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02. Bericht
Auf der Baja California nach Süden
Von Tijuana aus suchen wir uns den Weg nach Rosarito. Wir müssen mitten durch Tijuana. Eine Höllenfahrt. Es ist kaum zu glauben, welches Durcheinander herrscht. Ich bin so stark mit dem Verkehr beschäftigt, dass ich nur wenig von der Stadt aufnehme. Wir finden aber den Weg auf der MEX # 1 nach Rosarito.
Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel und es wird rasch warm. Nachts ist es kühl. Wenn wir Aufstehen, zeigt das Thermometer innen und außen meist um die 8°C.
Vor uns liegt der Ocean, der kaum Wellen hat. Fischerboote kehren vom Fang zurück und etwas draußen ziehen entweder Delphine oder Wale vorbei. Ein Pelikan schwimmt auf dem Wasser.
Baja Agave
Wir fahren nach Süden. Vor uns ein Gebirge. Die Straßenränder und Seitenstraßen natur, d.h. kein Asphalt. Es staubt. Überall Schmutz und Abfall. Die Berghänge graubraun, alles vertrocknet. So bleibt es die nächsten Tage.
In den wenigen Orten dafür mehr Farbe an den Häusern. Rechts und links sehr breite, unbefestigte – meist schräge – Erdstraßen, dann die Häuser und Läden in kunterbunter Folge, mal hoch mal niedrig, mal sauber mal verfallen. Und viele, viele bunte Reklameschilder und geparkte Autos. An vielen Stellen Straßenhändler mit kleinen Wagen.
An den Straßenrändern außerhalb der Orte viel Schmutz und Abfall.
Nunmehr folgt die Fahrt in die Desert der Baja. Hügelauf und Hügelab geht es in Kurven durch eine unwirtliche, karstige und vertrocknete Landschaft. Selbst manche Kakteen sehen vertrocknet aus.
Im Prinzip ist es eine Hochebene mit Tafelbergen, die von ungezählte Canyons durchzogen ist. Sehr oft geht die Straße, die schmäler geworden, aber in gutem Zustand ist, durch Vados (in USA = Dips; in Marokko = Wadis), die trocken sind.
Nur in der Ferne, nach Süden, gezackte Berge.
Immer öfter stehen auf den Hängen Kakteen. An einer Stelle ein richtiger Steingarten. Am auffälligsten die Säulenkakteen, die hier Cardón (Cereus pringlei) genannt werden. Sie sehen den Saguaro recht ähnlich. Die Seitenarme beginnen aber schon viel tiefer und bilden manchmal ein richtiges, dickes Bündel. Auch sie werden mehrere Hundert Jahre alt.
Cardón
Speziell auf der Baja wächst der Cirio (Idria columnaris) oder auch Boojum-Baum genannt. Es ist das höchste Gewächs der Baja. Es ist kein Baum, sondern ein Kaktus. Rund um einen sich bis 20 m nach obern verjüngenden Stamm wachsen kleine Blätter.
Cirio
Irgendwo steht, dass es auf der Baja 200 Kakteenarten geben soll. Vertreten sind Ocotilla, Organpipe, Joshua Tree, Tree Cholla, Prickly Peer, Teddy Bear Cholla und der Torotes blanco (Pachicormus discolor) oder auch Copalquin = Elefantenbaum.
Es geht immer tiefer in die Desert und manchmal stehen auf den Hängen richtige gemischte Wälder aus Cardóns und Cirios. Elefantenbaum
Wir sind nun im "Parque Nacional del Desierto Central de Baja California". Anfangs die gleiche Landschaft wie gehabt. Dann tauchen große und kleine Steine auf, die immer größer werden. Wir sind auf einmal mitten im sog. "Stein Garten", der schönsten Region der Baja. Die M # 1 geht mitten durch eine Landschaft von riesigen, runden Felsen, zwischen denen alle Kakteensorten wachsen.
Im Stein Garten
Guerrero Negro, 30.01.2006 Baja California Sur
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