18. Bericht

18. Bericht 

In Maple Grove (Minneapolis) 11.08. – 27.08.2004

Wir haben Maple Grove bei Minneapolis in Minnesota erreicht. Eigentlich ist das hier unser Wohnort in USA, denn Brunis Schwester stellt uns ihren Namen und ihre Adresse zur Verfügung, wann immer wir diese angeben müssen.

041801 Maple Grove 

Maple Grove

  041802 Graners

Zu einer weiteren Heimat in USA ist uns inzwischen die Familie Graner in Oakley geworden, die uns rundum und liebevoll betreut, wenn wir dort aufkreuzen. Bei Graners haben wir auch unser Womo abgestellt, als wir im März unseren ersten "Heimaturlaub" antraten. Bei der Rückkehr im Juni hat uns Herr Graner nicht nur vom Flughafen abgeholt sondern an unserem Womo bereits einen Service durchgeführt und der Kühlschrank hatte auch die richtige Temperatur! Besser kann man es kaum haben.

                    Gerdi + Rudolf Graner

Nicht zu vergessen unsere Freunde Käthe und John in Trenton, IL, bei St. Louis, die wir seit unendlich langer Zeit kennen und die uns auch immer dann, wenn wir ein Problem haben, irgendwie mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 041803 Skivers  Käthe + John Skivers mit Bruni

Obwohl schon einmal an anderer Stelle ausgeführt, wiederholen wir, dass wir ohne diese drei Familien unsere Touren durch USA nicht ausführen könnten. Jede Familie trägt auf irgend eine Art und Weise zum Gelingen unserer Pläne bei. So ist es nicht verwunderlich, dass unsere Touren so verlaufen, dass wir, wenn es geht, bei jeder Tour an allen drei Stellen aufkreuzen und einige Tage bleiben, d.h. eigentlich irgend etwas richten bzw. neu organisieren.
Richtige Probleme haben wir hier in USA noch nie gehabt. Weder mit Behörden, der Polizei, an Tankstellen und Werkstätten, in Supermärkten, auf den privaten Campgrounds oder den NP bzw. SP mit unseren Nachbarn. Hie und da holpert es auch einmal aber meist löst schon die Frage eines freundlichen Menschen "Can I help you?" etwaige Unsicherheiten. Wir fühlen uns in dieser Situation sehr wohl.

In und um Maple Grove sind alle großen Einkaufsfirmen, inzwischen auch ALDI und IKEA, vertreten und Bruni macht mit ihrer Schwester manche Shoppingtour.
Wir lassen die irgendwann zerbrochene Windschutzscheibe austauschen und den Title (nach deutschen Begriffen der Kfz-Brief) ändern, da der Hersteller des Womos das Modelljahr von 2003 auf 2004 geändert hat. Dies ist beim Verkauf von Vorteil.
Wir pflegen unsere Homepage und bringen sie auf den aktuellsten Stand.
Bei AAA haben wir uns Kartenmaterial für die weitere Tour hinüber zu den Appalachian Mts. besorgt. Eigentlich könnte es jetzt weitergehen. Da gibt es aber noch eine besondere Änderung. Bis dahin machen wir erst einmal einen Ausflug zum Lake Superior und nach Wisconsin.

1998 waren wir bereits mit Brunis Schwester am Lake Superior. Bruni auch schon 1974
oder 75. Mit dem Womo sieht jedoch alles anders auch. Wir betrachten heute Land und Leute auch aus einem anderen Blickwinkel. So ist die Fahrt keine Zeitverschwendung. Außerdem haben wir herrliches Wetter. Klarer blauer Himmel und starker Wind aus Westen. Erst am Spätnachmittag ziehen Wolkenfelder auf.

Von der Fahrt auf der # I – 35 MN nach Duluth gibt es nichts zu berichten. Rechts und links der Straße Wald. Bevor wir nach Duluth hineinfahren gibt es einen Hinweis auf eine Rest Area mit Tourist Information. Sie liegt zwar auf der anderen Seite der Interstate, ist aber einen Abstecher wert, da man von dort eine schöne Aussicht auf Duluth und den Anfang des Lake Superior hat.

