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- 10. Bericht
- Vom Capitol Reef NP zum Monument Valley 5.07. – 17.07.2004
- Wir verlassen den Capitol Reef NP und fahren die # 24 E, UT nach Hanksville. Die meiste Zeit davon fahren wir im Tal des Fremont River. Der Fluss gibt genug Wasser, damit sich an ihm immer wieder größere fruchtbare Oasen inmitten der Wüste bilden können.
- Wir fahren noch immer durch gelb-rote Felswände, die himmelhoch über uns aufragen.
- An der # 24 mündet Grand Wash. Von hier kann man die Strecke laufen, auf der wir heute Morgen unterwegs waren. Nach der Höhe und Form der Felsen, dürften wir ganz kurz vor der # 24 UT unsere Wanderung abgebrochen und zum Womo zurückgelaufen sein.
- Ab hier verändert sich langsam die Landschaft. Das Tal des Fremont wird breiter und die Felsen runder und niedriger. Ohne Übergang sind wir auf einmal in einer anderen Landschaft. Die Farbe grau und ein schmutziges gelb dominieren in den in der Landschaft stehenden Formationen, denn wir wissen nicht, ob es überhaupt noch Felsen sind.

- Graue Landschaft
- Ein Stück weiter dann schwarzgraue Hügel, durch die sich tiefe Wasserrinnen ziehen. Es könnte Tuffstein oder noch eher Bims sein? Die Gegend wird immer flacher und in der Ferne sehen wir einzeln stehende Berge.

- Grauer Tafelberg
- Andererseits ragen rechts von uns die Henry Mts. auf. Über allem braut sich ein Gewitter zusammen und später regnet es ein wenig.
- Seit Tagen fahren wir hier im Uhrzeigersinn um die Henry Mountains. Von der # 12 UT lagen sie für uns hinter dem Capitol Reef NP im Osten. Von der # 24 UT waren sie im Süden und jetzt, von der # 95 UT, liegen sie im Westen. Meile um Meile fahren wir nach Süden. Es ist eine weite Steppe bzw. Wüste, ohne jegliche erkennbare Besiedlung. Gelegentlich einige Erhebungen, die durch Erosion in einigen Zehntausend Jahren auch einmal Berge sein dürften.
- Nach der Jct. # 95 / # 276 UT fahren wir in einen weiten Canyon mit abgerundeten Felsen. Wir sind in dieser Landschaft so gut wie alleine unterwegs. Gelegentlich kommt uns ein Fahrzeug entgegen, einmal sogar vier Womos hintereinander.
- Es ist ein wunderschöner Canyon, der in der Morgensonne schokoladenbraun glänzt. Die Felsen, die ja am Anfang sehr rund waren, streben jetzt wieder mit glatten Wänden in den Himmel. Es macht sich alles wunderschön vor tiefblauem Himmel mit einigen Sturmwolken; aber im Prinzip finden wir es "nur noch schön", weil wir durch höhere, glättere, farbigere, dichter zusammen stehende Felscanyon gefahren und gelaufen sind. Ein "A" oder ein "O" gibt es nur noch, wenn es grandios ist!!
- Im Tal des North Wash

- Die # 95 UT windet sich durch diesen Canyon, in dem der North Wash mit ganz wenig Wasser fließt. Wir sind inzwischen in der Glen Canyon Nat. Rec. Area und nähern uns dem Colorado River und dem Lake Powell. Die Landschaft wird grandioser. Die Felsen rechts und links des Canyon werden monumentaler. Sie sind höher, glatter und kantiger. Für diese Landschaft ist das Prädikat "gewaltig" wieder angebracht.
- Wir stehen auf dem Lake Powell Overlook. Unter uns das schmale, graue Band des Colorado River in einem weiten, sandigen und grünen Tal. Es ist wenig Wasser im Lake Powell, der hier, bei Hite, seinen Anfang haben dürfte.
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- Colorado River bei Hite
- Kein nennenswerter Baum in der Ebene. Die Sonne brennt vom Himmel und auf den im Reiseführer genannten "unorganisierten, wilden" Campgrounds kaum ein Womo, denn man würde in der Hitze vergehen. Außer uns sind hier kaum Touristen anzutreffen.
- Auf einer großen Schleife geht es hinunter ins Tal und wir überqueren auf der einzigen Brücke zw. Moab und Glen Canyon Damm bei Page den Colorado River.

