11. Bericht

11. Bericht Canada – Yukon Territory ( YT )
     Im Yukon Territory vom 13.06. – 18.06.2005

Auf dem Alaska Hwy von Watson Lake nach Whitehorse

Alaska Hwy [ALCAN]
V
on Dawson Creek nach Delta Junction / Fairbanks ( BC # 97 – YT # 1 – AK # 2 )

Die Straße verbindet Dawson Creek in British Columbia mit Fairbanks in Alaska und war am Anfang 2.288 km lang. Sie wurde erst im 2. Weltkrieg verwirklicht, da sich damals die Canadier der japanischen Bedrohung der USA und dem Angriff auf Pearl Harbour am 7.12.1941 nicht mehr verschließen konnten. Vorher hatten sie genügend Gründe, das unkontrollierte Eindringen aus den USA zu verhindern. Gebaut haben ihn 11.000 US Soldaten. Der Bau wurde an drei Stellen begonnen und dauerte nur sechs Monate. Im November 1942 wurde er offiziell eingeweiht. Nach dem Krieg wurde er an Canada übergeben.
Seit 1952 ist er vollständig asphaltiert. Dennoch wird auf langen Baustellenstrecken auf Gravel gefahren – meist nach langen Wartezeiten hinter Pilotcars.
Offiziell endet der Alaska Hwy in Delta Junction. Das anschließende Teilstück von 160 km bis Fairbanks – der Richardson Hwy – wird als natürliche Fortsetzung betrachtet und somit auch als Alaska Hwy bezeichnet.

Bereits 1902 führte ein Trail von Valdez am Golf von Alaska nach Fairbanks. Bis 1907 wurde er zur Postkutschenstrecke ausgebaut und 1919 dann als wetterfeste Straße und als Richardson Road bezeichnet.

Von Watson Lake nach Whitehorse sind es 265 mi, eine Tagesetappe beim gut ausgebauten Alaska Hwy. Er ist eine Straße der Womos und der Trailer. Die Trucks sind recht wenig vertreten.

        051101 Sign Forest in Watson Lake

                         Sign Forest in Watson Lake

Es geht – mehr oder weniger auf einem Damm – durch eine leicht gewellte Landschaft. Anfangs noch flach, dann nach ca. 40 mi wieder Berge neben uns. Vor uns sind versch. Gebirgszüge zu sehen, auf denen die Schneefelder in der Sonne leuchten.

Auch heute haben wir wieder einen Schwarzbären gesehen, der am Waldrand entlang trottete. Sonst gab es keine Tiere zu sehen. An manchen Stellen sieht man den Hwy auf Kilometer als Schneise im Wald.

Es geht lange am Rancheria River und dann am Swift River entlang. Die Landschaft ist weit, weit, wie man sie sich in Europa nicht vorstellen kann.
Hier verläuft die Continental Divide. Die südl. davon gelegenen River werden über den Mackenzie River ins Nordpolameer entwässert, die nördl. River gehen über den Yukon River in den Pazifik.

Der Alaska Hwy verläuft in diesem Abschnitt auf einem kleinen Stück in British Columbia.

Bald darauf erreicht er den Tessin Lake und begleitet ihn ca. 50 km. Insgesamt ist dieser See ungefähr 130 km lang. Bei Johnson's Crossing ist er zu Ende. Nach weiteren 50 km folgt eine Abzweigung nach Tagish, am gleichnamigen See. Dieser See ist quasi die "Quelle" des Yukon. Ihm folgt der Marsh Lake und damit eigentlich schon der Yukon River, den man damit in seinem oberen Lauf überquert. Ab der Brücke hat der sich zum Fluss verengende Marsh Lake den Namen "Yukon River". Bis nach Whitehorse sind es nur noch wenige Kilometer.

    Yukon River,

    Fluss im Nordwesten Nordamerikas mit einer Länge von 3.190 Kilometern und einer Breite von bis zu 50 Kilometern. Der Fluss hat ein Einzugsgebiet von mehr als 854 000 Quadratkilometern und entfließt dem Tagishsee, der an der Grenze der kanadischen Verwaltungsgebiete British Columbia und Yukon Territory liegt. Der Quellfluss des Yukon ist der Nisutlin, ein Zufluss des Teslinsees. Im Yukon Territory fließt er in nordwestlicher Richtung, vorbei an Whitehorse, Carmacks, Fort Selkirk und Dawson; seine wichtigsten Nebenflüsse in diesem Gebiet sind der Big Salmon, der Pelly, der White, der Stewart und der Klondike. Den Bundesstaat Alaska durchfließt er 2 036 Kilometer lang in westlicher Richtung und mündet durch ein großes Delta in das Beringmeer. Die wichtigsten Nebenflüsse in Alaska sind der Porcupine, der Tanana und der Koyukuk.