 
041804 Duluth
   Duluth

Bald nach Duluth teilt sich die Straße in den North Shore Scenic Drive entlang des Seeufers des Lake Superior und einen Expressway nach Two Harbors. Wir fahren den Scenic Drive. War bis zu dieser Kreuzung eigentlich nichts vom See zu sehen, weil das Ufer mit Privathäusern bebaut ist, fährt man auf dem Scenic Drive weitgehend mit Seeblick. Die Häuser kommen erst hinter der Straße.

   041805 Lake Superior    Lake Superior

Der Scenic Drive endet in Two Harbors. In Two Harbors wird Erz verladen. Im Hafen Verladeanlagen und ein großes Schiff.

Von hier kann man hinaus auf den tiefblauen See schauen und bekommt im Zusammenhang mit den Erzschiffen den Eindruck, dass man am Meer steht, obwohl es bis dahin ca. 2.500 mi. sind. Vergleicht man den Lake Michigan, der etwa die Größe der Adria hat, mit dem Lake Superior, so ist letzterer ein ganzes Stück größer. Er hat eine Größe von 31.700 mi². Wer will, soll es sich in metrische Maße umrechnen. Er ist der größte Süßwasser- und – nach dem Kaspischen Meer – der zweitgrößte See der Welt. Der Lake Superior ist an der tiefsten Stelle 1.333 Ft. tief und im Durchschnitt 439 Ft. Auf ihm können die größten Ozeanschiffe fahren. Er ist der größte See der "Großen Seen" mit einer Länge von 350 mi. und einer Breite von 160 mi. 350 Schiffswracks liegen auf seinem Grund. Die Wellen sollen eine Höhe bis zu 31 Ft. erreichen. Eine Rundfahrt um den See sind 1.300 mi. Diese Daten haben wir alle aus dem Prospekt des Campgrounds in Grand Marais.

Nächster Haltepunkt ist der Gooseberry Falls SP. Hier mündet der kleine Gooseberry River in mehreren schönen Stufen in den Lake Superior. Es ist jetzt im August aber wenig Wasser in den Fällen. 
041806 Gooseberry Falls
  Gooseberry Falls

Nun geht es Meile um Meile durch Wald nach Norden. Nur selten sieht man für einen kurzen Augenblick den See. Ich bin bereit abzubrechen, weil mir das Benzin zu schade ist, um durch Wald zu fahren. Wir suchen deshalb nach einem Campground. Auf den Schildern der SP steht "Full". Die Gegend hier ist von Touristen überlaufen und wir haben Wochenende. Außerdem sind es nur noch ca. 14 Tage bis zum Ende der Ferien und alle scheinen noch schnell einige Tage Urlaub zu machen. Im Ort Schroeder ein privater Campground. Der Mann im Office hat den Überblick verloren. Er markiert etliche Campsites, die entweder schon belegt oder für uns zu klein sind. Außerdem ist alles schräg und zum Schluss meint er, dass er überhaupt keine Full-Hook-Up-Sites frei hat. 30 mi. nördlich, in Grand Marais, wäre ein Campground mit 300 Campsites. Dort sollen wir fragen. Das machen wir auch. Es ist ein Campground der Stadt. Er hat sicherlich die 300 Campsites aber auch noch eine Marina, ein Schwimmbad und etc. Hier kommen wir direkt am See fürs Wochenende unter.

