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12. Bericht Canada – Yukon Territory (YT) USA – Alaska (AK)
Von Haines (AK) nach Fairbanks (AK) vom 17.06. – 20.06.05
Um von Haines in Alaska nach Fairbanks in Alaska zu kommen, muss man auf der Straße nach Canada. Nur mit dem Schiff oder dem Flugzeug kann man sich diese Fahrerei ersparen.
In Canada dann ein Stück durch British Columbia hinein nach Yukon Territory. Auf dem Alaska Hwy erreicht man endlich die USA und Alaska. Bei dieser Prozedur erlebt man zwei ordentliche Grenzkontrollen, denn die Canadier und die Amerikaner nehmen diese Grenzen sehr, sehr ernst.
Um ins Kernland Alaskas zu kommen, geht es also zurück nach Canada. Die ersten Meilen führt der Haines Hwy [früher Dalton Trail] am Chilkat River aufwärts.

Bei einem Viewpoint lesen wir, dass es auch jetzt schon Salmons im River gibt. Man sieht allerdings nichts. Auch keine Bären, dafür immer und immer wieder Kot auf der Straße.
Wir haben erneut sagenhaftes Wetter. Der Dunst trübt etwas die Fernsicht. Aber die Berge sind so groß, so voller Schnee und Eis, dass man sie nicht übersehen kann. Eine wunderbare Landschaft. Es tauchen immer wieder neue Bergketten auf.
Die USA Grenze ist offen. 600 m weiter die Grenze Canadas. Eine Lady kommt aus dem Gebäude und begrüßt uns. Dabei zieht sie Handschuhe an? Das übliche woher, wohin, warum, wie lange, etc. Wir bekommen einen neuen Grenzstempel und einen stat. Fragebogen und es kann weitergehen.
Nach der Grenze zuerst ein Schild, dass der nächste Service in 184 km ist! Dann geht es etliche Meilen aufwärts zum Chilkat Pass. Die Aussichten auf dem Weg dorthin sind unbeschreiblich schön. Der Pass ist in baumlosem Gebiet, überall Schneereste aber auch Buschland. Zurück nach Alaska ein sagenhaftes Panorama. Eine wunderbare in Schnee und Eis versunkene Gebirgslandschaft. Darin unzählbare große und kleine Gletscher.
Richtung Alaska Hwy fährt man durch ein breites Hochgebirgstal. Rechts und links Berge mit und ohne Schnee, streckenweise Bäume, dann nur Gebüsch. Kleine Seen und aus allen Richtungen große und kleine, glasklare Gebirgsbäche. Wir sind weitgehend alleine unterwegs. Gelegentlich ein Auto. Kaum Womos.
Bei Haines Jct. stößt man wieder auf den Alaska Hwy. Bis nach Fairbanks sind es jetzt nur noch 900 km.
Über das Panorama auf dem Rest des Haines Hwy und auf dem Alaska Hwy muss man nicht rätseln. Es ist weiterhin wunderbar schön. Bei Haines Jct. sind die Berge noch schneebedeckt. Der Schnee wird nun weniger, es folgen kahle, weniger hohe Berge. Der Alaska Hwy muss bis zum Kluane Lake über zwei Pässe, den Bear Creek Summit und den Boutillier Summit.
Im Weiteren verläuft der Alaska Hwy in einem weiten Hochtal. Rechts sind die Berge nach unseren Begriffen eher Mittelgebirge und ohne Schnee; links haben sie die Höhe wie in den Alpen. Aber es sind immer nur kurzzeitige Eindrücke, die man aufnimmt, denn mit jeder neuen Meile gibt es andere Landschaftsbilder.
Nach dem Boutillier Summit geht es abwärts zum Kluane Lake, der ganz grünes Wasser hat. Es geht wieder einmal sehr lange am See entlang. Dabei die erste Großbaustelle.