- Colorado River bei Hite
- Die # 95 UT nennt sich jetzt "Bicentennial Highway" und führt durch eine weite Landschaft, wobei die hochaufragenden Wände "geschichtet" sind, es gibt mehr Sand als Fels. Wie queren eine riesige Ebene und vor uns hohe Tafelberge.
- Wir sind hier alleine mit unserem Womo, auf einer wunderbaren, neuen Straße, der Wüste und zerklüfteten Bergen, in den verschiedensten braun-rot Tönen bis hin zu orange. An unserer linken Seite nun der White River Canyon, dem wir bis in das Natural Bridges Nat. Monument folgen.
Der White River hat sich in hellgelbes Gestein gegraben und in der Ebene die verschiedensten Sorten Juniperus, als Büsche oder kleine Bäume. Rundherum rote Tafelberge. Aus einem dieser Tafelberge ragt ein Felstower heraus, der "Jacobs Stuhl" genannt wird. Einige Meilen weiter steht mitten im Tal eine Formation, die "Cheese Box" (Käseglocke) genannt wird. Ein abgeflachter Fels mit einem kleinen Türmchen in der Mitte, dem Griff der Box. Käseglocke
- Zwischen den Bergen eröffnet sich ein Ausblick in eine flache Wüste ohne Ende. Man sieht so weit, bis die Erde die Krümmung macht!
- Im Natural Bridges NM angekommen, holen wir uns im Visitor Center Unterlagen und fahren auf den Campground, der 13 Sites hat, wovon nur eine belegt ist. Wir stehen zwischen Juniperusbäumen, haben alle Fenster und die Tür auf und im Womo haben wir 34,6° C. Wir sitzen noch lange vorm Womo und blicken über die Bäume und das Tal. Die Wolken ziehen sich immer mehr zusammen und rundum sind Wetterleuchten. Später, als wir schon im Bett sind, gibt es noch einen leichten Gewitterregen.
- Kurz nach 6:00 am MDST steht Bruni am nächsten Morgen auf. Wir möchten, solange es noch einigermaßen kühl ist, die drei Naturbrücken im Natural Bridges NM besichtigen. Wir kommen zur Sipapu Brücke, da ist die Sonne noch nicht so hoch am Himmel, um in den White Canyon hineinzuleuchten. Also frühstücken wir zuerst.
- Dann steigen wir über Steine, Naturtreppen, Felsbalkone, Eisentreppen mit Geländer und Holzleitern in den White Canyon hinunter. Er ist recht tief und ungeheure Kräfte müssen hier die Felsen rundgeschliffen haben. Auf einem breiten Balkon, von dem man die Sipapu Brücke gut sehen kann, bleibt Bruni zurück. Ich steige alleine bis zum Boden hinunter. Hier wachsen Eichenbäume und Kakteen! Spuren von Deers sind im nassen Sand und an manchen Stellen stehen groß Regenwasserpfützen. Über mir der Bogen, der inzwischen in der Sonne ist, den ich aber nicht richtig ins Bild bekomme. Er ist zu groß. Auf dem Talboden hindern mich die Bäume, Kakteen, Sträucher, die Wassertümpel und die Felsen in die richtige Entfernung zu kommen, um den Bogen schön zu fotografieren. Ich muss mich mit weniger begnügen.

- Sipapu Brücke
- Der Aufstieg auf den Balkon zu Bruni bringt mich an den Rand meiner Leistungsreserven.
- Dementsprechend fällt die Besichtigung der Kachima Brücke aus. Wir fahren bis zum Parkplatz und laufen zum Overlook. Die Brücke liegt so tief im Canyon, dass man nur wenig sieht und keine vernünftige Bilder machen kann.

- Bei der Owachomo Brücke
ist das ganz anders. Sie liegt im Armstrong Canyon und ist zu Fuß recht leicht zu erreichen. Wir steigen deshalb in den Canyon hinunter und stehen kurz darauf unter der zweitgrößten Naturbrücke der Welt! Die Größte ist die Rainbow Bridge im Glen Canyon am Lake Powell. Bruni bleibt hier zurück, während ich weiter absteige, um die schönsten Fotostandorte zu suchen.
- Es geht weiter über die Cedar Mesa, ein dicht bewaldetes Hochplateau. Kiefern, Pinien und versch. Juniperus Bäume und Sträucher wechseln sich ab. An der Jct. # 95 / # 261 UT stehen auf der # 261 mehrere große Schilder, die darüber aufklären, dass nach 23 mi. ein 10 % Gefälle mit "Switchbacks" (eine Serpentinenstraße / Gebirgsstraße) auf Gravelroad kommt. Trucks über ein bestimmtes Gewicht, Trailer, Busse und Womos, die PKW ziehen, dürfen die Strecke nicht benutzen.
- Die Fahrt über diese Hochebene ist uninteressant und hat keine Abwechslungen. Nach den 23 mi. kommt zuerst eine Geschwindigkeitsbeschränkung, dann erneut die Schilder aber mit dem Hinweis, dass man nur 5 MPH fahren soll und dann die Gravelroad. Es geht abwärts, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Nach einigen Hundert Metern eine Kurve und ein Overlook. Wir stehen am Rand einer Felswand, die fast senkrecht aus der Ebene aufragt, die tief unter uns liegt. Wir sehen das Valley of the Gods. Der Hwy. nur ein schmales Band, das sich in der Ferne verliert.