    Der Yukon ist für Handelsschiffe mit geringem Tiefgang stromaufwärts bis nach Whitehorse schiffbar. Der Fluss war russischen Pelzhändlern bereits 1831 bekannt und am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Verkehrsweg. Heute wird er hauptsächlich vom Regionalverkehr befahren.

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Whitehorse

Whitehorse lebt – wie viele Orte in der Welt – von den Taten und Leiden der Vorvorderen. In Whitehorse leben heute mehr als 20.000 Menschen. Es ist Regierungssitz des Yukon Territory, Touristenzentrum und Versorgungsplatz für diejenigen, die weiter in den Norden vorstoßen
wollen.
Die große Zeit von Whitehorse begann 1898. Damals war es Etappe der Goldsucher auf dem Weg von Skagway nach Dawson im Yukon-Klondike Gebiet, dort wo die Goldfelder lagen. Der Name ist eine Assoziation, die von den Goldsuchern stammt. Hatten sie auf ihrem Weg von Skagway den Chilkoot Pass überwunden, fuhren sie ab dem Bennett Lake in selbstgezimmerten Booten, Flössen etc. über die Bäche und Seen nach Whitehorse. Bevor sie jedoch dort ankamen, mussten sie durch den Miles Canyon mit seinen gefährlichen Stromschnellen, die so schäumten, dass es aussah, als wäre es die Mähne eines Schimmel. Viele kamen in diesen Stromschnellen um. Heute staut dort ein Damm den Fluss auf und die Stromschnellen sind im Swatka Lake versunken.

  051102 Miles Canyon      

                     Miles Canyon

Damals ging es dann mit dem Raddampfer – wenn man die Fahrt bezahlen konnte – weiter nach Dawson. 1900 wurde es dann Bahnstation. Von Skagway kam eine Eisenbahn herauf. Damit war es Umschlagplatz zwischen Eisenbahn und Flussdampfern.

Der Klondike Goldrausch dauerte nur wenige Jahre. Dann versank auch Whitehorse in der Einsamkeit Yukons, bis 1942 der Alaska Hwy gebaut wurde.

Auf dem Klondike Hwy von Whitehorse nach Skagway / Haines (Alaska)

Klondike Hwy
Von Skagway (AK 98) nach Dawson City (BC / YT # 2)

Der Klondike Hwy durchläuft in seinem südlichen Abschnitt drei Gebiete. In Canada - Yukon Territory und ein Stück British Columbia und in USA - Alaska.

Die Straße nach Skagway in Alaska soll eine der schönsten landschaftlichen Strecken im hohen Norden sein. Leider zeigt man sie uns das nicht. Je näher wir Skagway kommen, desto mehr Wolken gibt es. Am Tutshi Lake hängen die Wolken schon so tief, dass man die Berge nicht mehr sieht. Am White Pass, der Grenze CDN / USA, fahren wir einige Kilometer in Wolken.

An der US Grenze werden wir gescheckt, d.h. unsere Daten werden im Computer überprüft.

Die "wunderschöne" Abfahrt nach Skagway versinkt in Wolken. Kein Berg ist zu sehen. Leichter Regen ist die Begrüßung. 051103 Kreuzfahrschiffe in Skagway Um 10:30 am ADST stehen wir an der Fähre in Skagway. Es liegen vier Kreuzfahrer im Hafen. Die Passagiere sind im Ort. Dort wimmelt es nur so von Touristen. Wir machen eine Rundfahrt von einigen Minuten, dann warten wir am Fährterminal, dass es um 1:00 ADST öffnet. Wir waren natürlich eine Stunde zu früh, da wir die Uhren nicht umgestellt hatten. Alaska hat noch eine Stunde weniger auf GTM.

Ohne große Probleme bekommen wir ein Ticket für die Überfahrt nach Haines. Mit
US $ 167 allerdings ein stolzer Preis für ca. 22 km. Aber von Skagway zurück nach Whitehorse und über Haines Jct. nach Haines sind es über 500 km. Die reinen Spritkosten sind damit höher als das     
Fährticket.                                            
Kreuzfahrschiffe in Skagway

    Klondike Gold Rush

    Klondike, kanadischer Fluss im westlichen Yukon Territory. Der 150 Kilometer lange Klondike ist ein rechter Nebenfluss des Yukon River, in den er bei Dawson mündet. Am
    16. August 1896 fand man Goldseifen im Bonanza Creek, einem Nebenfluss des Klondike. Dies löste einen Goldrausch aus. Der Abbau von Gold wurde 1966 eingestellt.

