu den Bartenwalen. Sie existieren in gleicher Form schon seit über
10 Mio. Jahren!!! Bis sie 1947 unter Schutz gestellt wurden, hat man sie erbarmungslos gejagt, auch direkt hier in der Lagune. Heute hat sich der Bestand recht gut stabilisiert.

Guerrero Negro, 30.01.2006
Baja California Sur

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