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20. Bericht
Von Maple Grove zum Blue Ridge Pkwy 06.09. – 12.09.2004
Wir verlassen Maple Grove am "Labor Day", dem ersten Montag im September. Das ist das letzte lange Wochenende im Sommer und jeder der Beine oder ein Auto hat, ist nochmals unterwegs. Am Freitag sind die Hwy. hoffnungslos verstopft gewesen und am Montag flutet es dann zurück. Einige Schulen unterrichten schon wieder, aber am Dienstag muss auch der letzte Schüler wieder auf die Schulbank. Und wir hoffen deshalb auf weitgehend leere Campgrounds.
Es geht wieder, wie im vergangenen Jahr, entlang des Mississippi südwärts. Bei Red Wing wechseln wir hinüber nach Wisconsin. Im Mississippi viele Insel und an den Rändern weite Sumpfgebiete mit kleinen Seen, die aber voller Algen sind.
Mississippi
Ab La Crosse geht es nach Südosten weg vom Mississippi. Die Landschaft ist recht hügelig und hat das Aussehen unserer Mittelgebirge. Es gibt hier viel Landwirtschaft und Wald.
Beim Einkauf in Red Wing ist uns ein älterer Herr, der die Einkäufe einpackt, bis zum Womo nachgekommen und hat uns wärmstens "The House on the Rocks" bei Spring Green empfohlen. Das müssten wir unbedingt sehen. Dies ist der Grund, dass wir in diese Gegend Wisconsins fuhren, denn Bruni meinte, dass hier ein Freilandmuseum mit alten Häusern zu sehen sei. Dem ist aber nicht so. Es ist ein großes Museum, das über Jahre entstanden ist und div. Sammlungen enthält. Eintritt pro Person $ 19,50. Wir haken diesen Vorgang ab.
Von hier geht es quer durch Wisconsin hinüber nach Milwaukee am Lake Michigan, eine Strecke, die ausschließlich von Landwirtschaft beherrscht wird.
Wir sehen auf der SR 32, die zum Scenic Drive rund um den Lake Michigan gehört, herzlich wenig vom See. Zwischen Straße und See ist wieder einmal eine dichte Bebauung. Nur in Kenosha ist ein ganz kurzes Stück mit freiem Blick auf den See. Wir orientieren uns deshalb zur Interstate, da es nur noch einige Meilen bis Illinois sind und damit schon Chicago erreicht ist.
Wir müssen jetzt durch Chicago. Wir entscheiden uns für die Kombination # I – 94 / # I –294. Auf dieser Strecke, die Maut kostet, müssen wir nicht direkt in die Innenstadt. Wir gehen davon aus, dass auf der # I – 294 weniger Verkehr ist. Da haben wir uns aber gewaltig getäuscht. Es ist eine Rennstrecke für Trucks, die sich an keine Geschwindigkeitsbegrenzung halten und dreispurig auf der denkbar schlechten Straße dahindonnern. An diese Truckfahrer kann ich mich kaum gewöhnen. An den Mautstellen stauen sich die Trucks in langen Schlangen. Außerdem sind auf der Strecke versch. Baustellen. Wir kommen langsamer voran als gedacht.
Karte Chicago
Von Chicago Downtown sehen wir nichts. Einmal wegen der Verkehrsdichte und sonst ist es die übliche Bebauung. Ist man durch Chicago hindurch oder wie wir halb darum herum, ist man schon in Indiana. Wir wählen die Strecke über Indianapolis. Um 1:45 pm CDST ist die erste Möglichkeit, auf einer Rest Area zu halten. Wir sind deshalb von Kenosha bis hier ohne Stopp gefahren. Wenn man will, eine idiotische Sache, da dies einer Hetzjagd über drei Stunden entspricht!
In Indiana Landwirtschaft mit Mais und Bohnen. Eine flache Landschaft mit eingestreuten Knicks. Es könnte irgendwo in Norddeutschland sein.
