22. Bericht

22. Bericht 

Canada British Columbia (BC) / Alberta (AB)
Vom Mt. Revelstoke NP zum Waterton Lakes NP
vom 28.07. – 02.08.05

Ab Revelstoke fährt man auf der Westseite am Upper Arrow Lake, dem aufgestauten Columbia River, entlang. Man fährt hoch über dem See, sieht aber kaum etwas davon. Nach einigen Meilen dann die kostenlose Fähre in 20 Min. über den Upper Arrow Lake. Ab Galena Bay auf der Ostseite des Sees entlang bis Nakusp. Auch auf diesem Abschnitt wenig vom See zu sehen. Später erneute kostenlose Fähre über den Lower Arrow Lake. Wo die Trennung in Upper und Lower Arrow Lake ist, bleibt dem Touristen verborgen.

  
052201 Upper Arrow Lake
Upper Arrow Lake

Ab Revelstoke keine Besonderheiten in der Landschaft.

Nach dem Summit des Monashee Pass eine lange Abfahrt auf kurvenreicher Straße durch
Wald. Die Landschaft ändert sich. Nun überwiegen Wiesen und Weidewirtschaft. Ab hier ist das Tal intensiv bewohnt.
Je näher man Vernon kommt, desto flacher werden die Berge und die gewohnten Wiesen auf den Bergen sind braun-grau. Es ist alles vertrocknet. Die Luft wird immer wärmer.

Vernon ist der Eingangsort ins Okanagan Valley. Den Okanagan Lake sieht man von der Straße nicht, dafür den Kalamalka Lake. Über den See ragen die vertrockneten Berge auf. Der See ist smaragdgrün und weiße Striche kennzeichnen den Weg der "Rennbote", denn Wassersport wird hier überall betrieben. Der Verkehr nimmt stark zu. Wir halten bei einem "Farmer Market" und kaufen Obst. Es ist heiß, ein Klima wie am Gardasee! Überall wird
gebadet. Die Campgrounds sind brechend voll. Hochbetrieb an jeder freien Stelle.

Nach Kelowna fährt man dann am Okanagan Lake auf der Westseite entlang. Überall sommerlicher Badebetrieb.

In Penticton verbindet der Okanagan River den Lake Okanagan mit dem Skaha Lake. Auf diesem kleinen Verbindungsstück treiben mehrere Hundert Schlauchboote, Ringe, Matratzen
etc. langsam dem Skaha Lake zu. Ein buntes Bild, wie Kinder und Erwachsene alleine oder in großen Gruppen, dahintreiben.
Penticton hat am Skaha Lake einen richtigen Strand. Und über allem eine Hitze mit über 30°C. Für uns ganz ungewohnt. Nach Süden wird es immer wärmer. Auf den Berghängen jetzt die silbergrünen Salbeibüsche, es ist Halbwüste. Fast am Ende eines weiteren Sees der Ort Osoyoos. Hier wird auf Schildern mehrfach der Begriff "Dessert" verwendet. In Osoyoos nochmals richtiger Touristenrummel.

Dann wird es ruhiger, denn der Hwy verlässt das Okanagan Valley. Auf kurvenreicher Strecke geht es hoch in die Berge. Zurück ein Blick auf den Ort und die Seen – wie im Salzkammergut. Die Berge rundum jedoch braun – alle Wiesen sind vertrocknet. Auf dem Anarchist Summit hat man die Höhe erreicht. Weite Strecken der Landschaft sind baumlos. Nur gelegentlich noch grüne Wiesen. Man kann einen Vergleich zu den Almen der Alpen ziehen.

Hier oben ist es wesentlich ruhiger. Dennoch finden wir keinen schattigen Üpl. Im Womo war es kurze Zeit 38°C, man muss in den Schatten oder auf einen Campground mit Strom für die Klimaanlage. Wir gehen jedoch auf einen PP Campground ohne jeden Luxus.
Am Abend dann der Gestank der unvermeidlichen Campfeuer, ohne die man anscheinend nicht campen kann. Jede Freizeitbetätigung hat heute ja spezielle Kleidung, Geräte etc. So scheint das Campfeuer zum Campingtouristen in USA und Canada zu gehören – und erinnert an die Zeit, als die Cowboys noch mit Pferden unterwegs waren und sich an den Lagerfeuern
wärmten!!!

Der Hwy geht nun in den Rocky Mountains in einem breiten Tal immer dicht an der US Grenze entlang. Es gibt mehrere Grenzstellen. Die Landschaft unterscheidet sich stark von dem, was wir bisher in den Rockies gesehen haben. Vom Tal steigen niedrige, abgeflachte Berge, mit lockerem Baumbestand, hoch. Im Tal Wiesen und Weidewirtschaft.