 
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    Grand Marais

Oberer See [Lake Superior]

Oberer See (englisch Lake Superior), größter, tiefster und westlichster der fünf Großen Seen in Nordamerika. Etwa zwei Drittel des Sees liegen in den Vereinigten Staaten von Amerika, ein Drittel liegt in Kanada. Er grenzt im Süden an die US-Bundesstaaten Michigan und Wisconsin, im Nordwesten an Minnesota und im Norden und Osten an die kanadische Provinz Ontario. Er ist circa 560 Kilometer lang, bis zu 260 Kilometer breit, hat eine Oberfläche von rund 82 100 Quadratkilometern und ein Volumen von etwa 12 100 Kubikkilometern. Der See ist bis zu 406 Meter tief und reicht damit – bei seiner Lage in 183 Meter Seehöhe – weit unter den Meeresspiegel. Über den Saint Mary’s River und die Sault-Saint-Marie-Kanäle bestehen Verbindungen zum Huronsee im Südosten. Wichtigste Häfen am Oberen See sind Duluth und Superior in den USA sowie Thunder Bay in Kanada. Entstanden ist der Obere See, wie auch die anderen vier Großen Seen, hauptsächlich während der letzten Eiszeit. Von Nordosten kommende Eismassen schürften eine tektonisch vorgeprägte Senke weiter aus und häuften an deren Rändern Moränenmaterial an.

Die Küstenlinie des Oberen Sees verläuft unregelmäßig, mit einer Reihe großer Buchten. Die Halbinsel Keweenaw in Michigan ragt weit in den See hinein. Das nördliche Seeufer ist von felsigen Kliffs gesäumt. Am Südostufer, nahe Munising in Michigan, befinden sich die Pictured Rocks, vielfarbige Sandsteinkliffs, die zwischen 15 und 90 Meter hoch sind und die an vielen Stellen phantastische Formen bilden. Einige große Wälder grenzen an den See, in den etwa 200 kleine Flüsse wie z. B. der Nipigon und der Saint Louis münden.

Das Land um den Oberen See ist reich an Bodenschätzen, besonders Eisenerz (Hämatit und Takonit) sowie Kupfer-, Nickel- und Silbererze werden abgebaut. Rohstoffe, Getreide und Holz können über den Oberen See und die anderen Seen sowie den Sankt-Lorenz-Seeweg bis an die Ostküste transportiert werden. Obwohl der Obere See nur selten vollständig vereist, müssen seine Häfen doch etwa von Dezember bis Mitte April wegen Nebelbildung und Vereisung geschlossen werden. Der erste Europäer, der den See erreichte, war 1622 der französische Entdecker Etienne Brule.

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Wir hatten in der vergangenen Nacht Gewitterregen. Es hat abgekühlt. Vom Hafen hörte man schon in der Nacht das Nebelhorn, denn über dem See liegt ein Nebelschleier. Wir fahren die gleiche Strecke zurück nach Duluth. Vom Campground aus sind es nur einige Meilen bis nach Duluth hinein. Wir nehmen die Interstate 35. Von ihr zweigt die Straße ab, die hinüber nach Wisconsin geht. Auf einer großen Brücke überqueren wir die St. Louis Bay und sehen hinunter in den Hafen von Duluth mit einem großen Schiff. Hier wird in Speichern Getreide gelagert und in Schiffe verladen, die es über die großen Seen bis an die Ostküste bringen.

Wir sind in Wisconsin.

Wir fahren durch Wiesen und Wald. In einem Seitenweg sieht Bruni für einen Moment einen Moose, d.h. nach unseren Bezeichnungen einen Elch, dann sind wir schon vorbei. Es ist alles sehr sauber und grün. Der Wald beginnt schon ganz sachte, sich herbstlich zu färben. Vor den Häusern große, kurz gemähte Rasen. Die Straße, die wir fahren, ist als Scenic Rd. ausgewiesen. Außer in Herbster und in Cornucopia kommen wir jedoch nicht an den Lake Superior heran. Es geht nur durch Wald.

Wir fahren in diese Ecke Wisconsins, weil hier die Apostel Islands sind und um diese Gegend viel Aufhebens gemacht wird. In Red Cliff kommen wir in ein Indianer Reservat. Damit verbunden ist ein Casino und ein Campground, der direkt am See liegt, aber schief und bucklig ist, von dem man jedoch zum Basswood Island, einer Apostel Insel, hinübersehen kann. Wir übernachten in Bayfield auf dem dortigen Campground der Gemeinde. Von hier sieht man hinüber nach Madeline Island, einer weiteren Apostel Insel.

