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17. Bericht Vom Yellowstone NP nach Minneapolis 31.07. – 11.08.2004
Wir fahren den Chief Joseph Scenic Hwy. und stellen hier wieder einmal den Vergleich mit dem Allgäu an, weil die Landschaften Ähnlichkeiten haben. Die Berge rundum sehen nicht hoch aus, sind aber alle über 10.000 Ft. hoch.
Wir fahren erneut in einem weiten Tal, dass sich an einer Bergkette entlang zieht. Es ist eine wunderschöne, einsame und weite Bergwelt. Einige Ranchs sind zu sehen, sonst nichts!
Dort wo die Sunlight Rd. in ein einsames Gebirgstal abgeht, beginnt der Anstieg zum Dead Indian Pass. In vielen Kehren und Haarnadelkurven arbeiten wir uns den Berg hoch und mit jeder Meile wird die Aussicht schöner. Auf dem Pass, bei EL. 8.048 Ft., umbraust uns starker Wind.
Auffahrt Dead Indian Pass
Hier hat im September 1877 ein kleines Häuflein von Nez Perce Indianern ihr Gebiet gegen den amerikan. Staat verteidigt. Erfolglos, wie auf den angebrachten Tafeln zu lesen ist. Der kommandierende General hat dafür mit Sicherheit irgendwo eine Gedenktafel bekommen oder es wurde etwas nach ihm benannt. Wenigstens erinnert der Name des Passes an die vielen toten Indianer.
Vom Pass eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge.
Nun fahren wir auf 11 mi. ein Gefälle von 7 % abwärts. An einigen Stellen haben wir Ausblicke auf die tief unten liegende Ebene. Je tiefer wir kommen, desto mehr verändert sich die Landschaft. Wir fahren durch kahle, versteppte Berge, die an Wüste erinnern.
Wir übernachten in Cody, der Stadt von Buffalo Bill und der größten Rodeo, auf einem eher geschmacklosen Campground.
Ab Cody fahren wir durch eine hügelige Landschaft. Es ist ein weites, wüstes Land. Das Gras ist vertrocknet und es sieht alles öde und trostlos aus. Kommt man auf einen Hügelkamm, kann man auf Meilen die Straße sehen.
In der Ferne, im Dunst, die Bighorn Mts., die sich von Nord nach Süd ausdehnen.
Bei Emblem, einem Ort, der nach dem Ortsschild 10 Einwohner haben soll, ist die Gegend auf einmal sehr fruchtbar und es gibt versch. Ranchs. Rund um die Ranchs schöne, hohe Baumgruppen. Dieses fruchtbare Stück Land ist genauso plötzlich vorbei, wie es begonnen hat. Wir fahren wieder durch Wüste, in der aber Deers leben. Drei stehen äsend gleich neben der Straße, eines liegt tot im Straßengraben.
Wir nähern uns Greybull und plötzlich ist wieder alles grün und überall ist Landwirtschaft und Viehzucht. Das bleibt so bis Worland, denn wir fahren im Tal des Bighorn River, das wie eine Oase in der Wüste ist. Wir kommen an Maisfeldern vorbei, es wird Heu gemacht und manche Getreidefelder sind schon abgeerntet. Es liegen nur noch die Strohballen auf den Feldern. Das Getreide wird hier auf ganz niedrigem Halm angebaut.
Ab Worland sind wir dann in einer welligen Wüste unterwegs, die ggf. Foothills (= Vorgebirge) genannt wird. Vor uns die Bighorn Mts., die näher kommen. Wir geraten in eine Baustelle von 13 mi. Es wird mit großen Maschinen eine neue Straße gebaut. Auch hier wieder, wie wir schon auf anderen Baustellen gesehen haben, auf den größten Straßenbaumaschinen Frauen am Steuer. Der Frauenanteil ist im Straßenbau recht groß.
In dieser welligen Landschaft wird auch Öl gepumpt. Überall stehen Pumpen. An anderen Stellen nur Behälter. Wir vermuten, dass auch Gas gefördert wird, denn wir meinen, dass über der ganzen Gegend ein Gasgeruch liegt.
Bisher sind wir durch eine grau-gelbe Landschaft gefahren. Im Tal bei Ten Sleep gibt es dann schönen roten Sandstein und grünes Land.
Wir fahren nun im Bighorn National Forest am Ten Sleep River aufwärts in den Ten Sleep Canyon, ein gelb-graues Sandsteintal, das anfangs recht eng ist. Je höher wir kommen, desto breiter wird das Tal und hohe Sandsteinfelsen ragen auf. In Kehren geht es nun durch dichten Tannenhochwald aufwärts zum Powder River Pass mit EL. 9.666 Ft. Die Baumgrenze dürfte hier im Bighorn NF bei weit über 11.000 Ft. liegen, denn wir fahren auf dem Pass noch immer in Tannenwald. Nun geht es abwärts nach Buffalo. Ab Buffalo geht es durch hügeliges Gras- und Wüstenland. Es ist anfangs wieder einmal eine Einöde. Irgendwo sieht man darin Schotterwege, die sich am Horizont verlieren. Auf weiten Strecken kein Baum und kein Strauch. Nur dort, wo Bäche fließen oder Wasser ist, grüne Oasen. In diesem Gelände wird an vielen Stellen Öl gepumpt.