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Im Juli 1897 trafen die ersten Boote mit Prospectoren (Goldsucher) in Skagway ein und bereits im Oktober desselben Jahres lebten in und um Skagway am Inlet 20.000 Menschen. In damaligen Ort Dyea, heute nur noch kaum sichtbare Reste, waren es über 10.000 Menschen. Bereits 1903 war es aber schon Ghost Town. Skagway erging es ähnlich, blieb aber erhalten und lebt heute von den Touristen.
Skagway war Ausgangspunkt für den langen Weg in die Goldgebiete am Yukon bei Dawson. Zwei Wege gab es dahin. Einer führt über den White Pass; der andere über den Chilkoot Pass, wobei der Trail über den White Pass länger war. Man konnte auf diesem Weg aber Pferde und Maulesel einsetzen.
Der Weg über den Chilkoot Pass hatte den Vorteil, dass man die Goldfelder ab dem Lake
Bennett, der ca. 12 km vom Pass entfernt ist, auf dem Wasserweg erreichen konnte. Der Lake Bennett ist ein Nebenarm im Quellgebiet des Yukon.

Die Fähre kommt am späten Nachmittag. Wir bordern um 6:00 pm ADST. Es ist eine lange und nach unseren Vorstellungen umständliche Beladung. Versch. Personen prüfen Tickets und Identität – doppelt. Eine andere Person kontrolliert den Gaskasten und schließlich erfolgt durch eine weitere Person die Freigabe für die Fahrt auf die Fähre, die von der Seite beladen wird. Etliche Womos und Pick-up drehen in der Fähre. Wir stehen in Fahrtrichtung, müssen dann aber in Haines rückwärts fahren und am Ausgang drehen. Am frühen Abend ist Haines und damit Alaska erreicht.

051104 Landschaft bei Haines
Landschaft bei Haines

Flug über den Glacier Bay NP

Bei Haines liegt der Glacier Bay NP. Wir möchten dorthin eine Bootsfahrt und einen Flug machen. Bei "The Travel Connection" hören wir, dass es von Haines keine Bootsfahrten gibt. Man muss entweder nach Juneau oder Anchorage. Von dort gibt es Rundfahrten. Da wäre also nicht zu machen.
Ein Rundflug von 1 ½ Std. ist möglich. Er startet um 5:00 pm ADST. Bruni will nicht mitfliegen. Ich buche den Flug, wobei das Wetter zum Nachmittag immer besser wird.

Kurz vor 5:00 pm ADST werde ich zum Gletscherflug über den Glacier Bay NP abgeholt. Der Fahrer des PKW ist gleichzeitig der Pilot. Mit mir in dem Kleinflugzeug noch ein kanadisches Ehepaar. Ich sitze neben dem Pilot. Wir stülpen uns die Kopfhörer über und können uns damit untereinander verständigen und hören die Gespräche der Flugüberwachung. Der Pilot meldet uns zum Westarm ab.
  051105 Rundflugmaschine          Rundflugmaschine

Der Flugplatz liegt am Chilkat River. Der Pilot fährt das Flugzeug wie ein Auto auf die Piste und startet durch. Gleich darauf sind wir über dem River und nur Minuten später in der Gletscherwelt. Es ist sagenhaft.

 

 

 

 

    
051106 Gletscherflug
Gletscherflug

Der Flug geht über etliche Gletscher, deren Namen der Pilot jedes Mal nennt. An manchen Stellen überfliegt er nur in knapper Höhe die Berge. Traumhaft. Es geht ungefähr 40 Min. in die Gletscherwelt hinein. Am höchsten Berg dieser Gegend wird knapp vorbeigeflogen. Danach geht es in nur wenige Metern Höhe über einen Gletscher hinweg auf den Rückweg. Im Schnee sieht man eine Spur; nach Aussage des Piloten ist es eine Wolffährte.

              
051107 Gletscherflug

Gletscherflug

Auf dem Rückweg die Gletscher, Berge, Seen und die Meeresarme aus einem anderen Blickwinkel und bei anderer Beleuchtung. Traumhaft bei diesem sagenhaften Wetter. Es ist der schönste Tripp, den ich bislang gemacht habe. Schade, dass Bruni den Flug nicht mitgemacht hat. 
051108 Gletscherflug

Gletscherflug

Haines, AK, 16.06.2005

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