- Switchbacks
- Wie wir da hinabschauen, kommt ein Truck mit ellenlangem Auflieger die Serpentinen hoch und gleich danach eine Womo. Wir sind etwas schockiert, da wir sehen, wie der Truck durch die Kurven fährt und uns die Frage stellen, wie wir ausgesehen hätten, wenn er uns in einer solchen Kurve begegnet
- wäre?
- Die Straßenbauer haben hier eine Glanzleistung vollbracht. Die Straße geht in der Tat in der senkrechten Wand hoch. Wir beobachten aus dem Tal ein Womo, wie es sich langsam darin hocharbeitet.
- In der Ebene geht gleich die "Valley of the Gods Rd." ab, eine Loop, durch ein Gebiet, das dem Monument Valley ähnlich ist. Da etliche Overlooks in der Karte eingezeichnet sind fahren wir diese Strecke, eine Gravelroad, die sich gut fährt. H.-R. Grundmann schreibt in seinem Reiseführer auf Seite 412: "Beim Abstieg in das Valley of the Gods (S. 429) mit großartiger Aussicht über das weite Tal ist einziger Höhepunkt bis Mexican Hat". Wir sehen also keine Probleme. Dann kommt eine Baumaschine und die Road wird schlechter. An manchen Stellen aufgewühlter roter Sand. Steile Anfahrten aus engen Dips, teilweise schräg. Ich schalte erst die Stufe 2 und dann die Stufe 1der Automatik ein. Die Kuppen werden höher, aber unser Womo lässt uns nicht in Stich, nur einmal schrappen wir in einem Dip die Straße.

- Im Valley of the Gods
- Die Landschaft wird immer schöner. Die Loop führt auf 17 mi. in wildem Verlauf durch eine einsame, sensationelle Landschaft, die dem Monument Valley kaum nachsteht. Vor und neben uns schmale Felstürme, die sich, wenn man näher kommt, in Wände verwandeln. Auch hier wieder Spitzen, Nadeln oder Figuren. Es ist unglaublich schön. Wir halten ständig für Fotos und kämpfen dann wieder mit der Straße. Dort, wo sich die Straße zurückwendet zur # 163 UT, ein steiler Anstieg hinauf und hindurch durch zwei herrliche Felswände.
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- Im Valley of the Gods
- Aber nicht nur die einzeln stehenden Felsen oder Türme wirken fantastisch sondern auch die das Tal begrenzenden Abbrüche. Wir haben vor lauter Begeisterung und Konzentration auf die landschaftlichen Schönheiten und die Gravelroute kein Mittag gemacht. Erst als wir schon wieder fast am Ende der Loop sind überfällt uns der Hunger und wir halten zur Mittagspause.
- Der Rückweg ist weniger angenehm, da wir eine lange Strecke auf einer Waschbrettpiste fahren müssen.
- Diese Tour war ein erneuter Höhepunkt dieser Reise. Erst nachdem wir das Valley of the Gods verlassen haben und ich wg. einem RV Park nachschaue, lese ich an anderer Stelle des Reiseführers (S. 429), dass H.-R. Grundmann schreibt: "Die sehr raue Road ist nur bei Trockenheit machbar, dann auch für PKW und Van Camper, auf keinen Fall für Motorhomes". Welch ein Glück für uns, dass ich diese Einschätzung nicht gelesen habe. Wir wären sonst bestimmt nicht gefahren und hätten nicht gewusst, was wir versäumt hätten.
- Wir steuern nun den Goosenecks SP an. Dort wollen wir übernachten. Am Ende der Straße ein Schild, dass wir im SP sind. Ein großer Parkplatz, rechts und links staubige, rote, unebene und unbefestigte Freiflächen mit einem Toilettenhäuschen und zwei Tischen. Der Campingplatz. Kein Strauch, kein Baum, kein Schatten bei über 45°C in der Sonne. Hier können wir Mittags um 2:00 pm MDST bei dieser Hitze nicht bleiben.
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- Goosenecks
- Der SP aber ein grandioser Overlook. Man schaut tief in den hier mehrfach mäandern den San Juan River hinein. Die hierbei entstandenen drei Schleifen, liegen wie "Goosenecks" also "Gänsehälsen" unter uns und sind nur in Teilen zu übersehen. Es ist kein felsiger Canyon sondern die verschiedensten Schichten liegen hier aufeinander und vermitteln insgesamt ein dunkles, düsteres Bild, das durch den schmutzig braun-grauen River nicht verbessert wird.

- Goosenecks
- Wir entscheiden, dass wir hier nicht bleiben. Wir fahren heute noch nach Gouldings und gehen auf dem dortigen RV Park an Strom, damit wir die Klimaanlage anmachen können.
- Auf dem Weg dorthin bekommen wir die ersten Eindrücke vom Monument Valley, denn wir fahren auf der # 163 S, UT direkt durch die ersten fantastischen Felsgebilde.
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Monument Valley
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