Wir nähern uns dem Devils Tower. Das Wetter wird immer schlechter. Als wir am Eingang zum Nat. Mon. sind, beginnt es zu regnen. Wir drehen ab und kommen durch eine schöne Gegend der Black Hills. Der Regen wird aber stärker.
Bruni hat entschieden, dass wir den Besuch des Devils Tower wg. Regen ausfallen lassen. Nach der Wetterkarte dürfte es auch Morgen noch regnerisch sein. Wir fahren weiter nach South Dakota.
In Spearfish suchen wir uns einen Campground.
Wir haben uns gerade so mal eingerichtet, als es beginnt, in Strömen zu regnen. Viel mehr als der Regen stört das Geblubber der Harley Davidson, die hier an allen Ecken auftauchen. Während des Tages sind sie uns schon in großen Gruppen begegnet. Jetzt hier auf dem Campground sind sie mehrfach vertreten und man fährt (ich vermute ohne Sinn) ständig hin und her.
Wir fahren durch die Black Hills, die man nicht nur als "Schwarze Hügel" übersetzen sondern als Schwarzwald im deutschen Sinne bezeichnen kann. Wir fahren zuerst durch den engen Spearfish Canyon, der ein schönes Gebirgstal ist. Hier erzählt man uns bei einem Stopp, dass nächste Woche in Deadwood ein Motorradtreffen ist. Man hat unterschiedliche Zahlen bereit. Entweder sollen sich Einhunderttausend oder sogar Dreihunderttausend Motorradfahrer treffen. Jetzt kurven sie einzeln oder in Gruppen durch die Black Hills.
Ein Spruch gefällt uns besonders gut: "It is a good time, not to be here!"
Die US # 385 geht mitten durch die Black Hills. Es ist eine wunderschöne Fahrt durch weite Täler und Wälder, in denen unter den Bäumen Gras wächst.
Wir lassen auch Mt. Rushmore aus, da wir es ja kennen. Bei Crazy Horse wollen wir sehen, ob man weiter gekommen ist. In einer Beziehung gibt es Veränderungen. Man hat eine tolle Straße dorthin gebaut und kassiert jetzt weit vor dem Parkplatz Eintritt. Wir brechen ab, da wir sehen, dass am eigentlichen Monument nichts verändert ist. Es ist nach wie vor nur das Gesicht fertig.
In Custer halten wir nicht, sondern fahren durch zum Custer State Park. Auf dem Campground, den wir von 1998 in Erinnerung haben, finden wir keine freie Campsite. Da die Wolken im SP ganz tief hängen, wir den Needles Hwy nicht fahren können, weil unser Womo nicht durch die Tunnel passt und somit auch der Sylvan Lake ausfällt, verlassen wir gleich wieder den SP und fahren nach Rapid City. Auch hier bleiben wir nicht. Wir fahren durch bis Wall.
Wir fahren von Wall in die Badlands, weil sich das Wetter bestens entwickelt hat. Zuerst geht es bis zum Eingang durch Grasland oder die besserer Bezeichnung "Prärie".
Einfahrt Badlands
Nach dem Pinnacles Eingang probieren wir ein Stück der Rd. nach Saga Creek. Wir kommen aber nur bis zum ersten Overlook, da es eine Waschbrett Rd. ist.
Die Park Loop ist dagegen bestens zu fahren und wir halten bald an jeder Ausbuchtung. Obwohl wir die Badlands kennen, sind wir erneut begeistert von der Landschaft und der Vielfalt der Formen.
Die Badlands
Das nächste Ziel ist der Missouri, der bei Pierre zum Oahe Lake aufgestaut wird.
Wir haben entschieden, dass wir den Missouri [somit den Lake Oahe] weiter aufwärts fahren wollen, und zwar auf der CR 1804 N, SD. Dieser Hwy. geht im Abstand von einigen Meilen am Lake Oahe entlang. Auf Stichstraßen kann man dann zu verschiedenen State Parks fahren, die zu großen Rec. Areas ausgebaut sind.
Oahe Lake - Missouri
Wir fahren alleine durch reines Agrarland, d.h. keine Weidewirtschaft. Wir sehen riesige abgeerntete Getreidefelder, Äcker mit Sonnenblumen, die aber erst spärlich blühen und Maisfelder. An einigen Stellen wird das Getreide gerade geerntet und sofort auf große Trucks geladen. Ansonsten hat hier jede Ranch etliche Silos, die von weitem sichtbar sind und in diesem weiten Land markieren, wo die einzelnen Rancher wohnen.
Man hat uns einiges Informationsmaterial über die Gegend gegeben. Darunter einen Prospekt "Discovering the Legacy of Lewis und Clark".