Trail ist das nächste Ziel. In Trail, das am Columbia River liegt, eine Fabrik mit hohem Schornstein. Eine der weltgrößten Blei- und Zinkhütte.
In Trail soll die BC Hydro einen Campground unterhalten, der kostenlos ist. Wir suchen ihn nach den dürftigen Angaben des Reiseführers. Wir finden ihn auch bald 20 km SO Trails in den Bergen, am Ende der Seven-Mail-Dam Rd. Hier ein großer Staudamm. Am Stausee einige Stellplätze in der Sonne – kein Schatten und viele, viele Menschen. Der Platz ist mehrfach überbelegt. Überall stehen Autos und Campmobile. Für uns keine Chance mehr. Wir übernachten neben der Zufahrtsstraße.

Die Rockies verändern ständig ihr Aussehen. Es geht immer weiter durch Täler. Wir kommen zum letzten Pass. Man merkt es kaum, dass man den Crowsnest Pass erreicht hat, so flach ist er. Mit 1.396 m über NN ist er die niedrigste Rocky Mountains Überquerung in Canada. Crowsnest bedeutet "Krähennest". Warum der Pass und mit ihm der Hwy so genannt werden, ist nicht erkenntlich.

Hier oben ist die Grenze zwischen British Columbia und Alberta.

Auf dem Pass sind einige Seen und ein schönes Bergpanorama. Es gibt keine Abfahrt, vielmehr geht es auf einer Hochebene mit Wiesen und lichter Bewaldung weiter – eingerahmt von schönen Bergen.

Nach dem Pass folgen einige kleinere Orte, die zu einer Gesamtgemeinde zusammengeschlossen sind. Bedeutung hat der Bereich Frank erlangt. Dort ging 1903 eine gewaltige Steinlawine von einem Berg ab, durch die man heute den Hwy und die Bahntrasse gezogen hat. Der damalige Ort ist in der Lawine untergegangen.

           
052202 Frank Slide
Frank Slide

Die Berge werden nun niedriger und die Ebene wellig. Man ist in der Prärie – braunes Gras bestimmt die Landschaft. Aber bald folgen große Farmflächen. Zu einem Teil Grasland – aber weite Flächen mit Getreide. Die Ernte läuft. Überall Heuballen oder abgeerntete Felder. Andererseits aber auch noch grüne Getreidefelder oder Felder auf denen die Frucht gerade goldgelb wird.

Die Rocky Mountains kommen wieder in Sicht und ziehen sich wie ein Sägeblatt am SW Horizont entlang.
Von einer Anhöhe sieht man sowohl in die Weite der Prärie, als auch die steilen Bergkämme der Rockies. In der Prärie Getreide- und nochmals Getreidefelder.

   
052203 Erntezeit in Alberta und ...
Erntezeit in Alberta und Sägeblatt Mountains

Der Waterton Lake NP kündigt sich nicht besonders an. Ein Hinweis auf Waterton Village in
8 km Entfernung ist so gut wie alles. Man biegt in die AB # 5 ein und ist damit am Parkeingang.

Der Waterton Lakes NP bildet zusammen mit dem US Glacier NP den Waterton-Glacier International Peace Park. Er hat nur ein Bruchteil der Gesamtgröße des Parks. Wesentlichstes Element sind die Seen: Lower Waterton Lake, Middle Waterton Lake und Upper Waterton Lake. Der Middle und Upper Lake sind durch einen schmalen Durchgang – gen. Bosporus – verbunden. Der Upper Lake liegt mit einem kleineren Teil in USA. Im Waterton Lakes NP etliche Wanderwege.  
052204 Im Waterton Lakes NP
                      
052205 Im Waterton Lakes NP
      2 x Im Waterton Lakes NP

Am Abend besuchen uns vier "Mule Deer" auf der Campsite. Sie grasen rund ums Womo, so dass wir sie direkt vorm Fenster haben und legen sich, um wiederzukäuen.

          052206 Mule Deer

                                 Mule Deer

Nun geht es zurück in die USA, denn in CDN liegt nur ein kleiner Teil des NP. Der Hwy steigt nach der Ausfahrt aus dem NP gleich an. Von einem Viewpoint blickt man zurück auf die ersten Lakes, die Berge und den Übergang in die Prärie. Der Viewpoint heißt deshalb sinnigerweise "where the mountains meet the prairie".

    052207 Where the mountains ….         

                  Where the mountains ….

Glacier NP, MT, 04.08.2005

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