Baustelle Alaska Hwy
Hinter einem Pilot Car überwindet man mehrere Kilometer Gravelroad. Wir werden angewiesen, Licht und Warnblinkanlage einzuschalten. Es wäre eine recht staubige Strecke. So ist es dann auch. Mit riesigen Baustellenfahrzeugen wird die Erde bewegt. Auf den Trucks, die aussehen, als kämen sie von einem anderen Stern, sitzen wieder Frauen und zwar recht zierliche Ladys. Und es folgt eine weitere Baustelle, bei der sich Gravel und Pavement abwechseln. Da wir das Fahren auf Gravelroad auf dem Cassiar Hwy gelernt haben, geht es zwischen etlichen anderen Fahrzeugen und Womos flott weiter.
An einer anderen Stelle flicken sie die Fahrbahndecke. Mit einer Maschine wird der Asphalt aufgeschnitten und der Untergrund 25 cm ausgehoben, wobei der Asphalt höchstens 3 cm dick ist. Kein Wunder, dass sie die Schäden nicht in den Griff bekommen, denn der Alaska Hwy ist in YT eine Zumutung. So viele Flicken, Schlaglöcher, abgesunkene Stellen, Bumps und Wellen haben wir noch nicht mal auf dem Cassiar Hwy gehabt. Wir schwanken, rütteln und springen, als wären wir auf See bei Windstärke 4 – 5! Die Fahrt erfordert höchste Konzentration, so dass für die Landschaft kaum ein Auge bleibt. Das ist auch nicht schlimm, denn die Landschaft ist weit und es gibt nur flache Bergzüge, somit wenig interessant.
Erneut die Grenze. Jetzt Canada / USA. In Canada keine Kontrolle. An der US Grenze die bekannte Fragerei. Diesmal sogar nach Fleisch. Bruni verkündet, wir hätten keines dabei, weil wir Vegetarier sind. Mit einem "na ja Lächeln" bekommen wir die Pässe und sind wieder in den USA.
Die Grenze zwischen CDN und USA verläuft auf dem 141°W. Sie ist als ein mehrere Meter breiter, baumloser Streifen markiert und beginnt in Gordon an der Beaufort See (Polarmeer) und endet in der Nähe des Mt. St. Elias im Kluane NP (AK) auf 60,30°N.
Wenige Meilen nach der Grenze hat man von einer Anhöhe einen schönen Blick über die Landschaft, die aus Wald, Seen und Mooren besteht. Es ist alles recht flach. Irgendwo auf der Strecke bis Tetlin Jct. ist dann der Tanana River links neben uns. Er löst die Seen ab und bleibt bis Fairbanks am Hwy. Der erste größere Ort ist Tok, ein Versorgungspunkt mit recht viel Betrieb. Die Womos bestimmen weitgehend das Straßenbild. Hier zweigt die Straße nach Valdez und Anchorage ab.
Wir haben gestern spontan entschieden, zuerst die Strecke nach Fairbanks zu nehmen und bleiben daher auf dem Alaska Hwy bis Delta Jct. Nach Tok ist der Hwy kerzengerade; bald wie eine Schneise. Das wiederholt sich mehrmals. Der Straßenzustand ist ausgezeichnet. Nur ganz wenige Aufbrüche und Verwerfungen; einige kurze Gravelstückchen. Es geht ereignislos durch jungen Mischwald, wenn man von der Mooskuh absieht, die am Straßenrand gegrast hat und im Wald verschwand, als wir auf gleicher Höhe mit ihr waren. Von der Landschaft ist wenig zu sehen, da an manchen Stellen die Wolken bis auf die Straße hängen.
Delta Jct. ist ein weiterer Versorgungspunkt. Hier zweigt die AK # 4 nach Valdez ab. Es ist der offizielle Endpunkt des Alaska Hwy. Von hier nach Fairbanks ist es nun der Richardson Hwy, der von Valdez kommt. Auf dem Richardson Hwy eine Regenfahrt. Nichts zu sehen, außer an versch. Stellen der Tanaka River, schlammig braun.
Campground am Quarz Lake

Fairbanks ist erreicht. Eine Stadt nach amerikanischem Muster. Überall eilfertiger Betrieb. Die Menschen hier müssen sicherlich die mehr als sechs Monate in Dunkelheit und Schnee durch Hektik ausgleichen. Jetzt im Mittsommer scheint in Fairbanks die Sonne 22 Std. Da hat man Zeit für Aktivitäten.
Fairbanks, AK, 20.06.05
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