  041808 Apostel Insel Madeline Island      Das ganze Gebiet erschließt sich nur Bootfahrern. Draußen zw. den Inseln sieht man Segelboote. Von Bayfield aus fahren Touristenboote entlang der Küste zu den Red Cliffs. Nach Madeline Island geht eine Fähre hinüber. Nichts von dem unternehmen wir, denn das Wetter ist umgeschlagen und es ist trüb und regnerisch. Bayfield selbst liegt direkt am Lake Superior, hat Sicht auf den See und ist ein schöner, sauberer Ort mit komfortablen Häusern. Es gibt eine große Marina und die Fähre nach Madeline Island.

Apostel Insel Madeline Island

In Ashland fahren wir innerorts entlang des Sees. Danach geht es durch Wald, Wald und nochmals Wald. An vielen Stellen schon herbstliches Laub. Der Farn wird auch schon gelb. Deutliche Zeichen des beginnenden Herbstes im August!

Nach der Karte sind überall Seen. Wir sehen nur sehr wenige. Erst in Lac du Flambeau, einem anderen Indianer Reservat mit Casino, Hotel, Campground, Läden, sehr großer Schulanlage
etc., kommen wir an etliche Seen heran. Der Ort ist sehr sauber und liegt zw. versch. Seen.

Wir durchqueren auf der SR 64 WI über die Hälfte von Wisconsin. Der Hwy kommt von Marinette an der Green Bay des Lake Michigan und geht bis zur Grenze von Minnesota an der Brücke über den St. Croix River. Die Straße geht abseits der Hauptroute durch Wälder und weite Gebiete, die landwirtschaftlich genutzt werden. Es gibt auch große Viehbestände. Die einzelnen Farmen kann man schon von weitem erkennen, da meist bis zu drei große Silos neben dem Farmhaus stehen. Wisconsin ist weitgehend Agrarland und bekannt für seine Käse- und Milchprodukte. Es ist einer der zehn wichtigsten Agrarstaaten der USA und der „Milchwirtschaftsstaat”. Hauptanbaufrüchte sind Mais, Kartoffeln, Erbsen und Bohnen.

Wir überqueren den St. Croix und sind in Minnesota.
Nun beginnt schlagartig eine andere Welt. Waren wir eben noch in Wäldern und Wiesen unterwegs, so ist die Brück über den St. Croix das Tor zu einer anderen Welt. In Stillwater, dem ersten Ort in Minnesota auf der anderen Flussseite, tanzt der Bär. Der Ort strahlt noch in seinem alten Flair und die Touristen und Autos drücken sich durch die enge Hauptstraße. Wir kennen Stillwater schon aus 1998 und es hat sich nichts geändert.

Fährt man einige Meilen nach Westen, ist man inmitten der bekannten US-Infrastruktur der Malls und auf einer Automeile. Bald danach beginnt die große Hatz auf der # I – 694. Mit Höchstgeschwindigkeit geht es mehrspurig im beginnenden Feierabendverkehr nach Maple Grove.

Bevor wir zu Brunis Schwester fahren, erledigen wir noch unsere Einkäufe. Dabei kommen wir auch zu ALDI, der sich kaum von einem deutschen Laden unterscheidet und deshalb u.E. nicht die Mentalität der Amerikaner trifft. Der Laden ist grundverschieden von den amerikan. Supermärkten und die Präsentation der Waren bereitet den Kunden sichtlich Probleme. Das Publikum liegt im unteren Level. Die Preise jedoch weit unter den anderen Läden. Wal Mart verkauft als billigster Anbieter z.B. Bananen zu 49 Cent das Pfund. ALDI schon für 29 Cent! Hier einzukaufen ist jedoch nicht unser Ding

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