13.Bericht

13. Bericht USA – Alaska (AK)

Von Fairbanks über Anchorage nach Seward vom 21.06. – 26.06.05
George Parks Hwy von Fairbanks nach Anchorage [AK # 3]
Seward Hwy von Anchorage nach Seward [AK # 1 / # 9]

Heute ist Mittsommer. In Fairbanks scheint von 2:59 am ADST bis 12:57 am ADST die Sonne. Oder negativ – Fairbanks ist 2 Std. 01 Min. ohne Sonne!

Noch im Bereich von Fairbanks, quert eine Mooskuh im Eilschritt elegant die Straße und verschwindet im Gebüsch.
Ein Stück weiter dann die Anzeige für eine Baustelle von 25 Meilen. Immer wieder Stopps wg. Flagman und lange Staus. Dazwischen etliche Gravelstellen.

Man Fährt nach Anchorage den George Parks Hwy, der auf einem Höhenrücken entlang geht. Nach beiden Seiten Ausblicke und die weite Landschaft. Links in der Ebene etliche Seen oder ein Fluss.

Heute kommt ein Höhepunkt jeder Alaskafahrt – der Denali NP.

Schon 30 mi vorher tauchten die verschneiten Berge auf. Im Denali NP bekommen wir keine Campsite. Wir müssen einige Meilen weiter südl. auf einen privaten Platz. Nur außerhalb der Saison werden eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen auf die Parkroute gelassen. In der Saison geht es mit dem Bus durch den NP. Dazu muss man eine Tour buchen. Bei viel Glück bekommt man die Tour zu dem Tag und zu dem Ziel, das man sich wünscht. Uns war nur zur Hälfte Glück beschieden. Wir bekamen tatsächlich für den kommenden Tag eine Tour.

Die längste Tour geht nach Kantishna. Das sind mit dem Parkbus 90 mi und ein Zeitbedarf von 13 Std..
Bruni möchte den Mt. McKinley sehen. Mit 20.320 Ft. der höchst Berg in Nordamerika. Dazu muss man entweder bis Fish Creek (64 mi – 8 Std.) oder noch ein Stück weiter bis Wonder Lake(85 mi – 11 Std.) fahren. Wir entscheiden uns für Fish Creek. Den Mt. McKinley sehen wir trotzdem nicht. Er ist wolkenverhüllt.

Der große Tag ist da – eine Tour im Denali NP, der Traum wird Wahrheit. Die Tour beginnt kurz nach 9:00 am ADST und dauert mit Pausen bis 5:15 pm ADST, ein guter Arbeitstag!
Es ist ein Bus für ca. 50 Personen. Der Fahrer ist gut. Er fährt langsam und hält, sobald ein Tier gesichtet wird.
Die Landschaft ist großartig, allerdings direkt keine felszerklüfteten Schneeberge. Durch die eingeschränkte Sicht durch Wolken und Dunst kommt sie jedoch nicht so recht zur Geltung. Im Prinzip geht es durch ein früheres, gewaltiges Gletschertal. Die vielen Flüsse sind bis auf Rinnsale trocken.
Hauptsache sind bei dieser Fahrt aber die Tiere. Wir haben in dieser Beziehung Glück und sehen Moose, Caribou, Fuchs, Grizzly und Bergschafe.
Abgesehen davon, dass die Tiere weit entfernt sind (keine Fotos möglich), haben wir viel Glück gehabt. Uns freuen besonders die beiden kapitalen Moosbullen, die wir gesehen haben.
                              
051301 Moosebulle - Postkarte
Moosebulle - Postkarte

Der Fahrer erzählte uns, dass Grizzlys freies Gelände lieben, die Schwarzbären dagegen lieber im Wald leben. Daher die vielen Schwarzbären in BC.  051302 Mt. McKinley - Postkarte

Der folgende Tag bringt Regen. So ist auch der Mt. McKinley von der Straße aus nicht zu sehen. Wir hoffen und hoffen und warten 20 Std. am Viewpoint vergebens auf gute Sicht. Die Wolken schieben sich als um die Bergspitzen. Der Mt. McKinley wird aber nicht sichtbar. Am nächsten Morgen zeigt sich die Bergspitze für einige Minuten in einem kleinen Wolkenloch. Sonst nichts – jetzt wissen wir aber wo der Berg ist!

  Mt. McKinley - Postkarte

 

In Anchorage, dem größten Ort in Alaska, ist alles etwas klein geraten. Der Ort ist uns nicht sympathisch. Es geht deshalb gleich weiter.

Nach Anchorage kommt man zum Cook Inlet und fährt dann bis Portage am Turnagain Arm entlang. Eine sagenhafte Strecke. Der Fjord, die Berge mit Schnee und heute das wunderschöne Wetter. Man sieht etliche Gletscher. Wir halten an einem Viewpoint und Bruni entdeckt in den Bergen über uns etliche weiße Ziegen.

