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32. Bericht USA
Zum Grand Canyon NP und zum Lake Powell vom 11.09. – 14.09.05
Im Kings Canyon haben wir beim Frühstück beschlossen, auch noch den Grand Canyon anzusehen. Das ist eine gewaltige Entfernung und vollkommen abseits von unserer Route. Da wir aber noch einige Zeit übrig haben, halten wir es für machbar.
Aus dem Dunst über Bakersfield tauchen am Horizont schemenhaft braun-graue Berge auf, durch die es dann hindurch geht. Bei Mojave sind wir auf der Hochebene, die nun vorerst bleibt. Es tauchen viele Joshua Tree auf. Das Gelände ist Wüste. Der Tempomat wird eingeschaltet und bei gleichbleibender Landschaft wird nun Distanz überwunden, denn bis zum Grand Canyon sind es ab Pixley 635 Meilen.
Am nächsten Tag werden wieder Meilen bewältigt. Bis zur Grenze von Arizona nur Autobahn mit Tempo 65 – 70 MPH. Wir fahren gegen die Sonne. Die auftauchenden Berge liegen im Dunst. Neben der Interstate die Eisenbahnlinie. Es kommt ein Zug entgegen - mit 4 Loks und 120 Wagen! Dann überholen wir einen Zug mit 100 Wagen und 4 Loks. In Amerika muss alles größer sein!
Direkt an der Arizona Grenze gehen wir in Topock auf die Historic Route # 66. Bis Oatman durchqueren wir ein Lava Gebirge. Die Steine sind recht knollig und dunkelbraun. Es ist wieder einmal, wie man sich den Mond vorstellt. Oatman ist richtig urig. Da lebt noch der wilde Westen und jeder vom Tourismus. An der Main St. etliche Gebäude im alten Stil. Dann stehen überall alte Geräte und auch alte Autos. Kurz zuvor warnt ein Straßenschild vor Esel! Die stehen dann tatsächlich am Ortseingang und sind grau-weiß gefleckt. Ein Baby ganz weiß, zwei andere schwarz.
Esel in Oatman
In und um Oatman schürft man noch nach Gold. Beiderseits des Hwy noch Claims.
Welcher Gegensatz. In Montana, Idaho, Oregon überall Wälder, durch die wir stundenlang gefahren sind. Und hier: Wüste und nochmals Wüste. Kakteen aller Art, niedrige Büsche und felsige Höhenzüge einer nach dem anderen.
Grand Canyon NP
Bei Tusayan kommen wir zum Südeingang. Die Campgrounds mit Full Hook UP sind alle belegt. Das erfahren wir bereits an der Eingangsstation. Zuerst geht es zum Mather Point. Hier werfen wir die ersten Blicke in den Canyon. Es ist früher Morgen und die Schatten machen die Großartigkeit der Landschaft recht plastisch. Der zweite Blick, in und über den Canyon, erfolgt bei Yavapai Observation Station.
2 x Grand Canyon bei Mather Point
Wg. der Größe des Womo müssen wir zu einem besonderen Parkplatz. Der West Rim ist um diese Zeit noch für den Individualverkehr gesperrt. Wer nicht laufen will, kann die 8 mi bis zum letzten Aussichtspunkt mit einem kostenlosen Shuttle fahren. Wir fahren ein Stück und laufen dann zurück. Es bieten sich nach allen Himmelsrichtungen wunderbare Ausblicke. In der Tiefe sieht man an einigen Stellen den braunen Colorado River. Dort wo es schäumt, sind Stromschnellen. Es ist phantastisch, was die Natur hier geschaffen hat.
Grand Canyon bei Maricopa Point
Vielen Felsen hat man Namen gegeben. Wir haben so klares Wetter, das man den Mt. Trumball in ca.80 km Entfernung sieht. Auf Hopi Point ist eine EL von 7.071 Ft.
Am Westrim bleibt die Landschaft eigentlich gleich, egal von welchem Aussichtspunkt. Es differiert nur gering. Bei Trailhead Overview sieht man den Weg, der hinunter zum River geht. Wir sind ca. 6 km gelaufen.
Wir übernachten nicht im NP. Es geht entlang des East Rim zu Desert View, dem Parkausgang im Osten. Bei Lipans Point nochmals ein sagenhafter Blick in den Canyon nach West. Unten der Colorado.
Colorado bei Lipans Point
Zum Lake Powell
Jetzt könnten wir umdrehen und zurückfahren. Aber der Lake Powell ist so nahe dabei, dass wir ihn auch noch mitnehmen.
An der Ostseite des Grand Canyon NP hat sich der Little Colorado tief eingegraben. Steile Felswände sind zu sehen. In Cameron überqueren wir ihn. – Er hat etwas Wasser im felsigen Bett. Der nun folgende Hwy geht durch Indianerland. Es ist Wüste. Überall kleine Berge, manchmal nur Hügel. Ansonsten alles unfruchtbar! Es ist streckenweise wie in den Badlands. Es gibt alle Farben. Vom Grün der Sträucher, dem Gelb der Kräuter, graue Cinder Cones, gestreifte Hügel mit grau und braun in div. Schattierungen und mannigfache rote Töne in einem Felsenriff, den Echo Cliffs. Am Fuß des Cliffs hat jemand Tüten mit grauem Sand ausgeleert – so sieht es jedenfalls aus!
Echo Cliff
Auf dem Anstieg zum Antelope Pass kurz vorm Pass ein Overview. Man sieht den Hwy, auf dem man zum North Rim des Grand Canyon kommt. Unter uns ein Plateau mit vielen Canyons. In der Ferne das Paria Plateau mit den Vermilion Cliffs. Davor – unsichtbar – der Colorado Canyon mit dem River.
Kurz nach dem Overview hat man in das Felsenriff eine Kerbe für die Straße geschnitten. Da geht’s hindurch. Danach eine Hochebene, die leicht nach Page hin abfällt. Kurz vor Page dann steile Abfahrt. Man sieht von hier den Lake Powell. Wir überqueren beim Damm den Colorado, der links tief unten im Canyon fließt. Sehr steile Wände sind zu sehen. Rechts die mächtige Staumauer des Lake Powell.
Das Gebiet des Lake Powell ist die Glen Canyon NRA. Dorthin fahren wir. Von der Zufahrt zu den Einrichtungen bei Wahweap schon schöne Aussichten auf den dunkelblauen Lake und die grau-braunen Berge.
Lake Powell bei Wahweap
Las Vegas, NV, 19.09.2005
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