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27. Bericht USA
Zu den Vulkanen im Kaskadengebirge in Washington Zum Mt. Rainier vom 20.08. – 21.08.05
Unser erstes Ziel im vulkanreichen Kaskadengebirge ist der Mt. Rainier.
Nach dem Columbia River geht es zuerst durch die Yakama Indian Reservation. Vertrocknetes Land hat man den First Nations wieder einmal überlassen - dem Charakter nach Wüste.
Rund um Yakima div. Obstplantagen. Das ganze Tal ist wunderschön grün. Es gehört aber nicht mehr zur Indian Reservation!
Auf der Fahrt zum Mt. Rainier stellen wir fest, dass wir den Mt. St. Helens gesehen haben, denn heute sieht man von weitem auch den Mt. Rainier. Später müssen wir dann auf dem Mt. St. Helens zu unserer großen Überraschung feststellen, dass wir ihn nicht gesehen haben. Es war der bis dahin uns unbekannte Mt. Adams [EL 12.276 Ft.], der mit seiner spitzen Schneekappe weithin zu sehen ist. Der Mt. St. Helens ist mit der fehlenden Spitze, der geringen Höhe und seiner lavagrauen Farbe aus größerer Entfernung nicht auszumachen.
Im Wenatchee National Forest geht es aufwärts bis hinauf zum Chinook Pass [EL 5.440 Ft.]. Auf dem Pass beginnt der Mt. Rainier NP. Man fährt einige Hundert Meter abwärts und dann liegt der Mt. Rainier [EL. 14.411 Ft.], der höchste Punkt in WA , im gleißenden Sonnenlicht vor uns. Die Schneefelder und Gletscher leuchten in der Sonne.
Mt. Rainier vom Chinook Pass
Wir haben zwar in Alaska den Mt. McKinley nicht gesehen, aber der Mt. Rainier entschädigt uns doch ein wenig. So schön, ohne Wolken, sieht man ihn nicht oft, denn er macht sich eigentlich sein eigenes Wetter, unabhängig von der allgemeinen Wetterlage.
Zuerst wollen wir ins Gebiet Sunrise. Vom Pass eine tolle Abfahrtsstrecke. Mit etlichen Kurven geht es quer durch einen steilen Hang.
Wir starten wieder ohne Frühstück und fahren zur Sunrise Area. Der Mt. Rainier ist rosa von der Morgenröte. Als wir bei Sunrise ankommen, ist gerade die Sonne aufgegangen. Von der Morgenröte ist nichts mehr zu sehen. Dafür steht aber der Mond über dem Mt. Rainier, der eine Wolkenmütze aufgesetzt hat, die wie eine Vogelschwinge aussieht.
Mt. Rainier von Sunrise
Es ist ein gewaltiges Panorama auf EL 6.400 Ft. Anfangs sind die Gletscher noch grau, strahlen aber immer heller, je höher die Sonne steigt.Wir frühstücken hier oben und fahren dann hinüber zur Paradise Area.
Dann sind wir auf dem Parkplatz der Paradise Area. Der Berg hat verloren. So dicht dabei fehlt einfach die Großartigkeit.

Mt. Rainer von Paradise
Wir entschließen uns, den kleinen Nisqually Trail zu laufen. Er ist nur 1,25 mi lang, geteert und hat nur wenig Höhenunterschied. Das war eine gute Wahl, denn auf einmal liegt der Mt. Rainier wieder in seiner Großartigkeit vor uns. Vor uns liegen die Gletscher Wilson und Nisqually. Der Nisqually Gletscher zieht sich von ganz oben über den Südhang herunter und an seinem Fuß entspringt der Nisqually River, eine dreckig grau Brühe. Vom Nisqually Canyon bis zum Gipfel sind es gut und gerne 9 – 10.000 Ft. Höhendifferenz – also bald 3.000 Meter. Es ist einfach großartig dies zu sehen. Über dem Berg immer wieder Wölkchen, die ständig um die Spitze kreisen, wobei nicht klar ist, ob es evtl. Rauch ist, denn der Berg ist nicht ruhig. Die Spitze in tiefen Schnee gehüllt. Dann die blau-weißen Gletscher, die nach unten immer schmutziger werden und unten brauner Fels. Über allem ein tiefblauer Himmel. Es ist wunderschön.
Mt. Rainer mit Nisqually Glacier
Noch einiges zum Mt. Rainier: Die Amerikaner schreiben in ihrem Nationalstolz, dass er einer der großartigsten Berge der Welt sei!!! Mit 4.392 m überragt er seine Umgebung um ca.2.500 m. Es ist ein Vulkan, der in der Eiszeit vor 700.000 Jahren das erste Mal ausbrach. Er soll einstmals 4.900 m hoch gewesen sein, aber Gletscher und Steinlawinen haben etliches abgetragen. Er ist der höchste Gipfel des Cascadengebirges und ein Teil des Vulkankreises, der den Pazifischen Ocean umgibt (Popocatepetl, Fujiyama). Auf dem Berg sind 25 große Gletscher, die sich aus dem reichlichen Schnee "nachfüllen", der hier fällt. In normalen Wintern fallen üblicherweise mehr als 15 m Schnee bei der Paradise Area. Spitzenrekord war das Jahr 1971-72 mit ca. 28,5 m Schnee!! Im August 1870 fand die erste nachgewiesene Besteigung statt. Jährlich versuchen 8.000 Menschen den Berg zu besteigen, wobei 4.000 den Gipfel erreichen.
Corbett, OR, 23.08.2005
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