Whittier – ein uns bislang unbekannter Ort – liegt am Prince William Sound und ist von Land her nur durch einen einspurigen Tunnel zu erreichen. In der 2 ½ mi langen Röhre liegen Schienen für die Eisenbahn in der Straße. Nach einem Zeitplan werden die Fahrzeuge / Eisenbahn durchgeschleust.
In Whittier ist man dann in einer anderen Welt. Direkt nach dem Tunnel blickt man auf den Prince William Sound mit den Schneebergen. Wasserfälle auf allen Seiten. Wir buchen eine Rundfahrt durch den Sund.
Es geht mit der "Nunatak" ca. 200 km durch die Fjord- und Gletscherwelt Alaskas. Die Fahrt dauert sechs Stunden.
  
051303 Prince William Sound
                               Plan Prince William Sound

Whittier liegt am Ende des Passage Canal. Gleich gegenüber der Pier zwei Wasserfälle und eine Möwenwand, d.h. Felsen übersät mit Nestern.
Der Passage Canal wird durchfahren und es geht nach Esther Island. Rundum eine sagenhafte Bergwelt. Von Seehöhe bis zu den Bergspitzen alle Vegetationen. Wälder, Matten, Felsen, Schneefelder, Gletscher, Wasserfälle. Es ist einfach wunderbar.
Auf Esther Island wird eine Fish Hatchery angefahren. Hier werden die im Sound lebenden Fische gezüchtet und verkauft. Bald Eagle nisten in der Bucht und fliegen herum. Fische springen aus dem Wasser.051304 Seeotter
Nun geht es durch die Esther Passage in den Port Wells bzw. den Anfang des College Fjord. Man fährt in eine wundervolle Landschaft hinein. Überall Schnee und Gletscher von und auf den Bergen. Neben dem Boot tauchen Seeotter auf, die auf dem Rücken schwimmen, d.h. sie ruhen sich
aus.

Seeotter

 

 

Durch den Iman Fjord geht es zum "Surprise Glacier", der am Ende des Fjordes als "Tidewater Glacier" im Meer endet. Vor dem Gletscher überall Eisschollen. Darauf Harbor Seals. Es ist sagenhaft schön. Irgendwo bricht ständig Eis aus der Wand und donnert ins Wasser. Das Boot liegt mit Breitseite vor dem Gletscher und man kann in aller Ruhe staunen!!!    
051305 Surprise Glacier
                                  Surprise Glacier

   
051306 Surprise Glacier
Surprise Glacier

Für den Rückweg hat sich der Veranstalter den Höhepunkt der Tour aufgespart. Im gleichen Fjord enden in einem Arm gleich vier Tidewater Glacier im Meer: (von links nach rechts) Serpentine Glacier, Cascade Glacier, Barry Glacier und Cox Glacier. Cascade und Barry Glacier vereinigen sich und haben gemeinsam eine riesig hohe zerklüftete Steilwand, die bläulich schimmert.

Eine wahnsinnig aufregende Welt. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Da sind die Gletscher in der Schweiz und in Österreich Kinderspielkram!    
051307 Cox Glacier
Cox Glacier

Hier ist die Gletscherbesichtigung zu Ende. In 1 ½ Std. schneller Fahrt (das Boot ist mit einem super starken Motor ausgerüstet) geht es zurück nach Whittier.

Dieser Tag ist ein Höhepunkt auf unserer Alaska Tour und die Reise wert. Wir werden sicherlich irgendwann wieder hierher kommen.  
051308 Serpentine, Barry, Cox Glacier
Serpentine-, Barry- und Cox Glacier

Nächster Zielort nach Whittier ist Seward, das am Blying Sound im Golf von Alaska liegt. Dazu muss man die Kenai Penisula durchqueren.

Nach einer Rundfahrt durch die Berg- und Gletscherwelt des Prince William Sound kann man sich diese Fahrt eigentlich sparen. Die Landschaft ist ereignislos. Die Berge nicht hoch, bis bald auf die Kämme begrünt und wenig Schnee. Erst in Seward sieht man wieder verschneite Berge mit Gletscher. Seward liegt am Ende der Resurrection Bay.

Auch von Seward aus kann man Glacier Tours unternehmen. Dabei gibt es im wesentlichen aber nur drei Anlaufpunkte. Entweder der Aialik oder der Holgate Glacier in der Aialik Bay bzw. dem Holgate Arm. Eine weitere Tour geht zum Nordwestfjord und dem Northwestern Glacier. Auf kürzeren Touren erfolgt Walwatching.

Der Ort ist nur auf Tourismus eingestellt. Im Hafen ein Kreuzfahrtschiff. Außerdem ist er Fährhafen nach Valdez, Kodiak und Homer.

Wir verlassen schon nach zwei Stunden Seward.

Seward, AK, 26.06.2005

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