Nach Indiana kommt Ohio. An der Interstate viel Wald. Sonst gibt’s nichts zu berichten. Auf guter Interstate geht es weiter nach Osten. Je näher wir West Virginia und Pennsylvania kommen, desto hügeliger und bewaldeter wird die Landschaft.
Zunächst kommt West Virginia. Der Ohio River bildet die Grenze. Die Fahrt durch West Virginia ist ganz kurz, weil dieser Staat an seiner NW Grenze wie ein Keil zwischen Ohio und Pennsylvania hineinragt.
In Pennsylvania sieht es genauso wie in einem deutschen Mittelgebirge aus. Die Straße, die wir gewählt haben, ist eine Historic National Road, die recht schmal ist und ständig bergauf und –ab über die Hügel geht. An einigen Stellen haben wir weite Sicht über bewaldete Hügel. Leider ist es sehr dunstig. An der Straße lockerer Baumbestand und Wiesen, kleine Orte und viele Häuser sowie Farmen mit Weide- und Landwirtschaft. Große Orte sind Brownsville, am Monongahela, der zusammen mit dem Allegheny River bei Pittsburgh den Ohio bildet und der Ort Uniontown.
Quer vor uns tauchen auf einmal hohe bewaldete Berge auf. In Hopewood, gleich nach Uniontown, beginnt der Anstieg in diese Berge. Seit Wochen der erste richtige Berg und wir fahren mit 25 MPH und Blinklicht, wie es für langsam fahrende Fahrzeuge vorgeschrieben ist. Am Berg schaltet die Motorkühlung zu, die Temperatur des Motors steigt aber nicht im geringsten an, wie dies leider bei unserem FFB immer der Fall war.
Auf der Abfahrt vom Pass kommen wir am Fort Necessity National Battlefield vorbei, das im Britisch – Französischen Kolonialkrieg eine wichtige Rolle spielte.
Der Gouverneur von Virginia, Robert Dinwiddie, warnte 1753 die Franzosen ohne Erfolg davor, in englisches Territorium einzudringen. Ein Jahr später entsandte er Truppen unter dem Befehl von George Washington gegen die Franzosen. Die Franzosen besiegten Washingtons Truppen in der Schlacht von Fort Necessity (3.-4. Juli 1754) und drängten sie nach Virginia zurück. Dies war der Beginn des Britisch-Französischen Kolonialkrieges.
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Wir fahren Achterbahn, denn wir müssen die Ausläufer der Allegheny Mountains queren, denn das Gebirge verläuft in Nord-Süd-Richtung. Es geht also ständig auf- und abwärts, einmal eine Gefällstrecke von 6 % auf 13 Meilen. Die höchste Stelle, die wir erreichen, ist 2.601 Ft.
Der nächste Staat ist Maryland. Wir überqueren die Eastern Continental Divide.
Auch Maryland ist äußerst bergig mit Wald und Wiesen und demzufolge auf den Straßen Steil- und Gefällstrecken und Ausblicke, die aber leider im Dunst versinken.
Der Potomac bildet die Grenze zwischen Maryland und West Virginia. Wir fahren erneut ein kurzes Stück durch West Virginia, um nach Front Royal in Virginia zu kommen, dem Ausgangspunkt für die Fahrt auf dem Blue Ridge Parkway.
Nach AAA Campbook gibt es in Front Royal nur einen teuren KOA Campground. Aber an der Einfahrt steht ein Schild, dass es in 2 mi einen weiteren Campground gibt. Wir fahren dorthin. Es ist der Gooney Creek Campground. Die Campsites liegen malerisch am Gooney Creek, der herrlich rauscht. Spricht die Natur an, so ist das Drumherum am verkommen. Eine Lady von 77 Jahren, geistig sehr helle, betreibt den Platz. In ihrem Büro habe ich die größte Unordnung in meinem Leben gesehen. Es ist unbeschreiblich, in welchem Durcheinander die Dame lebt.
Gooney Creek
Wir haben den Ausgangspunkt für unsere Fahrt über den Skyline Drive und den Blue Ridge Parkway in den Appalachian Mts. erreicht. Die nächsten Tage sind wir nun in Virginia und North Carolina.
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