24. Bericht

24. Bericht
Von Carlyle / Trenton nach Tucson 06.10. – 15.10.2004

Bei strahlenden Sonnenschein verlassen wir den Lake Carlyle in Illinois. Leider bleibt es nicht so. Der Wetterbericht verspricht uns schon für heute Regen.

Wir überqueren wieder einmal den jetzt schon sehr breiten Mississippi und sind damit in Saint Louis in Missouri. Von der Brücke ein schöner Blick auf den 192 m hohen Arche, der das "Tor zum Westen" symbolisiert.

  042401 St. Louis - Arche   St. Louis - Arche

Wir fahren ein Stück am Unterlauf des Missouri entlang, der oberhalb von Saint Louis in den Mississippi mündet.

      Missouri (Fluss)

      Strom in den Vereinigten Staaten, längster Nebenfluss des Mississippi. Er wird durch den Zusammenfluss von Jefferson, Gallatin und Madison bei Three Forks im Südwesten von Montana gebildet. Der Missouri hat eine Länge von 3 726 Kilometern; zusammen mit dem unteren Abschnitt des Mississippi erstreckt er sich über insgesamt 5970 Kilometer und bildet damit das längste Flusssystem Nordamerikas. Das Einzugsgebiet des Missouri hat eine Fläche von rund 1.370.000 Quadratkilometern.

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Ganz in der Nähe, in St. Charles, starteten im Mai 1804 Lewis & Clark ihre Expedition zum Pacific und fuhren den Missouri aufwärts wie wir, allerdings auf dem Fluss.

Wir fahren ein kleine und enge Nebenstraße, die durch ein Weinbaugebiet geht. Hier in dieser Gegend siedelten viele Deutsche Auswanderer, denn noch heute zeugen viele deutsche Namen davon.
Wir fahren durch Wälder, die sich schon schön gefärbt haben und Gebiete mit Landwirtschaft. Auf den Feldern stehen nur noch der total vertrocknete Mais, Bohnen und Sojabohnen. Diese Früchte werden zu Viehfutter verarbeitet.

Das Wetter wird schlechter, wir fahren im Regen durch Missouri und kommen in den Pomme De Terre SP. Wir stehen bei Regen in herbstlich bunten Wald.
Am nächsten Morgen laufen unsere üblichen Startvorbereitungen wie gewohnt ab. Dann geht der Slide Out nicht einzufahren.
Wir probieren, ihn per Hand einzufahren. Es bewegt sich nichts. Der nächste Händler ist 60 mi entfernt. Er hat keinen mobilen Service. Wir sollen sehen, dass wir den Slide Out einfahren können und dann in die Werkstatt kommen.
Der halbe Campground steht um unser Womo. Ein Ranger vom SP hilf uns schließlich aus der Klemme. Er dreht mit einer Zange den Slide Out Zentimeter um Zentimeter zurück. Wir können uns nur bedanken. Es ist aber geschafft, der Slide Out ist eingefahren. 
Wir fahren zum Händler. Dort nimmt man uns nicht an. Am nächsten Donnerstag können wir einen Termin bekommen. Wir lehnen ab. Die nächsten Tage übernachten wir ohne den Slide Out auszufahren.

Wir verlassen Missouri und kommen nach Oklahoma. Oklahoma ist Weideland. Weite Grasflächen und sehr große Vieherden. Die Landschaft ist fast flach, nur gelegentlich ein kleiner Hügel. Wir fahren Meile um Meile nach Westen. Wir überwinden nur Entfernungen. Hinzu kommt Regen, Regen, Regen.

Wir kommen nach Texas. So wie Oklahoma aufgehört hat, so geht es in Texas weiter. Weites leicht gewelltes Land, viel Grasland mit Büschen und kleinen Bäumen, kaum Bäume, kein Wald mehr. Nach ca. 30 mi in Texas sind kaum noch Bäume zu sehen. Das Land ist flach und riesig große Felder dehnen sich neben der Interstate aus. Dann kommt wieder Grasland oder auch Steppe.

Und es regnet und regnet. Etwa 30 mi vor Amarillo haben wir das Regentief geschafft. Wir sind damit 175 mi im Regen gefahren. Aber - das Wetter wird schlechter.

Flaches Land an der # I – 40 TX, alles Prärie (Weideland). Hier stehen sehr große Rinderherden. Es schleichen sich die ersten Kakteen und niedrige Büsche ins Weideland ein. Wir sind am Übergang von der Prärie in die Desert.

Wir wechseln nach New Mexico. Einige Berge sonst flache Desert. Wir wenden uns nach Norden. Die Prärie verschwindet ganz. Nur noch Büsche. Wir steigen langsam aber stetig an. Es gibt größere Hügel. Wir kommen nach Santa Fe und sind damit wieder auf ca. 2.000 m NN.

Hier oben im nördlichen New Mexico ist sichtbar Herbst. An Stellen, an denen es feucht ist oder ein Bach fließt, stehen jede Menge Laubbäume mit intensiv gelben Blättern. Das macht sich wunderschön zwischen den bis zu 1o m hohen und tiefgrünen Pinien und Koniferen. Diese Büsche oder Bäume bedecken hier die ganze Landschaft, bis hoch hinauf in die Berge. Und es gibt Berge. Nach der Karte sind hier einige über 10.000 Ft. hoch. Nach dem kalten Regen der letzten Tage liegt auf den höchsten Spitzen Schnee.