Lewis und Clark wurden 1803 von Präsident Jefferson mit einer kleinen Armee ausgeschickt, die neu von Louisiana erworbenen Gebiete sowie den Missouri zu erkunden, ein Weg zum Pacific zu finden und freundschaftlichen Kontakt zu den Einwohnern zu knüpfen. Nach über zwei Jahren kehrten sie zu ihrem Ausgangspunkt bei St. Louis zurück.
Hier am heutigen Lake Oahe sind etliche Stellen an denen sich Lewis und Clark aufhielten. So fanden sie im Bereich des heutigen Whitlock SP die Arikara People, die Bauern waren, in großen Rundhütten lebten, die aus Holz, Laub und Erde gebaut waren. Diese Bauern pflanzten Mais, Bohnen, Sonnenblumen und Tabak an. Im SP hat man ein solches Erdhaus nachgebaut.
Es geht weiter auf dem Lewis & Clark Trail. Die Gegend bleibt gleich, nur die Straßenbezeichnungen wechseln am Anfang. Sonnenblumenfelder, Mais und Getreide und dann große Gebiete nur Weideland mit großen Viehherden. So gut wie immer Rinder, vereinzelt Pferde. Im nördlichen Teil der Tagesroute steht das Getreide noch auf dem Halm, südlich liegen nur noch die Strohballen auf den Feldern.
In Selby große Gleisanlagen, hohe Silos und etliche Trucks. Es ist ein Umschlagsplatz für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse.
Wir wechseln hinüber nach North Dakota. Warum es hier eine Grenze gibt, ist uns rein optisch unverständlich. Es bleibt so wie in SD. Landwirtschaft, Weiden, Viehherden. Die Landschaft ist allerdings etwas hügeliger.
In North Dakota ~ Farmland
In North Dakota ~ Farmland
Die # I – 94 führt uns durch eine wellige, satt grüne Prärie nach Osten, die aus Grundmoränen entstanden ist. Gelegentlich sind kleine Seen, Teiche oder Tümpel in die Landschaft eingestreut.
Es gibt aber auch Landwirtschaft mit Getreide, Mais, Bohnen und Sonnenblumenanbau.
Wir verlassen den Missouri und sind recht bald in Minnesota.
Ganz hier in der Nähe – im Itasca SP – nimmt der Mississippi seinen Anfang. Wir machen also auf dem Weg nach Maple Grove einen kleinen Umweg über diesen SP.
Der Mississippi – von den Ojibwe People "Gichiziibi", der Große Fluss, genannt – hat im Itasca SP seinem Ursprung. Es gibt keine Quelle sondern der Abfluss aus dem Nordarm des Lake Itasca wird als Beginn bezeichnet. Deshalb wird dafür auch die Bezeichnung "Headwaters" benutzt.
Aus einem schmalen Schilfgürtel kommt ein glasklarer Bach von ca. 4 m Breite und 50 cm Tiefe, sprudelt über eine künstlich angelegte Steinbarriere und verschwindet zwischen Büschen und Bäumen.
Mississippi Headwaters
50 m weiter fließt er unter einer kleinen Holzbrücke hindurch, die jeder, der zu den Headwaters will, überquert, ohne sich bewusst zu sein, dass dies die erste reguläre Brücke über den Mississippi ist.
Am Beginn des Mississippi steht ein Pfahl mit folgender Inschrift: "Here 1.475 Ft. above the Ocean the mighty Mississippi begins to flow on ist winding way 2.552 miles to the Golf of Mexico". [Hier 1.475 Ft. über N.N. beginnt der mächtige Mississippi seinen gewundenen Weg von 2.552 Meilen zum Golf von Mexico.]
Mississippi Totem
Nun haben wir – eigentlich überraschend für uns – den Anfang des größten Flusssystems der USA (Missouri / Mississippi) erlebt und können außerdem sagen, dass wir etliche Meilen an ihnen entlanggefahren sind und auch den Mündungsbereich gesehen haben.
Es wäre ein schlechter SP, wenn er nicht etliche Erläuterungstafeln aufgestellt hätte. Danach ist das Missouri/Mississippi Flusssystem mit 3.767 mi nach dem Nil (4.147 mi) und dem Amazonas (3.988 mi) das drittlängste der Erde. Unser lieber Vater Rhein ist mit 842 mi an letzter Stelle der Aufstellung zu finden.
Hier im Norden Minnesotas muss es sehr regenreich sein, denn es ist alles wunderschön grün. Keine von der Sonne ausgedörrte Prärie sondern gepflegte Rasen und hübsche Anwesen mit Nadel- und Laubbäumen sowie Blumen, die parkähnlich aussehen.

Junger Mississippi
In dieser Region gibt es ausgedehnte Laubwälder und dann wieder ganze Gegenden nur mit Nadelbäumen. Dazwischen gelegentlich Landwirtschaft. In diese Landschaft eingebettet unzählige große und kleine Seen. Nicht umsonst hat Minnesota auf dem Nummernschild den Zusatz " 10.000 Lakes".
Von den letzten Meilen bis Minneapolis (Maple Grove) ist nichts besonderes zu berichten.
Wir sind bis jetzt etwas über 5.000 mi. gefahren und haben quasi die erste Zwischenetappe auf der zweiten Tour erreicht.
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