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31. Bericht USA
Durch die High Sierra in Californien vom 05.09. – 10.09.05
An das Kaskadengebirge schließt sich südlich die High Sierra Nevada Californiens an.
Noch oberhalb des Lake Tahoe warten wir auf Labor Day, am ersten Montag im September. Das Wochenende ist der Höhepunkt und Abschluss der Ferienzeit in USA. Die Schule beginnt, die Straßen sind weniger von Touristen bevölkert und auf den Campgrounds und in den RV Park's gibt es auch an Wochenenden wieder freie Plätze.
Wir haben noch vier Wochen, bis wir in Frankfurt auf dem Flughafen stehen. Zeit, um noch ein Stück durch CA zu fahren. Zwei Ziele gibt es noch: Nochmals den Yosemite NP und den südlicheren Doppelpark Kings Canyon - Sequoia NP.
Von Portola geht es auf weitgehend bekannten Hwy's zum Lake Tahoe. Dann südlich die bereits am 21.06.04 gefahrene Strecke bis kurz vorm Mono Lake. Von hier auf der Tioga Road von Osten in den Yosemite NP.
Mono Lake an der US # 395 CA
Mit der Sonne im Rücken und die Berge des Yosemite NP vor uns, gehen wir auf die Tioga Pass Rd. Bis zum Parkeingang sind es 12 mi, die nur bergan gehen. Nun folgt die Abfahrt bis zur Big Oak Flat Rd. Dabei ist das Stück bis zu Tuolumne Meadows das schönste. Gewaltige Felsmassive zu beiden Seiten der Straße. Es ist schwer die Formationen des Granit zu beschreiben. Dome oder glatte Schrägen, geschichtet Formationen?
Dome im Yosemite NP
Am Tenaya Lake glasklares Wasser und graue Felsen. Vom Olmsted Point geht der Blick zum Half Dome. Wir fahren ein Stück durch ein kontrolliertes Feuer. Der Hwy voller Rauch. Wir bleiben nicht im Park sondern drehen nur eine Runde durchs Valley. Die Wasserfälle haben nichts zu bieten. Aber die Felsen sind mächtig wie immer.
Gigantische Felsen im Yosemite NP
Außerhalb des Parks halten wir sofort Ausschau nach einem Üpl. Da ist aber nichts zu machen. Wir kommen auf County Roads ohne besondere Kennzeichnung. Es ist eine Fahrt durch eine arme, verdörrte Gegend. Viele Bäume verlieren schon die Blätter. Der Campground Host sagt uns, dass es lange Temperaturen von 110° F gegeben hat. Aber auch die Häuser, besser Hütten, sind marode und zum Teil verfallen. Trotzdem ist jeder Zentimeter Boden in Privatbesitz, wobei es kaum ebene Stellen gibt. Hügel, Hügel und Hügel. Groß, klein, schräg! Vertrocknetes Gras, dörre Bäume. Und der Hwy hat eine Kurve nach der anderen. Bei diesem Elend verpassen wir auch noch den richtigen Hwy und müssen 12 mi zurückfahren. Es geht weiter durch das kalifornische Hinterland, den Sierra Foothills. Beim Start sind wir auf EL 945 Ft. Wir müssen hinauf auf über 7.000 Ft. im Sequoia und Kings NP. Vorerst geht es aber auf engen, gewundenen Straßen über Stock und Stein. Straßennummern gibt es hier nicht – nur Straßennamen. Man muss höllisch aufpassen, dass man die Abzweigungen nicht verfehlt. An der Strecke liegt der Pine Flat Lake. Hohe Ränder zeugen von niedrigem Wasserstand. Wir fahren bis kurz vor eine sehr hohe Staumauer. Der River, der den Lake füllt, ist der Kings River, der aus dem Kings Canyon NP kommt.
Nach sehr langer Anfahrt, immer quer im Berg, kommt man schließlich zum West Eingang des Sequoia und Kings Canyon NP.
Wir sehen uns zuerst den Kings Canyon NP an. Nach dem Visitor Center geht es zum General Grant Tree, dem zweithöchsten Sequoia im Park. Auf einer kleinen Loop bekommt man außer dem General noch einige andere Sequoia zu sehen. Das ist schon beeindruckend. Der General Grant Tree ist der "Nationale Weihnachtsbaum"!!!
General Grant
Ab hier geht es auf dem Kings Canyon Scenic Byway hinunter ins Kings Valley. Alles in allem eine beeindruckende Fahrt mit vielen Fernsichten, leider durch dichte und tiefe Bewölkung eingeschränkt. Seit Wochen der erste Regen für uns. Das mindert aber nicht die überwältigenden Felsmassive, die sich himmelhoch über der Straße erheben. Es ist gewaltig. Man meint, man hätte schon alle Höhepunkte erlebt – es gibt aber immer noch welche!!! Das ist z.B. der Kings Canyon.
Kings Canyon
Kings Canyon erreicht außerhalb des NP eine Tiefe von 2.500 m, gemessen von der Flussebene bis zum Gipfel des Spanish Mtn. An einer Stelle (stromabwärts vom Zusammenfluss des Mittel- und Südlaufs des Kings River) ist der Canyon tiefer als der Hells Canyon (Snake River) oder des Grand Canyon ( Colorado River). Im südl. Sequoia NP gibt es mehrere Canyons mit Tiefen zw. 1.200 und 1.800 m. Im Valley angekommen, geht es den Kings River aufwärts, ein wilder Gebirgsbach mit schäumenden Kaskaden, Strudeln und jede Menge dicke Steine im Bachbett. Es ist wie ein Wasserpark. Die Straße endet in einer unprosaischen Schleife und einigen Parkplätzen für Wilderness Wanderer. An dieser Stelle steht man aber in einem flachen Gletschertal und schaut an Bergen hoch, die sich nahezu 1.600 m über den River erheben.