 
042402 Herbst in New Mexico
     Herbst in New Mexico

Wir fahren noch ein Stück nach Norden. In Espanola treffen wir wieder auf den Rio Grande. Wir fahren durch den Santa Fe Nat. Forest. Vor Jahrzehnten eine abgelegene Gegend mit dem künstlich geschaffenen Ort Los Alamos, an dem die Atombombe entwickelt wurde. Auch heute noch wird hier an Neutronenwaffen, Cruise Missels und Stealth Bombern etc. gearbeitet. Aber auch zivile Projekte aus dem Bereich regenerative Energien und Medizin u.a. stehen auf dem Arbeitsprogramm der "Los Alamos National Laboratory" (LANL).

Es ist eine schöne Landschaft aber wir sehen nicht viel. Weshalb? Weil es regnet! Am Abend sehen wir im TV Wetterbericht, dass für die gesamte Region Frostwarnung ergeht und Schnee angesagt wird, der auch gekommen ist. In Santa Fe waren es ca. 25 cm.

Wir haben die Region aber schon fast verlassen und stehen auf einem RV Park bei einem Casino, das die Acoma Indianer von Sky City, dem Acoma Pueblo einige Meilen abseits der
# I - 40 NM, hier betreiben. Es ist aber kalt. Die Wolken hängen tief und einige Strecken fahren wir darin. Dann lichten sie sich wieder und die Sonne scheint. Es ist ein diffuses Bild, wie die Wolken vor den bergen schweben. Ein langes Stück fahren wir durch ein Lavafeld. Wir streichen alle vorgesehenen Besichtigungen.

60 mi vor der Grenze zu Arizona lichten sich die Wolken, wir haben die Schlechtwetterzone durchfahren. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen azurblauem Himmel. Das freut uns ganz besonders.

In Arizona unendliche Weite in gewelltem Gelände. Wüste und Weideland mit Koniferen bis
ca. 5 m Höhe. Wir fahren auf einer EL. von ca. 6.000 Ft. Am Horizont einige Berge.

Wir kommen zum Petrified Forest NP. Es sind zwei Bereiche. Links der Interstate die Painted Desert, eine weitgehend rote Landschaft in der Art der Badlands. Von etlichen Overlooks sehen wir wiedereine bunte und bizarre Landschaft.
Nach Süden der eigentliche Petrified Forest. Auch hier überall Haltepunkte und Trails. Wir halten bald an allen Overlooks. Es ist eine fantastische Welt. Man könnte meinen, dass die versteinerten Bäume gerade gefällt und kleingeschnitten wurden.

  042403 Painted Desert    Painted Desert

    
042404 Versteinerter Baum
Versteinerter Baum

      Dieses trockene Hochplateau war einmal ein riesiges, von vielen Flüssen durchkreuztes Überschwemmungsgebiet. Im Süden wuchsen am Rande der Zuflussgewässer hohe tannenähnliche Bäume. Krokodilartige Reptilien, riesige, fischfressende Amphibien und kleinere Dinosaurier lebten zwischen den mannigfachen Farngewächsen und anderen Pflanzen und Tieren, die uns heute nur noch als Fossilien bekannt sind. Die Bäume stürzten um und wurden von den Flüssen in das Überschwemmungsgebiet abgetrieben, wo sie dann von Schlick, Schlamm und vulkanischer Asche bedeckt wurden. Dieser Deckmantel von Ablagerungen schnitt die Sauerstoffzufuhr ab und verlangsamte damit den Fäulnisvorgang. Allmählich sickerte dann silikathaltiges Grundwasser in die Baumstämme hinein und ersetzte das ursprüngliche Holzgewebe durch Silikatablagerungen. Das dauerte. Die Silikate erhärteten und die Baumstämme blieben als versteinertes Holz zurück.

      Dies alles geschah vor ungefähr 225 Millionen Jahren. Danach sank der ganze Landstrich ab, wurde überschwemmt und von Frischwasserablagerungen bedeckt. Dann hob sich das Land wieder und zwar bis weit über den Meeresspiegel. Diese Aufrichtung ließ die versteinerten Baumstämme reisen. In jüngerer geologischer Zeit trugen dann Wind und Wasser die Schichten erhärteter Sedimente, die sich mit der Zeit angesammelt hatten, wieder ab, so dass die versteinerten Baumstämme und fossilen Überreste von Tieren und Pflanzen heute an der Oberfläche bloßgelegt sind.

      Fundstelle: Aus der Übersetzung "Der versteinerte Wald – German Translation" des U.S. National Park Service 08/2003

 
042405 Versteinerter Baum
      Versteinerter Baum

Wir haben erneut das Ziel geändert. Wir fahren nicht nach Phoenix sondern nach Tucson.

Auf der Straße dorthin kommen wir zum Salt River Canyon, der recht monumental ist. Die besondere Bedeutung liegt aber in der verkehrstechnischen Lösung der Straße. In vielen Kurven geht es recht lange hinunter bis zum River, der auf einer Brücke überquert wird, um dann auf der anderen Seite wieder in vielen Windungen hinauf in die Berge zu gehen.

Der nächste Ort ist Globe. Von hier fahren wir die gleiche Strecke nach Tucson wie auf der ersten Tour, nur in umgekehrter Richtung und damit sieht die Landschaft ganz unbekannt aus.

Wir haben Tucson erreicht. Hier werden wir einige Tage bleiben, bis unser Slide-Out und die anderen Kleinigkeiten wieder in Ordnung sind.

 042406 Abend in Tucson  

  Abend in Tucson

 

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