Die Größe der Sierra Nevada (USA) übertrifft mit einer Länge von mehr als 640 km und einer Breite zw. 100 und 130 km die Ausmaße der gesamten Alpen – einschl. der franz., schweizer. und ital. Alpen. Mit dem Mt. Whitney [EL 4.417 Meter] erhebt sich hier der höchste Berg der zusammenhängenden 48 Staaten der USA [Mt. McKinley in Alaska ist der höchste Berg der USA].
Am nächsten Tag dann die Fahrt zu den Sequoia Bäumen. Diese Strecke bietet, außer einigen Felspartien, nichts fürs Auge. Überall stehen aber sehr junge Sequoia. Im Giant Forest kommen dann die dicken Bäume, die bis zu 2.000 Jahre alt sein können. Alle wollen aber nur den einen sehen, den "General Sherman Tree". Auch wir.
General Sherman Tree Er ist 2.300 – 2.700 Jahre alt. Hat eine Höhe von 83,8 m. Am Boden einen Umfang von 31,3 m. Der Durchmesser am Boden beträgt 11,1 m. Der erste dicke Ast ist in 39,6 m Höhe über dem Boden. Er hat 1.486 m³ Holzvolumen. Er wiegt ca. 1.256 t.
Das Holz, um das er jedes Jahr wächst, entspricht dem eines 18 m hohen Baumes mit normalen Proportionen. Es ist unglaublich, dass man an diese Bäume die Säge angelegt hat. Die Wälder stehen voller Bäume und dann hat man diese Bäume gefällt, bis sie geschützt wurden. Der General Sherman wird in der Gesamtmasse des Holzes als das größte Lebewesen auf Erden bezeichnet! Es gibt eine Baumart, die länger lebt, eine andere, die einen größeren Umfang hat und drei, die höher wachsen, keine aber ist größer.
Diejenigen, die noch mehr über diese Bäume wissen möchten, sollten die nachfolgenden Zeilen lesen.
Der westl. Abhang der Sierra Nevada (USA) ist der einzige Ort der Welt, an dem die Sequoia wachsen, zumeist in einer Höhe zw. 1.500 und 2.100 m. Chemikalien im Holz und in der Rinde schützen die Sequoia gegen Insekten und Schwämme. Auch Feuer am Boden vernichten sie nicht. Die wichtigste Todesursache ist Umkippen, denn sie haben nur ein flaches Wurzelsystem ohne Pfahlwurzeln. Feuchter Boden, Wurzelschäden und starke Winde können leicht zum Umkippen der Bäume führen. Allgemein spricht man vom Mammutbaum und meint damit sowohl die Sequoia als auch die Redwoods. Sie unterscheiden sich jedoch in vielen Details.
Der Riesen-Mammutbaum (Sequoia) hat einen säulenartigen Stamm, riesige dicke Zweige und eine zimtfarbene Rinde. Er wird auch als "Sierra Redwood" oder einfach "Big Tree" bezeichnet. Sein wissenschaftlicher Name ist Sequoiadendron giganteuem.
Der höhere und schlankere eibennadlige Mammutbaum (Redwood), der an der Küste wächst, hat den wissenschaftlichen Namen Sequoia sempervirens und verfügt über ein nadelbaumähnliches Profil.
Noch einige Unterscheidungsmerkmale:
Mammtbaum (Redwood)
Höhe: bis zu 112 m Lebensdauer: bis zu 2000 Jahre Gewicht: bis zu 816 t Rinde: bis zu 30 cm dick Zweige: Durchmesser von bis zu 1,5 m Stammumfang am Boden: Durchmesser von bis zu 6,7m Fortpflanzung: Samen oder Schössling Samengröße: wie Tomatensamen Zapfengröße: wie eine große Olive
Riesen-Mammutbaum (Sequoia)
Höhe: bis zu 95m Lebensdauer: bis zu 3200 Jahre Gewicht: bis zu 1.225 t Rinde: bis zu 79 cm dick Zweige: Durchmesser von bis zu 2,4 m Stammumfang am Boden: Durchmesser von bis zu 12 m Fortpflanzung: nur mit Samen Samengröße: wie Haferflocken Zapfengröße: wie Hühnereier
Der ausgewachsene Riesen-Mammutbaum kann jährlich bis zu 2.000 Zapfen bekommen, deren 500.000 Samen nur freigegeben werden, wenn sich die Zapfen öffnen. Die Zapfen können grün und geschlossen bis zu 20 Jahre am Baum hängen. Das Douglashörnchen oder die Larve eines winzigen Käfers, der sich in den Zapfen bohrt, können die Zapfen dazu bringen, sich zu öffnen. Der Schlüssel zu Verbreitung und der Fruchtbarmachung des Bodens ist aber Feuer, das die Zapfen austrocknet, die sich dann öffnen und die Samen fallen lassen. Feuer verbrennt Gestrüpp und Baumstämme am Boden, schafft damit Lebensraum und düngt durch die Asche den Boden.
Pixley, CA, 11.09.2005
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